
Glauben oder selbst denken?
In Europa ist man immer noch stolz auf die akademische Bildung, die die Grundlage für die Vorherrschaft der Weißen in vielen Teilen der Welt gewesen wäre. Spätestens seit dem „Covid-19“-Putsch, dessen Unwahrheiten nirgendwo begieriger aufgesogen wurden als in Europa, sollte man sich von der vermeintlichen Hochkultur verabschieden. In Europa wurde zu lange zu viel geglaubt, um wirkliches Wissen zu erwerben.
Wer sich auf die Suche begibt, warum Unwahrheiten hierzulande so bereitwillig aufgenommen werden, stellt schnell fest, dass Fakten in Europa seit Jahrhunderten unerwünscht sind. Zu lange waren die gesellschaftlichen Strukturen autoritär, als dass man die herrschende Überzeugung an der Wirklichkeit hätte messen dürfen. Eine rationale Analyse hätte immer auch die Herrschaftsverhältnisse in Frage gestellt. Den Untertanen war schnell klar, dass man besser keine Fragen stellte. Schule und Studium sorgten von Anfang an für die nötige Dressur. Europa war nicht der Subkontinent von Dichtern und Denkern, sondern schon eher der Lügner und Betrüger.
Bologna war nicht zufällig der Ort, an dem 1999 unter dem Deckmantel „einer Wettbewerbsfähigkeit des europäischen Hochschulsystems“ die Grablege des Geistes gelegt wurde. In der ältesten Universität Europas wurde Ende des 11. Jahrhundert der Grundstein für das gelegt, was Europa seither als „Bildung“ missverstanden wird. Ein von den Gegebenheiten der analogen Welt losgelöstes faktenfreies Fantasiekonstrukt. Die Studierenden sollten vor allem reproduzieren. Nicht zufällig hieß das Standardlehrbuch der Medizin über Jahrhunderte „Kanon der Medizin“: einer singt vor, die anderen wiederholen.
Der Philosoph Francesco Patrizi da Cherso (1529-97) forderte schon vor einem halben Jahrtausend erfolglos eine breit angelegte, unbefangene Forschung anstelle der vorherrschenden moralischen und ideologischen Indoktrination, die die katholische Kirche vorgegeben hatte.i Ohne Berücksichtigung ökonomischer und finanzieller Verhältnisse wäre alles leer und luftig. Statt Schlachten, Eroberungen, Belagerungen, Siege oder Niederlagen nachzubeten, seien Kenntnisse über Machtmechanismen von Bedeutung.
- Mayer, Peter F.(Autor)
Machten Universitäten alles neu?
Die kirchlichen Urheber beabsichtigten weder in Bologna vor über 900 Jahren, noch bei den anderen Universitätsgründungen analytisches Denken zu fördern. Es ging um loyale Führungskräfte. Nach dem Vorbild von Koranschulen in Marokko und Ägypten sollen in Bologna Kirchenmänner ab 1088 in Privathäusern junge Menschen unterrichtet haben. Ab wann die Unterweisungen den Rahmen einer Bibelschule sprengten, bleibt unklar. Das heute genannte Gründungsdatum der Università di Bologna wurde im Nachhinein festgelegt und ist wahrscheinlich um einige Jahrzehnte rückdatiert. Da es bald auch um Regeln für die Rechtsprechung ging, hatte man keine Schulung des Geistes und eine Beförderung von Evidenz im Blick.
Der Kirchenkonzern mit seinen mönchischen Orden war an neuen Rechtsnormen interessiert. In den bisherigen Gesellschaften war Privateigentum eine Randerscheinung. Die germanischen und keltischen Traditionen fußten auf Gemeineigentum und Rechtssicherheit auf der Basis bisheriger Übereinkünfte. Das angeblich lange vorbestehende „Römische Recht“ sollte germanisch/keltische Rechtsgrundsätze abwerten, verdrängen und durch schriftlich fixierte Paragraphen ersetzen.
Es dauerte noch Jahrzehnte bis andere geisteswissenschaftliche Fachbereiche wie Philosophie, Rhetorik, Arithmetik und Medizin folgten. Naturwissenschaften gehörten bis zur 2. Hälfte des 17. Jahrhunderts nicht zum Fächerkanon. Hörsäle, Bibliotheken und die den Klöstern nachempfundenen Lehrgemeinschaften (Kollegien, Colleges) entwickelten sich erst mit einer steigenden Zahl von Studenten. In Bologna wurden alle Fakultäten erst im 16. Jahrhundert unter einem Dach vereint. Englische Colleges (Christ Church, Corpus Christi, Jesus) künden noch heute von der kirchlichen Entstehung und Eigenständigkeit der Ordenshäuser innerhalb einer Universität.
