Polen hat Munition für zwei Wochen

28. März 2025von 2,3 Minuten Lesezeit

Der Chef des polnischen Nationalen Sicherheitsbüros erklärte, dass sich Polen nur zwei Wochen lang verteidigen könnte. Diese Aussage kommt inmitten des Vorwahlkampfes um die Präsidentschaft.

Polen stellt mit 220.000 Soldaten die größte Armee innerhalb der EU. Doch vor allem die Munitionslager dürften sich geleert haben. Einer der führenden Sicherheitsköpfe des Landes erklärte jüngst, dass die „Verteidigung mit den heutigen Beständen ein oder zwei Wochen lang durchgeführt werden“ könnte. In diesem Kontext wird natürlich auch nach neuer Aufrüstung gerufen.

In einer Diskussionsrunde wurde General Dariusz Lukowski gefragt, ob der Vorrat wirklich nur für fünf Kriegstage reichen könne. Seine Antwort: „Das ist in vielen Bereichen und bei vielen Munitionstypen möglich, aber man kann nicht sagen, dass wir bei allen Arten von Mitteln die gleiche Situation haben.“ Polen müsse aber seine Bestände wieder auffüllen. So gehe es laut dem Militäroffizier auch darum „damit wieder genügend Potenzial aufbauen werden, um Russland realistisch etwas entgegensetzen zu können“.

Zudem gehe es im polnischen Planspiel einer russischen Invasion – über Königsberg und/oder Belarus – darum, wie lange man sich verteidigen könne, bis Hilfe eintrifft. Während man in Polen das Szenario einer russischen Invasion als absolut realistisch betrachtet, weiß man auch, dass man diese Invasion nur mithilfe von Verbündeten bekämpfen könnte.

So hat Polen im Zuge der Lieferungen an die Ukraine seine Bestände zwar abgebaut, aber das „geschieht sehr vorsichtig, um in dieser Hinsicht nicht zu weit zu gehen“. Er fügte hinzu, dass „wir diese Bestände im Moment wieder auffüllen“.

Polen wählt im Mai einen neuen Präsidenten. Die EU-kritischen Kandidaten steigen in den Umfragen, auch, weil man der liberalen Regierung vorwirft, zu wenig für Polens militärischen Sektor zu tun. Es ist nicht ausgeschlossen, dass ein für Brüssel unerwünschter Kandidat es in die Stichwahl schafft. Aussichtsreichster Kandidat ist Slawomir Mentzen – TKP hat gestern über ihn berichtet. Die Kritik an der EU von den Kandidaten der Partei „Konföderation“: Man investiert in die Ukraine statt in Polen.

Polen hat laut offiziellen Zahlen bisher 4,91 % seines BIP für die Unterstützung der Ukraine ausgegeben, den größten Teil davon für die Unterstützung der Flüchtlinge. Allerdings hat Polen auch 100 Millionen Schuss Munition und mehr Panzer, Schützenpanzer und Flugzeuge als alle anderen Länder gespendet. Damit hat man auch die eigenen Bestände geleert. Mit diesem Geld, so die Kritik, hätte man Polens militärisch-industriellen Komplex entwickeln können und mehr Munition als für nur zwei Wochen.

Bild „Poland Stands with Ukraine“ by alisdare1 is licensed under CC BY-SA 2.0.

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7 Kommentare

  1. Der Zivilist 28. März 2025 um 10:52 Uhr - Antworten

    Polen ist doch schon vom Brüsseler Regime geschluckt, was gibt’s da noch zu verteidigen ???

  2. OMS 28. März 2025 um 9:02 Uhr - Antworten

    Hochrangige Militärs haben immer zu wenig von allem! Für Frieden aber immer noch viel zu viel! Diplomatie schafft Frieden, Waffen nie!

  3. local.man 28. März 2025 um 9:00 Uhr - Antworten

    Wir brauchen ja auch keine Munition in einem Übermaß.
    Welcher Feind soll denn vorhanden sein, außer die Besitzende Schicht selbst vielleicht?

    Wenn ich meinen Nachbaren in Ruhe lasse, wir ein gutes Verhältnis haben, brauche ich keine Waffe. Wenn ich sein haus ständig anzünde und seinen Garten niedertrampel, könnte es passieren, dass er sich wehrt und ich dann eine Waffe kaufe und wir uns gegenseitig abknallen.

    Wenn also irgendwelche Machthaber ständig Bomben werfen lassen und den anderen Sanktionieren und immer weiter einkreisen, kann es natürlich passieren, dass dieser sich dann wehrt.

    Selbst ein harmloses Tier wird sich bei zu weit in die Ecke gedrängt irgendwann zur wehr setzen und sichbefreien wollen.
    Will man dann als Aggressor schreien, schaut wie gefährlich der Hamster ist, habe ich es nicht immer gesagt? Töten wir ihn…
    So handeln und denken nur Geisteskranke…

  4. triple-delta 28. März 2025 um 8:56 Uhr - Antworten

    Die richtigen Fragen werden natürlich wieder nicht gestellt. Wer sollte Polen angreifen, um was zu erobern? Wie soll Polen nach einer Verteidigung aussehen und wo wollen die Polen dann leben? Wenn eine Verteidigung wirklich nur 2 Wochen dauern sollte, wäre das ja für die Menschen geradezu paradisisch. Es sei denn Israel greift an.

  5. Varus 28. März 2025 um 8:48 Uhr - Antworten

    So gehe es laut dem Militäroffizier auch darum „damit wieder genügend Potenzial aufbauen werden, um Russland realistisch etwas entgegensetzen zu können“.

    Wie wär’s mit: Nicht ständig in der Geschichte leben und sich mit Russland arrangieren? Wenn Trump es versucht, müsste es auch Polen schaffen, so unter Slawen im Borells „Dschungel“?

  6. Jan 28. März 2025 um 8:42 Uhr - Antworten

    Wenn man Krieg führen will, reicht es nicht, Munition einzukaufen. Man muss sie auch langfristig herstellen können! Dazu braucht es Lieferketten im Land, Kohleförderung, Stahlerzeugung, Kapazitäten. Es dürfte klar sein, dass China im Falle eines Krieges Stahllieferungen einstellt und Russland Gaslieferungen.

    Daher reicht es nicht, für Kriegschancen die Etats der Teilnehmer zu vergleichen, man muss die Ressourcen beachten!

    Wenn Europa Krieg gegen Russland führt und dazu das Öl Saudi-Arabiens benötigt, dann entscheiden die Interessen von Letzterem über den Erfolg.

    Deutschland führt gerade eine Deindustrialisierung durch und möchte Krieg führen? Dass im Krisenfalle die internationale Versorgung der Bevölkerung einbricht, sei am Rande auch erwähnt.

    Die Dumpfbacken können das nicht erkennen und jubeln Schildbürgern zu, die ein Himmelfahrtskommando planen.

    • Daisy 28. März 2025 um 8:54 Uhr - Antworten

      Die D. haben einen Einhorn-Jeep und Strazi, die auf dem Taurus reitet. Das ist unschlagbar. Bei diesem Anblick lacht sich der Russe txt… ;-)

Regeln für Kommentare: Bitte bleibt respektvoll - keine Diffamierungen oder persönliche Angriffe. Keine Video-Links. Manche Kommentare werden erst nach Prüfung freigegeben, was gelegentlich länger dauern kann.

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