Explosion erschüttert größten iranischen Container-Hafen

26. April 2025von 2,5 Minuten Lesezeit

Eine massive Explosion erschüttert den iranischen Hafen, in dem zuvor Schiffe mit Chemikalien für Raketentreibstoff eingelaufen waren. Die iranische Hafenstadt Bandar Abbas liegt mehr als 1.000 Kilometer südlich der Hauptstadt Teheran.

Esmaeil Malekizadeh, ein Beamter der Hafen- und Seeverkehrsbehörde von Hormozgan, sagte, die Explosion habe sich in der Nähe des Hafens Shahid Rajaei ereignet, einer wichtigen Anlage für Containertransporte der Islamischen Republik. Zu der Anlage gehören auch Öltanks und andere petrochemische Anlagen.

Nach den neuesten Angaben des iranischen Staatsfernsehens wurden bei der Explosion und dem Brand mehr als 500 Menschen verletzt. Mehrdad Hasanzadeh, ein Katastrophenschutzbeamter der Provinz, sagte zuvor im Fernsehen, dass Ersthelfer versuchten, das Gebiet zu erreichen, während andere versuchten, den Ort zu evakuieren.

Im Jahr 2020 wurde Israel beschuldigt, einen schweren Cyberangriff auf denselben Hafen verübt zu haben, der nach dem Zusammenbruch des Computersystems der Anlage tagelang zu einem Verkehrschaos führte.

In sozialen Netzwerken veröffentlichte Videos zeigten eine riesige rote Gaswolke und einen großen Feuerball, der aus dem Bereich der Explosion aufstieg.

Bei dem Gas könnte es sich um Schwefel handeln, ein Stoff, der in pulverförmiger Form zur Herstellung von Festtreibstoff für Raketen verwendet wird.

Die Explosion ereignete sich inmitten indirekter Atomgespräche zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran. Der iranische Außenminister Abbas Araghchi sagte am 26. April zu den Gesprächen, dass die Frage der Raketenfähigkeiten des Landes gegenüber den USA nicht angesprochen worden sei und auch nicht angesprochen werde.

Im Januar berichtete Newsweek, westliche Geheimdienstquellen gingen davon aus, dass der Iran versuche, 1.000 Tonnen Natriumperchlorat aus China zu importieren. Das Material könnte, wenn es in Ammoniumperchlorat umgewandelt wird, zur Herstellung von Hunderten von Feststoffraketen verwendet werden.

Zwei in dem Bericht als Golbon und Jairan identifizierte Schiffe liefen im Februar bzw. März im Hafen von Bandar Abbas ein.

Es besteht die Möglichkeit, dass die Explosion in das Ergebnis einer Sabotage durch den israelischen Geheimdienst war, deren Ziel Materialien für das iranische Raketenprogramm waren. Dies wäre eine Reaktion auf die Weigerung der Islamischen Republik, in den laufenden Gesprächen mit den USA über ihre Raketenfähigkeiten zu sprechen, oder sogar ein Versuch, die Gespräche zu sabotieren.

Trump hatte offenbar kürzlich einen Angriff Israels auf den Iran verhindert, nicht jedoch den fortlaufenden Völkermord in Palästina mit dem andauernden Massenmord an Kindern, Frauen und Zivilisten nicht nur in Gaza, sondern auch in der West Bank. Trotzdem soll Israel zumindest begrenzte Angriffe planen, wie Reuters berichtete. Das könnte einer davon sein.


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7 Kommentare

  1. Jurgen 28. April 2025 um 21:15 Uhr - Antworten

    Oder es war einfach eine Warnung per gerichteter Mikrowellenstrahlung aus der Umlaufbahn… hatte man ja in Kalifornien schon getestet im Zuge der Waldbrände, um ganze Ortschaften zu „entfernen“ (oder passt „entkernen“ hier besser? Man erinnere sich auch an die künstlich erzeugte Feuersbrunst auf Maui/Hawai!).

  2. Andreas I. 28. April 2025 um 10:11 Uhr - Antworten

    Hallo,
    auch wenn es Israel war, dahinter steht immer USA.
    Und dabei ist egal, wer Präsident ist und welche Sau die Qualitätsjournalisten gerade durchs Dorf treiben, Trump BlaBlaBla Netanyahu BlaBlaBla, das ist unterhaltsam aber belanglos.
    USA ist ein Imperium und hat als solches imperiale Interessen und darum ist der Spielraum der jeweiligen Regierungen der USA höchstens, wie sie die imperialen Interessen durchsetzen.

    1948 wurde Israel gegründet, von USA & UK auf britischem Mandatsgebiet. Zwar gab es die zionistische Bewegung, aber das waren (und sind) nur nützliche Idioten.
    Außerdem wurde 1948 die UN-Menschenrechtserklärung verabschiedet und würde man beabsichtigen, die Menschenrechte zu verwirklichen, dann würden religiöse Minderheiten (wie auch Juden) nicht mehr verfolgt werden, ja nichtmal diskriminiert. Ein Schelm wer da fragt, wozu man dann einen extra Staat als Schutzraum bräuchte.