Dekretiertes statt erarbeitetes Wissen war angesagt. Empirie, eigenes Denken und naturwissenschaftliche Experimente fehlten im Lehrplan. Das in Klöstern gefürchtete Klima von Kindesmissbrauch und homosexuellen Übergriffen fand seine Fortsetzung in den Universitätskollegien. Länder mit einem hohen Anteil an Internaten leiden heute noch darunter. Die ausnahmslos männlichen Erstsemester waren damals meist in der Altersgruppe von 14 bis 16 Jahren. Glaubenssätze und Zensur begrenzten die Lehrinhalte. Anstellungen innovativer Querdenker ließen sich über Jahrhunderte verhindern.
Die europäische Universitätsbildung ist nicht irgendwann in ihrer Geschichte vom Weg eines vorurteilsfreien wissenschaftlichen Denkens abgekommen ist, sondern sie stand auf dem falschen Startblock. Durchgängig hatten Eminenzen Vorrang vor Evidenz. Die jeweils Mächtigen der Zeit waren nicht an einem Wissenszuwachs interessiert. Loyalität statt Forschergeist war gefragt. Ziel des Studiums war es, die Herrschaft zu stabilisieren und den Glauben zu festigen. Das kirchliche Korsett für die Geisteswelten entlarvte sich schon durch den Priesterrock bzw. den Talar der Professoren, die diese noch bis zum Ende der 1960er trugen.
Die Kunstsprache Latein bildete bis zum Ende des 19. Jahrhunderts das Gefängnis der Gedanken. Wortschatz und Sprachstruktur der kirchlichen Geheimsprache legten das Denken fest. Niemand außerhalb der Kirche sprach Latein. In auffällig kurzer Zeit gesellte sich um das Jahr 1500 ein rekonstruiertes „Altgriechisch“ aus der graecophilen Gelehrtenrepublik noch hinzu. Die Lebenswelt und ihre Gesetzmäßigkeiten blieben erkennbar außen vor, wenn nirgends die jeweilige Alltagssprache als wissenschaftsfähig galt.
Es war keine Koinzidenz, dass erst jetzt in der supranationalen „Gelehrtenrepublik“ der Renaissance angebliche Kopien von Schriften aus dem antiken Rom und Griechenland auftauchten, die mehr als 1000 Jahre niemand gekannt und vermisst hatte. Das angeblich hohe Alter suggerierte Legitimation, die die Inhalte mangels Evidenz gar nicht beanspruchen konnten. Die europäische Geistesverbildung wurde in der Renaissance erfunden („Tatort Vergangenheit“, Engelsdorfer Verlag).
Mit diesem Konvolut an überraschenden Fundstücken der Antike im Rücken, konnte man dann nicht nur evidenzfreie Spekulationen, sondern eine faktenwidrige Wissenschaft etablieren. Eine Anatomie, die im Widerspruch zur Sektionswirklichkeit stand, eine Physiologie ohne Blutzirkulation und Nervensystem, Physik und Chemie ohne Experimente, Astronomie ohne Himmelsbeobachtung – alles konnte mit dem Siegel der „Wissenschaft“ Jahrhunderte überdauern.
Die kirchliche Kontrolle der Bildungsinhalte bis zum 20. Jahrhundert wird bis heute vernebelt. Der Einfluss ging weit über den Vorrang der theologischen Fakultäten und das Tragen von Talaren hinaus. Bereits jede Grundschule stand unter der Aufsicht des Ortsgeistlichen. Latein als exklusive Sprache des Klerus wurde zur Grundlage der höheren schulischen Bildung. Der Startschuss fiel weit im Norden Europas. Das schottische Parlament verabschiedete 1496 den „Education Act“, der alle Grundeigentümer verpflichtete, ihre ältesten Söhne in Schulen zu schicken, um in Latein, den Künsten und Recht unterrichtet zu werden. Damit gab es erstmals eine Schulpflicht in Europa.
Eine Vereinheitlichung und ein überstaatliches Bildungswesen wurden von den Jesuiten im Rahmen der Gegenreformation ab der Mitte des 17. Jahrhunderts vorangetrieben. Der von einem spanischen Offizier gegründete Orden verstand sich als intellektuelle Speerspitze des Katholizismus. Frühzeitig erkannten die Spanier, dass man die besten Köpfe der heranwachsenden Generation vereinnahmen musst, um reformatorisches Gedankengut zurückdrängen. In ganz Europa entstanden unter ihrer Führung Bildungskasernen, die sogenannten Jesuitenkollegien, die in ihrer Größe und Weitläufigkeit bis heute Stadtbilder prägen und weiterhin (Hoch)schulen beherbergen.
