
Der Staat und der Krieg
Die modernen Staaten wurden zu Kriegsmaschinen, die sich kaum mehr bremsen lassen, schrieb der italienische Philosoph Giorgio Agamben zu Beginn des iranisch-israelischen Krieges.
Was wir als Staat bezeichnen, ist letztlich eine Kriegsmaschine, und früher oder später tritt diese konstitutive Berufung des Staates jenseits aller mehr oder weniger erbaulichen Zwecke, die er sich zur Rechtfertigung seiner Existenz geben mag, zutage. Dies wird heute besonders deutlich. Netanjahu, Selenski, die europäischen Regierungen verfolgen um jeden Preis eine Kriegspolitik, für die sich zwar Zwecke und Rechtfertigungen finden lassen, deren letzter Beweggrund aber unbewusst ist und auf dem Wesen des Staates als Kriegsmaschine selbst beruht. Dies erklärt, warum der Krieg, wie im Falle von Selenski und Europa, aber auch im Falle Israels, selbst um den Preis seiner möglichen Selbstzerstörung geführt wird. Und es ist vergeblich zu hoffen, dass eine Kriegsmaschinerie angesichts dieses Risikos aufhören kann. Sie wird bis zum Ende weitermachen, egal wie hoch der Preis ist, den sie zu zahlen hat.
Bild „WAR MACHINES“ by suRANTo dwi saputra is marked with CC0 1.0.
Giorgio Agamben, Jahrgang 1942, lehrt heute als Professor für Ästhetik an der Facoltà di Design e Arti der Universität Iuav in Venedig, an der European Graduate School in Saas-Fee sowie am Collège International de Philosophie in Paris. Sein Werk wurde in zahlreiche Sprachen übersetzt. Er war der einzige lebende Weltphilosoph, der von Februar 2020 gegen das Covid-Regime angeschrieben hatte. Deshalb wurde er auch weitgehend aus dem öffentlichen Diskurs gecancelt. Der Text Lo stato e la guerra erschien am 14. Juni am Blog von Agamben auf Italienisch.
Bitte unterstütze unsere Arbeit via PayPal oder Überweisung
Folge uns auf Telegram und GETTR
- Mayer, Dr. Peter F.(Autor)
Der Staat ist das Machtinstrument der herrschenden Klasse.
Das wusste schon Ludwig XIV.: „Der Staat bin ich.“
Es ist also nicht der Staat, der zum Krieg führt, sondern die Interessen der herrschenden Klasse. Ändert man die herrschende Klasse, ändert sich der Charakter des Staates.
… womit der Staat sich als allprächtigstes Gewaltdispositiv purer Selbstzweckveranstaltung allreinster Herrschaft erweist, als würde selbiger seiner ihm innewohnend formalgesetzlich in allsämtliche Unendlichkeiten selbstbeschleunigendst ewig selbstverstetigender Tendenz folgen:
Nämlich allhaftiglich extremster Explosionsentfaltung nach Außen bei gleichzeitiger extremsten Implosionsfuriosität allgestaltiger Ausartungsfulminanz nach Innen – In aller Gnadenlosigkeit, Naturgemäß.
„Kriegspolitik, deren letzter Beweggrund aber unbewusst ist …“
Vielleicht ist es auch der Überdruss und die im materiellen Überfluss erlebte Sinnlosigkeit, die Krieg und Zerstörung fast unweigerlich hervorruft.
Insofern nützt es wenig, auf die scheinbar wahnsinnigen Politiker zu zeigen, die derzeit zum Krieg trommeln. Der wahre Grund (und damit auch die Lösung zur Entschärfung) liegt auch in uns.
Wir alle werden von kranken Psychopathen und Narzissten regiert! Das schreibt auch unter anderem der Psychologe Hans-Joachim Maaz. Und das schlimme daran ist, diese Leute sind nicht mehr heilbar, aber sie sitzen alle auf verantwortlichen Posten, weil wir sie einfach dort sitzen lassen! Eigentlich gehören sie alle in eine Therapie, anstatt auf ihren Posten immer mehr Schaden in der Welt anzurichten!