    1953 wurde in Iran Mossadegh gestürzt, und zwar laut Wikihausen ,,durch völkerrechtswidriges Betreiben der Nachrichtendienste der USA und Großbritanniens gestürzt (Operation Ajax)“

    In den 1970ern hob USA die Golddeckung des US-Dollar auf und USA band den US-Dollar an Öl,(Petrodollar) und die arabische Halbinsel verkauft viel Öl und damit bekam Israel eine besondere geostrategische Bedeutung für USA.

    Also kurz:
    Es waren USA & UK, die 1948 Israel gründeten, es waren USA & UK, die 1953 nach dem iranischen Öl griffen und es ist USA, die seit den 1970ern den US-Dollar an Öl bindet, wodurch Israel in seiner geostrategisch wichtigen Lage …

    Ja ja … die Israelis hassen die Iraner … aber ohne USA & UK …

    Und auch aktuell; ohne die direkte militärische Unterstützung der USA würden die Israelis alt aussehen und auch USA kriegt die Houtis bisher nicht klein, naja und jetzt ausgerechnet Raketentreibstoff, na sowas.

  3. Daisy 27. April 2025 um 6:58 Uhr - Antworten

    Es besteht die Möglichkeit, dass die Explosion in das Ergebnis einer Sabotage durch den israelischen Geheimdienst war, deren Ziel Materialien für das iranische Raketenprogramm waren.

    Ziemlich sicher. Trump hat Netanjahu derlei Angriffe untersagt. Er tut es trotzdem. Wäre ich Trump, sozusagen Amerika, wäre mir das langsam peinlich, womit der kleine Gummizellenanwärter die USA wohl erpresst, sodass er ihr dauernd auf den Kopf scheißen kann…

    • Fritz Madersbacher 27. April 2025 um 15:54 Uhr - Antworten

      @Daisy
      27. April 2025 um 6:58 Uhr
      „Wäre ich Trump …“

      So einfach ist es eben nicht:
      „Die Bemühungen der Trump-Administration, Mahmoud Khalil, einen Doktoranden der Columbia University, zu deportieren, als Vergeltung für Khalils Rolle bei den Campus-Protesten gegen Israels Krieg in Gaza, zeigen, wie weit das Weiße Haus bereit ist, mit Polizeimethoden gegen Proteste gegen Israel vorzugehen.
      Die beispiellose Entscheidung der Regierung, die Abschiebung eines US-Bürgers mit ständigem Wohnsitz anzustreben, ohne ihn strafrechtlich anzuklagen, hat jedoch eine übersehene Verbündete: die größte Finanziererin von Trumps drei Präsidentschaftskampagnen, die israelisch-amerikanische Milliardärin Miriam Adelson …
      Mit ihrem 2021 verstorbenen Ehemann Sheldon … gehörte das Ehepaar zu den größten Spendern von Trumps Präsidentschaftskampagnen und der Republikanischen Partei, indem sie seit 2015 rund 600 Millionen Dollar an gemeldeten politischen Spenden zur Unterstützung von Trumps drei Präsidentschaftskampagnen sowie anderer republikanischer Kongress- und Gouverneurswahlen überwiesen“
      („Die israelisch-amerikanische Trump-Megaspenderin hinter den Sprachverboten“, in: „Responsible Statecraft“, March 18 2025, deutsche Übersetzung: „Antikrieg.com“, 19/03/2025)

      • Daisy 27. April 2025 um 17:50 Uhr

        So einfach ist das nicht. Nicht nur Trump hat div. Großspender. Das war auch bei den Demokraten so. Und? Aber ich denke, dass I. überhaupt einen sehr großen Einfluss auf Amerika hat, das ist ja offensichtlich, wohl auch wirtschaftlich/finanziell. Das aber spielt sich gewiss im Verborgenen ab. Jedenfalls bleibe ich dabei, dass es sehr peinlich ist, wie sich der angeblich mächtigste Mann der Welt, das ist der US-Präsident immer noch, von einem vom IStGH Gesuchten auf den Kopf scheißen lässt. Trump sucht einen diplomatischen Weg mit dem Iran. Er hat N. klar untersagt, den Iran anzugreifen. So ist es jetzt eine hinterfotzige Geheimdienstaktion. Ich glaube nicht an einen Unfall. Kann mir aber vorstellen, dass Trump sich das merkt…und sich bei Gelegenheit dafür revanchieren wird, hoffentlich.

  4. Der Zivilist 27. April 2025 um 4:16 Uhr - Antworten

    “ Der Hauptverwendungszweck von allen Perchloratsalzen ist ihre Nutzung als Sauerstofflieferant in Festtreibstoffen. Anstelle von Natriumperchlorat wird jedoch meist Ammoniumperchlorat verwendet, das industriell in einer Ionenaustauschreaktion durch Umsetzung des Natriumsalzes mit einem Ammoniumsalz hergestellt wird “ WIKIP

    die orange Farbe ist durchaus vertraut von Raketenstarts.

    Und im Hafen Beirut Ammoniumnitrat, in Tianjin eher ein Micronuke, toastet cars, ‚Kettenreaktion‘ titelte die Zeit damals.

  5. Fritz Madersbacher 26. April 2025 um 20:00 Uhr - Antworten

    „Es besteht die Möglichkeit, dass die Explosion in das Ergebnis einer Sabotage durch den israelischen Geheimdienst war“
    Alles deutet darauf hin, typischer „Israelean style“ …

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