Asylanträge: Frankreich und Spanien überholen Deutschland

11. April 2025von 3 Minuten Lesezeit

Im aktuellen Jahr wurde Deutschland bei Asylanträgen von Frankreich und Spanien überholt. Das bisher beliebteste Ziel von Asylsuchenden in der EU ist auf den dritten Platz zurückgefallen.

Ein interner Bericht der EU-Kommission zeigt die Entwicklung der Asylanträge im Jahr 2025. Deutschland verzeichnet im Vergleich zum ersten Quartal 2024 einen relativ starken Rückgang um 41 Prozent, trotzdem haben in diesem Jahr knapp über 37.000 Personen in Deutschland Asyl beantragt. Damit liegt man aber hinter Frankreich und Spanien.

Darüber berichtet die Welt am Sonntag, der Zeitung liegt Bericht der Kommission vor. In Frankreich gingen im ersten Quartal 2025 40.871 Asylanträge ein, in Spanien 39.318. Die wenigsten Anträge in der EU haben Ungarn und die Slowakei zu verzeichnen. Dort wurden 22 beziehungsweise 37 Asylanträge gestellt.

Insgesamt verzeichnete die gesamte EU zusammen mit Norwegen und der Schweiz 210.000 Asylanträge. Diese Zahl von fast einer Viertelmillion Menschen ist trotzdem ein Rückgang von 19 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Auch die Herkunft der Antragsteller hat sich verändert.

Die meisten Anträge stellten Menschen aus Venezuela, was einem Anstieg von 44 Prozent entspricht. Es folgen Afghanen und Syrer, wobei die Zahl der syrischen Antragsteller im Vergleich zum Vorjahr um mehr als die Hälfte zurückgegangen ist. Auch bei Asylwerber aus Kolumbien und der Türkei verzeichnet man einen Rückgang. Auch die Schutzanträge von Ukrainern (plus 84 Prozent), Chinesen (+87 Prozent) und Indern (+56 Prozent) stiegen stark an.

Für Syrer bleibt Deutschland das bevorzugte Ziel. Mehr als die Hälfte aller syrischen Anträge in der EU wurden in Deutschland gestellt. Für Deutschland bedeutet das: Jeder vierte Asylantrag kam im ersten Quartal aus Syrien. Es folgen Afghanen und Türken.

Frankreich entwickelte sich zum Hauptziel für ukrainische Asylanträge.

2026 tritt der sogenannte „Migrationspakt“ der EU in Kraft. Dieser war vor allem in Osteuropa auf heftigen Widerstand gestoßen. Die EU-Gesetzgebung verpflichtet alle Mitgliedsstaaten, ihren Anteil an Asylbewerbern aufzunehmen oder finanzielle Strafen in Höhe von 20.000 Euro pro Person für jeden abgelehnten Migranten zu zahlen.

Wir werden keine Lager in Ungarn bauen. Unsere Wähler haben uns ein klares Mandat dagegen erteilt“, sagte Ungarns Europaminister János Bóka der Welt am Sonntag. Vor allem Ungarn, Slowakei und Polen sind laute Gegner des Pakts. Beim Plan von Asylantragszentren außerhalb der EU (nach dem Vorbild von Italiens Meloni) gibt es keine Fortschritte.

Indes berichtet der Österreichische Boulevard den umstrittenen Familiennachzug in der Praxis:

So wollte ein 1992 in Syrien geborener Asylberechtigter beim Bundesamt für Fremdenwesen und Asyl (BFA) einen Einreiseantrag für acht Kinder und seine Ehefrau stellen. Mittels DNA-Tests wurde auch die Vaterschaft geprüft und bestätigt. So weit, so gut.

Die Geburtsdaten der Kinder sorgten allerdings für Stirnrunzeln. Alle acht Kinder kamen zwischen Jänner 2019 und Mitte 2022 auf die Welt. Vom BFA darauf angesprochen, gab der Syrer an, in seiner Heimat zwei Mal verheiratet zu sein. Vier Kinder stammen von der „Zweitfrau“. In Syrien wären sogar rechtlich bis zu vier Ehen erlaubt.

Der Familiennachzug für die „Zweitfrau“ wurde daraufhin negativ bewertet. Die „Erstfrau“ sowie die Kinder hätten allerdings einreisen dürfen. Doch die Regierung verhängte zuvor den Nachzugs-Stopp.

Nach dem Stopp dürfte es rechtlich allerdings spannend werden. Denn die Kinder könnten auf Basis von Artikel 8 der Europäischen Menschenrechtskonvention einen Antrag auf Familiennachzug ihrer leiblichen Mutter stellen. Damit wäre das polygame Zusammenleben sozusagen über die Hintertür realisiert.

Bild „Første steg på gresk jord“ by NRK P3 is licensed under CC BY-NC-SA 2.0.

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4 Kommentare

  1. lotus998dc2ac81f3 12. April 2025 um 5:04 Uhr - Antworten

    Die Zahlen – sofern überhaupt korrekt- sind irrelevant. Die ständig aus Afghanistan eingeflogenen etwa müssen gar keine Asylantrag stellen, aus Syrien importierte Lagerbewohner oder Familiennachzug ebenfalls nicht und Ukrainer schon gar nicht.

  2. Jurgen 11. April 2025 um 22:05 Uhr - Antworten

    Glaubt irgend jemand die 37.000 Asylanträge? A propos, der Familiennachzug geht doch mittlerweile unter der Hand vonstatten…

  3. local.man 11. April 2025 um 14:30 Uhr - Antworten

    Ah schön das wir uns jetzt um die Plätze streiten.
    Ist das eine Ablenkungsmethode?
    Weil ob nun 300 mehr oder weniger einströmen, als im anderen Land, ist vielleicht bei einer Migrationsstärke pro Monat von 500-1000 interessant. Bei einer Zahl von 40 000 aber im Grunde irrelevant.
    Wir werden hier mit Ausländern überall überflutet, die keine Aufgabe haben als die Spaltung und Zerstörung, Chaos und Niederhaltung der eigenen Bevölkerung, sowie deren Austausch, am Ende kulturell und im Glauben bis in die Wurzeln.
    Es ist eine Waffe, ein Krieg gegen die Völker durchgeführt von immer den gleichen Machtpyramidensystem, das nun auch angebliche digitale Pflichtkonten über uns in Selbstermächtigung stülpen will und die digitale Brandmarkung durch eine ID.
    Wir wissen doch alle wo das hinführen und enden wird, dazu muss man nun wirklich kein Prophet mehr sein.

  4. Jan 11. April 2025 um 13:54 Uhr - Antworten

    Die polygame Ehe, wenn wir sie denn demnächst einführen, wird sicher ein Renner! Aufgrund der Gleichstellung, müssen alle Kombinationen zugelassen werden, also hetero, homo und bi. Das wird unseren muslimischen Mitbürgern weniger gefallen.

    Damit ist aber die Entstehung einer neuen Rubrik „Heiteres Ehegericht“ absehbar, wenn verschiedene Eheteilnehmer auf Erfüllung der Ehelichen Pflicht klagen.

Regeln für Kommentare: Bitte bleibt respektvoll - keine Diffamierungen oder persönliche Angriffe. Keine Video-Links. Manche Kommentare werden erst nach Prüfung freigegeben, was gelegentlich länger dauern kann.

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