Die Jesuiten beanspruchten ganz unverblümt die Bildungshoheit. Es war deswegen ein Programm für eine europaweit standardisierte Bildung, als der fünfte General des Ordens der Gesellschaft Jesu 1599, fast genau 400 Jahre vor der heutigen „Bologna-Reform“, für alle Kollegien eine neue, einheitliche Studienordnung verfügte. Schultheater wurde darin fest im Lehrplan verankert. Das Studium an den damals zunächst rund drei Dutzend Jesuitenkollegien, die aus einem Gymnasium mit darauf aufbauenden höheren Studienangeboten bestanden, erhielt für alle katholischen Territorien eine einheitliche Rechtsgrundlage und ermöglichte einen ungehinderten Wechsel des Studienortes. Das heutige ERASMUS-Konzept lässt grüßen.
In den Folgejahrzehnten vervielfachte sich die Zahl der Kollegien und die meisten fungierten als Universitäten. Man kann dies als Vorgriff für den heute angestrebten europäischen Hochschulverbund am „Universitätsplatz Europa“ sehen, mit vergleichbar bewerteten Leistungen in einer Art Einheitswährung, die sich heute „credit points“ nennt. Die Mobilität soll eine Art Binnenmarkt erzeugen und Studierenden ermöglichen, sich hin zu besseren Universitäten zu bewegen. Eine Angleichung zu den Vereinigten Staaten mit ihren Eliteuniversitäten.
Akademisches Wolkenkuckucksheim
Die Hinwendung Europas zu einer mehr fabulierten als bekannten Antike hatte noch eine andere weitreichende Konsequenz: den fatalen Realitätsentzug der Geistesbildung. Bringen die intellektuell Wachesten einer Bevölkerung die prägenden Jahre ihres Lebens in virtuellen Realitäten einer Vergangenheit zu, fehlt ihnen am Ende der Wirklichkeitssinn. Mit der zunächst auf die biblische Vergangenheit und eine lateinische Kunstsprache zentrierten Scholastik und dann mit der humanistischen Verbildung der Renaissance wurden die Sargnägel in ein ergebnisoffenes, auf Evidenz gegründetes Denken der akademischen Eliten Europas eingeschlagen. „Realgymnasien“ kamen im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts zu spät. Europa war bereits zu einem Subkontinent weltfremder Traumtänzer verkommen, der fortan von Krieg zu Krieg und von einer Wirtschaftskrise in die nächste taumeln sollte.
Was ist an Erkenntnissen und Aufklärung zu erwarten, wenn die Fakultäten inzwischen nicht mehr in der Hand von Kirche und Landesherren, sondern finanzstarker Interessengruppen sind? Schon vor einem Jahrhundert machte der frischgebackene Professor Albert Einstein klar, was von der Qualität des universitären Lehrpersonals zu halten ist. Er meinte, dass er unter den „Huren“ angekommen sei. Weniger untergriffig kann man von „Mietmäulern“ bei den universitären Meinungsführern sprechen. „Wissenschaft“ ist zur Propaganda für die dominanten Interessen verkommen. Universitäten sind keine Tempel der Weisheit – dort werden seit Beginn Lügengebäude fabriziert und einzementiert.
Offenbarungseid der Geistesbildung
Das Geistesleben wird bis heute durch Ordnungsstrukturen klerikalen Ursprungs bestimmt. Die „Bologna-Reform“ atmet diesen Geist. Jetzt will allerdings das angelsächsische Imperium mit seinen supranationalen Kraken (UN, IWF, NATO) den Takt für seine Vasallenprovinzen vorgeben. Rankings, Wettbewerb und Seilschaften von Gefolgsleuten, eingenordet über Ehrungen in eingespielten Netzwerken, produzieren Sieger und Verlierer. Anerkennungen, Akkreditierungen und staatliche Förderung lenken das gesellschaftliche Führungspersonal im Interesse der Mächtigen. Der Corona-Putsch demonstrierte eindrücklich, wie Evidenz „wissenschaftlich“ weggesperrt wird, sobald sie den Vorgaben dominierender Industrien oder internationalen Verflechtungen zuwiderläuft.
Die neue Dimension liegt heute nicht in der Übergriffigkeit staatlicher Institutionen auf das unfreie Geistesleben von Bildungseinrichtungen, sondern darin, dass souveräne Staaten diese Anmaßung nicht einmal mehr selbst ausüben. Sie delegieren sie mehr und mehr an supranationale Organisationen. Solange Macht und Bildung miteinander verknüpft bleiben, werden Schulen und Hochschulen immer treue Diener hervorbringen. Die humanistische Akademisierung großer Teile der Bevölkerung war die wesentliche Voraussetzung, um oligarchische Herrschaftsverhältnisse in Europa über die Zeiten zu retten.
Für eine wirkliche Geistesbildung braucht es andere Strukturen als unsere Schulen und Universitäten. Die Analysen des Amerikaners John Caldwell Holt (1923-85) und des katholischen Theologen Ivan Illich (1926-2002) kamen auf unterschiedlichen Zugangswegen zum gleichen Ergebnis: „unschooling“ oder „deschooling“ sind ihre Schlagwörter für die Wiederherstellung eines lebendigen Geisteslebens. Die ideologisch-dogmatischen Bildungseinrichtungen Europas waren und sind der Tod des freien und logischen Denkens.ii Wer in seiner Ausbildung vorwiegend geglaubt und wenig analysiert hat, der verinnerlicht leichter einen abrupten Klimawandel, unvorhersehbare Pandemien und unvermeidbare Kriege als Fakten.
Referenzen
i Patrizi da Cherso F: Nova de universis philosophia. Benedetto Mammarelli, Ferrara 1591
ii Wisiak R: Rebellinnen und Rebellen der Pädagogik: Ein Streifzug durch die Geschichte der Reformpädagogik anhand von 19 Porträts. LIT; Münster 2021
Die in diesem Artikel geäußerten Ansichten spiegeln nicht unbedingt die Ansichten der fixen Autoren von TKP wider. Rechte und inhaltliche Verantwortung liegen beim Autor.
Dr. med. Gerd Reuther ist Radiologe, Medizinaufklärer und Medizinhistoriker. Er hat 8 Bücher veröffentlicht. Darunter „Hauptsache Panik. Eine neuer Blick auf Pandemien in Europa“, „Heilung Nebensache. Eine kritische Geschichte der europäischen Medizin“, „Hauptsache krank?“ und „Tatort Vergangenheit“
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„Vorurteilsfreies wissenschaftliches Denken“ ist eine logische Unmöglichkeit, genau so wie vorurteilsfreies Denken unmöglich ist. Alles Wissen ist im Grunde ein Vorurteil. Wie jeder – wie so oft abgesehen vom Denker selbst – erkennen kann, strotzt das Denken und somit das Wissen geradezu von Vorurteilen. Und es wäre womöglich vermessen, all die Vorurteile abzuzählen. Das wäre dann wohl sowas wie „evidenzbasierte“ Wissenschaft…
Europa wurde von der Ideologie ruiniert. Im Grunde hat sie ihre Wurzeln im Christentum. Ab 2000 rasanter werdend fand immer mehr eine negative Auslese statt, die im Grunde schon in den 80ern mit der positiven Diskriminierung (Förderkurse, Quotenfrauen etc.) begann. Bald ging es soweit, dass man bestritt, dass es Begabungen gibt, und um dies zu beweisen, wurden Begabte nicht nur nicht gefôrdert, sondern sogar unterdrückt, denn es kamen immer mehr Lehrer zum unterrichten, die selbst nicht begabt waren. Intelligenz sei nicht angeboren, hieß es, sondern man könne sie erlernen, denn das war einfach unfair, dass manche gescheiter sind als andere. Alle müssen daher gleichgemacht werden, nach unten nivelliert. Unsere Lehrer sind nicht die Besten in ihrem Fach, sondern die Schlechtesten. Lehramtsstudien sind abgespeckte Versionen, damit jeder D.epp Lehrer werden kann, Hauptsache er hat die richtige Gesinnung der Gleichmacherei. Solche Pädagogen hassen talentierte Schüler. Sie bewerten sie schlechter und quälen sie.
Ja, und dieser Trend, allgemein als „Volksverblödung“ bezeichnet, hat sich fortgesetzt. Jeder, der heute kein Analphabet ist, muss mind. bis zur Matura durchhalten. So wurde das Niveau herabgesetzt und dafür haben wir kaum mehr intelligente Facharbeiter. Der Anaphabetismus steigt an, Hauptsache, jeder hat eine „Mittelschule“ besucht und die Akademikerquote wurde erhöht. Aber sind diese „Absolventen“ gescheit? Sind sie gebildet in dem Sinn, dass sie irgendetwas vom Erlernten verstanden haben? Hat man ihnen nicht im Förderkurs alles vorgekaut? Haben ihnen nicht die selbst minderbegabten Eltern schon in der Volksschule die Hausaufgaben gemacht und sie später in den Förderkurs geschickt, weil sie für den Stoff der Unterstufe zu blxd waren? Haben sie den Kindern nicht die einfachsten Geschichten vorgelesen und gleich alles erklärt, wie es zu verstehen ist? Ließen sich die Montesorischüler, extrem im Selbstvertrauen gestärkt, nicht von der Nachhilfe berieseln? Auf die Frage: „Wo kennst dich nicht aus?“, hôrte man zumeist nix oder ein leise piepsendes „überall“…ja, das wichtigste war, dass Dxmmsein keine Schande mehr ist. Man war eben „alternativ begabt“ oder legasthenisch, lernschwach usw. Solcherart im Selbstbewusstsein gestärkt ist das eins der schlimmsten Übeln unserer Zeit, dass die Dxmmen nicht mehr entsprechend bescheiden sind. Ein große Dichte solcher Exemplare wurden übrigens nach Brüssel ausrangiert. Politiker ist wohl der einzige „Beruf“, für den keinerlei Qualifikationen erforderlich sind, wohl muss man trinkfest sein…
Was heute als Akademiker abgeht, ist nicht die beste Wahl, das wäre ein absoluter Glücksfall, sondern das sind angepasste Nachhilfeschüler, die bestenfalls den Stoff auswendig gelernt haben oder beim dritten Anlauf durchgelassen wurden, weil sie die Angabe richtig abgeschrieben hatten. Bald sollen ja auch die Noten abgeschafft werden, um die Kinder nicht zu frustrieren. Da darf man sich nicht wundern, warum ausgerechnet „Akademiker“ die ärgsten Mitläuferschafe sind. Der gesunde Menschenverstand ist immer noch bei jenen zu Hause, deren Eltern nicht allzu ehrgeizig waren mit ihnen und die schließlich das tun durften, was sie interessiert hat und was ihnen lag. Heute ist jeder Handwerker gefragter als ein Maturant und jeder Meister mehr gebildet als ein Akademiker, zB Lehramt Geschichte… aber Hauptsache man hat einen Titel.
Ich war ja immer schon für die Einführung des Volksdoktorats. Dieses sollte jedem schon nach der Geburt verliehen werden, wobei die Eltern aussuchen können (analog wie sie ja heute auch das Geschlecht wähken dürfen), ob das Kind mal Arzt oder Wissenschaftler wird. Später, mit sagen wir zehn, darf sich das Kind dann einen Zweittitel aussuchen…
Die Kriminalitätsrate unter Polizisten und Sicherheitsbediensteten ist die gleiche, wie die der Restbevölkerung.
Genauso ist die Trotteldichte unter Wissenschaftern und „Gebildeten“ gleich verteilt, wie unter dem Rest des „Pöbels“.
Ich halte es jedenfalls für keinen Zufall, dass ausgerechnet die klügsten Köpfe mit unseren „Bildungs“-Einrichtungen am wenigsten anfangen können. Als Autodidakt war ich nicht nur erfolgreicher als „Bildungsbürger“, sondern habe zusätzlich einen fetten Bonuspolster für mein Selbstwertgefühl (ich muss mich nicht mit fremden Federn schmücken, mein Wissen kommt dort her, wo es Platon schon am wahrsten vermutete: aus eigener Beobachtung)
Wenn die Hochschulen Kreativität und Kompetenz zuließen, wären sie eine Gefahr fürs Establishment. Aber der Rückblick in die Geschichte ist zu negativ, es hat durchaus Phasen von echter Innovation und Entwicklung gegeben. Das aktuelle Problem ist, dass die Rezepte der vorigen Generation – wenn wir dies einmal von Naturgesetzen unterscheiden – nicht mehr greifen, weil sich die Ressourcenlage verändert hat. Realität und Natur sind nur in Zyklen messbar, nicht als ewiger Stillstand. Anstelle dass man nun Kreativität und Forscherdrang öffnet, und sich bisher unbeachteten Ansätzen widmet, etabliert man ein striktes Verwaltungssystem, in das man Zielvorgaben schreibt und abhakt – realitäts- und faktenwidrig. Das ist die Leyen-Methodik. Auf der einen Seite verlieren damit die kreativen Köpfe das Gefühl in einer guten Welt zu leben. Auf der anderen Seite investieren wir massiv in das Falsche! Volkswagens Elektrifizierung ist ein gutes Beispiel. Zielvorgaben von Leuten, denen das Verständnis der Grundschulphysik fehlt. Auf diese Art und Weise verschwendet man Zukunftschancen! Die Verteidiger sagen, immerhin haben wir unseren Claqueuren Jobs verschafft – aber um den Preis echter Zukunftsfähigkeit. Die Dumpfbacken haben Kindergartentanten zu Staatslenkern gemacht und fahren jetzt gegen die Wand. Wenn man keine Lösungen für reale Probleme findet, dann werden diese realen Probleme nicht gelöst. Und wenn sie nicht gelöst werden, werden sie überhand nehmen. Dazu gibt es ausreichend historische Forschung. Und dann werden sich esoterische Zukunftserwartung und Missmanagement in einem Schnittpunkt des Verfalls treffen. Wir befinden uns kurz vor diesem Schnittpunkt.
Die einzigen, die sich diesem Trend gerade entgegen stellen, sind ausgerechent die Zwangsimpfer! Indem sie sagen, wir werden jeden Obertrottel, der über das Minimum eines Überlebenstriebes nicht verfügt, bis in die nächsten 4000 Generationen ausrotten, besteht eine realistische Chance, die Lage zu bessern. Man denke an Noah. Ausgerechnet!
Die Menschen wenden nicht die Regeln der Logik an, analysieren nicht und glauben alles unbesehen. Deshalb können Fake News von Lügenblättchen wie Die Welt erfolgreich verbreitet werden und die Bevölkerung wird zum Vasallen ausländischer politischer und wirtschaftlicher Interessen gemacht. Selbst der wirtschaftliche Suizid eines ganzen Landes kann so erfolgreich betrieben werden.
Die Leitmedien leben von Substanz, fast egal welcher Couleur. Es hat ein paar wenige Generationen gut funktioniert, und ein Meinungsmarkt hat im Großen und Ganzen Objektivität gebracht.
Inzwischen ist eine Gleichschaltung wirksam, und wie Sie richtig sagen, die Menschen sind meist zu denkfaul, um es schnell zu erkennen; aber irgendwann wird sich die Erkenntnis durchsetzen – die Frage ist dann nur, ob sich ein alternatives, konkurrierendes System irgendwo etabliert hat. Ich erkenne das derzeit in kaum einer Region …
Grund ist wohl die Arroganz der Besserwisserei. Grad akademisch Gebildete waren am anfälligsten dafür und kommen am schwersten davon weg.
Eine Suada auf die Unzulänglichkeiten der europäischen Kultur, der ich wenig abgewinnen kann. Es ist wohl unbestritten, dass totalitäre Strukturen ein bildungspolitischer Horror sind, und dass die christlichen Kirchen in der Oberklasse des Totalitarismus mitspielen. Nichtsdestotrotz haben die Kirchen in ihren Strukturen auch die Entkopplung von Lebenserhaltung und Arbeit ermöglicht, die Freistellung für das Denken. Giordano Bruno war ein Mönch.
Es geht hier auch nicht um das perfekte System, sondern um ein besseres, und das europäische System war das bessere. Es entstanden Kommunen, schon im „herbeifabulierten“ antiken Griechenland, die groß genug waren, um Denker vom Lebenserwerb freizustellen, aber klein genug, um einen Markt der Ideen etablieren zu können. Denn darum geht es: Es ist für das große Gebiet nicht entscheidend, ob 10 Kommunen totalitär regiert werden, solange eine 11. liberal agiert. Vielleicht, weil der Herrscher ein Humanist ist, aber vielleicht auch, weil er sein Gebiet ausdehnen will, und dafür den Wert überlegener Wissenschaft erkannt hat.
Europa hat jahrhundertelang so einen Zustand des Gleichgewichts gefunden. Die „Kunstsprache“ Latein war da übrigens kaum künstlicher als Englisch für die EU, die als Alltagssprache auf ihrem Gebiet eine marginale Rolle spielt, aber als internationales Kommunikationsmittel trotzdem gut funktioniert. Und so konnte auch damals ein Gelehrter aus Padua, wenn er die lokale Macht fürchten musste, nach Prag ziehen und seine Forschung in Latein dorthin mitnehmen und sofort weitermachen. Eine sehr brauchbare Infrastruktur.
Ohne diesen Markt stirbt die Kultur, und die EU ist auf dem besten Weg dorthin, wie die im Text gezeigten Beispiele ja auch zeigen. Das Bologna-System aber fast mit mittelalterlichen oder frühen neuzeitlichen Universitätsstrukturen gleichzusetzen, ist stark übertrieben. Die Durchdringung der aktuellen Universitäten mit diesem Ungeist ist um viele Größenordnungen stärker, vor Jahrhunderten waren dafür lokale Fürsten (egal ob weltlich oder kirchlich) viel zu stark, und der Informationsfluss viel zu spärlich.
Wenn ich dann unsägliche Anglizismen wie „unschooling“ oder „deschooling“ lesen muss, dann verliere ich völlig die Hoffnung in den Text. Es ist das woke Zerschlagen von bewährten Strukturen, ohne Alternativen an ihre Stelle zu setzen, was unsere Kultur zerstört. Das Schulsystem ist davon genauso betroffen, wie Geschlechteridentität, Familie, ja sogar Betriebswirtschaft.
https://www.mcaviti.net/meinungsmarkt/
Eine Suada auf die Unzulänglichkeiten der europäischen Kultur, der ich wenig abgewinnen kann. Es ist wohl unbestritten, dass totalitäre Strukturen ein bildungspolitischer Horror sind, und dass die christlichen Kirchen in der Oberklasse des Totalitarismus mitspielen. Nichtsdestotrotz haben die Kirchen in ihren Strukturen auch die Entkopplung von Lebenserhaltung und Arbeit ermöglicht, die Freistellung für das Denken. Giordano Bruno war ein Mönch.
Es geht hier auch nicht um das perfekte System, sondern um ein besseres, und das europäische System war das bessere. Es entstanden Kommunen, schon im „herbeifabulierten“ antiken Griechenland, die groß genug waren, um Denker vom Lebenserwerb freizustellen, aber klein genug, um einen Markt der Ideen etablieren zu können. Denn darum geht es: Es ist für das große Gebiet nicht entscheidend, ob 10 Kommunen totalitär regiert werden, solange eine 11. liberal agiert. Vielleicht, weil der Herrscher ein Humanist ist, aber vielleicht auch, weil er sein Gebiet ausdehnen will, und dafür den Wert überlegener Wissenschaft erkannt hat.
Europa hat jahrhundertelang so einen Zustand des Gleichgewichts gefunden. Die „Kunstsprache“ Latein war da übrigens kaum künstlicher als Englisch für die EU, die als Alltagssprache auf ihrem Gebiet eine marginale Rolle spielt, aber als internationales Kommunikationsmittel trotzdem gut funktioniert. Und so konnte auch damals ein Gelehrter aus Padua, wenn er die lokale Macht fürchten musste, nach Prag ziehen und seine Forschung in Latein dorthin mitnehmen und sofort weitermachen. Eine sehr brauchbare Infrastruktur.
Ohne diesen Markt stirbt die Kultur, und die EU ist auf dem besten Weg dorthin, wie die im Text gezeigten Beispiele ja auch zeigen. Das Bologna-System aber fast mit mittelalterlichen oder frühen neuzeitlichen Universitätsstrukturen gleichzusetzen, ist stark übertrieben. Die Durchdringung der aktuellen Universitäten mit diesem Ungeist ist um viele Größenordnungen stärker, vor Jahrhunderten waren dafür lokale Fürsten (egal ob weltlich oder kirchlich) viel zu stark, und der Informationsfluss viel zu spärlich.
Wenn ich dann unsägliche Anglizismen wie „unschooling“ oder „deschooling“ lesen muss, dann verliere ich völlig die Hoffnung in den Text. Es ist das woke Zerschlagen von bewährten Strukturen, ohne Alternativen an ihre Stelle zu setzen, was unsere Kultur zerstört. Das Schulsystem ist davon genauso betroffen, wie Geschlechteridentität, Familie, ja sogar Betriebswirtschaft.
https://www.mcaviti.net/meinungsmarkt/
Latein ist keine Kunstsprache, sie wurde einst im ganzen Imperium Romanum verwendet. Nach den Einfällen der Germanen und Slawen wurde daraus die einzige Sprache, in der sich die Gelehrten Europas verständigen konnten. Im 18. Jahrhundert wurde Französisch zur internationalen Sprache, zeitweise in Naturwissenschaften Deutsch, jetzt ist es Englisch – keine dieser Sprachen künstlich.
Modernes Italienisch ist aus dem Latein abgeleitet – Rumänisch soll ganz ähnlich sein.
Wunderbar beschrieben – wir sind in Europa nie über die Bibliae pauperum hinausgenkommen – große Teppiche, die in Kirchen aufgehängt wurden, um dem „dumpen“ Volk der Analphabeten die Welt zu erklären und ihnen durch Höllenszenen vor Augen zu führen, was passiert, wenn sie nicht alles glauben, was die Kirche (und die von dieser gekrönten Häupter) als Wahrheit darstellte. Im Grund ist es so geblieben, gerade in Zeiten der Digitalisierung. Die „Armenbibel“ findet man jetzt auf Tiktok und den Seiten der „Faktenchecker“… auch in vielen TV-Sendungen wird „erklärt“ was „Wissenschaft“ ist… u. a. von jungen Gören, die nicht einmal noch trocken hinter den Ohren sind. Dazu kommt ein großer Klüngel von Staatskünstlern und Staatsliteraten, die uns mit ihrer hohen Intelligenz weiterhelfen… damit wir auch sicher wissen, wo es lang geht in Europa. Von Politikern und ihren Trabanten reden wir lieber gar nicht…
Die gesunde, echte Intelligenz des Homo sapiens hat in den letzten Jahrhunderten laufend abgenommen und befindet sich derzeit im finalen Niedergang.
Klerikale Ordnungsstrukturen sind die Grundlage für Bildung und der Glaube hilft das zu Glauben, was man wissen soll oder wissen darf. Verschwörungstheoretische Grundlagen gehören seit jeher zur Bildung und Disziplinierung des Einzelnen oder des Individuums, wie es neudeutsch heißt. Die zehn Gebote in der christlichen Lehre sind die Paradeordnung schlechthin. Bevor es anscheinend mit dem fünften Gebot „du sollst nicht töten“ für die Praxis des gesellschaftlichen Lebens spannend wird, haben wir vorab 4 Gebote zu erlernen bzw. zu befolgen, die die Machtverhältnisse ordnen. Wer das erste Gebot hört, der weiß, wo der Hammer hängt: ich bin der Herr dein Gott und die Einzigartigkeit ist auch klar. Du sollst dir kein Bild von Gott machen, ist eine klare Ansage im zweiten Gebot. Da könnte ja Jeder kommen, denn nur diejenigen die Gott studiert haben könnten ihn ja vielleicht kennen. Die Jesuiten beispielsweise. Mit dem dritten Gebot wird der Tag des Herrn geehrt. Ich erkläre das mit dem Sonntag den jungen Leuten immer so. Es gab Zeiten ohne Fernsehen, Internet und Handy, unvorstellbar aber wahr. Nur am Sonntag mussten die Leute in die Kirche, selbst die die eigentlich immer zum Überleben arbeiten mussten. Denn in der Kirche wurde der „Gläubige“ eingenordet, wurde informiert, was er als Individuum zu tun und zu lassen hatte. Den Klerikern sei gedankt dafür. Und wenn man dann als junger Gläubiger trotzdem noch Flausen im Kopf hatte, schlug das vierte Gebot zu: du sollst Vater und Mutter ehren. Denn die waren bereits eingenordet durch die Kirche und als Autoritäten soweit geschätzt. Der Rest der Gebote ist hier Schweigen. Glauben ist die Bildung des kleinen Manns und der kleinen Frau. Das muss so sein, bis heute, spätestens wieder in der CO2-Klimakirche oder bei den unprovozierten, völkerrechtswidrigen Angriffskriegen der Bösen gegen die Guten.
Die organisierte Kirche hat den Glauben für Machtzwecke missbraucht und missbraucht ihn auch weiterhin. Die Botschaft der Bibel ist jedoch eine Botschaft der Freiheit. Jeder, ja gerade die Armen und Schwachen, dürfen kommen! Der Geist lehrt sie die Erkenntnis, versagt diese aber den Hochmütigen (den Großkopferten). Deshalb gibt es biblisch begründet auch das Priestertum aller Gläubigen. Jesus sagt nicht „unterwerft euch mir“, sondern „folget mir nach“.
Weiße Vorherrschaft ist politisch inkorrekt, was diese ykkadymische Pildung verdächtig macht. Nach der Reversen Rassentheorie muss man dafür sorgen, dass alle anderen Völker und Rassen schlauer sind: https://www.tichyseinblick.de/kolumnen/herles-faellt-auf/wir-verbloeden-uns-zu-zu-tode/
„Wir verblöden uns zu zu Tode“ – Je dümmer, desto politisch korrekter.