Internationale Kritik an deutscher Corona-Regierungsstudie

14. Februar 2025von 3,7 Minuten Lesezeit

„Gut gemachte Studie“? Ein internationales Forscherteam hat erhebliche Mängel an einer RKI-Studie festgestellt, die sognannte „Corona-Maßnahmen“ für wirksam erklärt hat. 

Politische Wissenschaft: Die „Maßnahmen“ gegen Covid, politische Restriktionen eines autoritären Staates, wurden als „wissenschaftlich“ argumentiert. So entzog sich die Politik ihrer Verantwortung, argumentierte autoritäre Schritte als „notwendig“, „wirksam“ und „von Experten empfohlen“. Die Untersuchungen die man dafür hervorzugehen, sind wissenschaftlich mangelhaft – freundlich formuliert.

Hier die Meldung des Magazins Multipolar:

Ein internationales Forscherteam hat die Ergebnisse, der vom Robert Koch-Institut (RKI) in Kooperation mit der Universität Bielefeld durchgeführten „StopptCOVID-Studie“ bemängelt. Diese war vom Bundesgesundheitsministerium finanziert worden und erklärte die Corona-Maßnahmen der Bundesregierung für wirksam. Nach Überprüfung der Regierungsstudie kommt das interdisziplinäre Team aus Physikern, Medizinwissenschaftlern, Epidemiologen und Mathematikern nun jedoch zu dem Ergebnis, dass der Ansatz des Bundesgesundheitsministeriums „unzureichend“ sei, um die gesundheitlichen Auswirkungen von nicht-pharmakologischen Interventionen (NPI) zu ermitteln. Die Autoren der „StopptCOVID-Studie“ sollen aufgrund fehlerbehafteter Einflussfaktoren falsche Schlussfolgerungen gezogen haben.

Die Arbeit des unabhängigen Forscherteams wurde als Preprint veröffentlicht. Die Forscher, zu denen auch der weltweit renommierte Gesundheitswissenschaftler und Statistiker John Ioannidis gehört, haben anhand der Originaldaten die Modellrechnung des RKI und der Universität Bielefeld rekonstruiert und diese mit vergleichbaren statistischen Methoden ins Verhältnis gesetzt. Bei der rekonstruierten Modellrechnung fiel den Wissenschaftlern auf, dass darin einflussreiche Faktoren wie beispielsweise eine Steigerung der Anzahl der Corona-Tests nicht berücksichtigt wurden. Zudem seien Abhängigkeiten zwischen als unabhängig angenommenen Faktoren der Modellrechnung nicht ausreichend analysiert worden. Aufgrund dieser Mängel erklären Ioannidis und seine Kollegen, dass die Schätzungen in der RKI-Studie „aus statistischer Sicht nicht gültig sind“. Für keine der deutschen Corona-Maßnahmen ergeben sich „belastbare Effekte“, zitiert die Tageszeitung „Welt“ aus der Studie.

Nach Überprüfung und Anpassung der entsprechenden Einflussgrößen haben die Forscher die Auswirkungen der Maßnahmen auf die Ausbreitung der Krankheit anhand verschiedener statistischer Methoden neu berechnet. Dabei stellte sich heraus, dass die vom RKI und der Universität Bielefeld ermittelten größten positiven Effekte, die Einschränkung von Versammlungen im öffentlichen Raum sowie die Impfung, deutlich geringer ausfallen. Zudem seien die Erwartungsbereiche in der „StopptCOVID-Studie“ allesamt „wesentlich“ zu eng angegeben worden. Dies hat zur Folge, dass viele Maßnahmen auch einen deutlich negativeren Effekt gehabt und die Ausbreitung der Krankheit somit begünstigt haben könnten. Hierunter fallen laut den Angaben der Forscher insbesondere Einschränkungen in Schulen, Kontaktbeschränkungen in privaten Räumen und am Arbeitsplatz, Beschränkungen von öffentlichen Veranstaltungen im Außenbereich, Einschränkungen im Groß- und Einzelhandel sowie die Maskenpflicht.

Die Neuberechnung habe gezeigt, dass lediglich die Impfung eine statistisch größtenteils eindeutige Verminderung der Krankheitsausbreitung leistete. Die Ergebnisse der Überprüfung seien jedoch insoweit eingeschränkt, dass im Zusammenhang mit der Impfung gegen saisonale Atemwegserkrankungen eine höhere Durchimpfungsrate unter bestimmten Bedingungen die Infektionsspitzen erhöhen könne. Ähnliche Krankheitsdynamiken würden seit langem auch für Röteln und Masern untersucht. Um eine solide Bewertung und Anpassung der NPIs zu ermöglichen, sollten künftige Interventionen im Bereich der öffentlichen Gesundheit mit einer ausreichenden Beobachtungszeit vor und nach der Intervention konzipiert werden, um eine aussagekräftige Bestimmung der Auswirkungen zu ermöglichen, erläutern die Forscher.

Die Ende Januar veröffentlichte Validierung der „StopptCOVID-Studie“ befindet sich noch im Preprint-Status. Auch die RKI-Studie selbst hat bis heute noch keinen Peer-Review-Prozess durchlaufen. Die darin verwendeten Rohdaten sowie die zugrunde liegende Modellrechnung waren zunächst nicht öffentlich zugänglich. Erst auf Drängen des Vizepräsidenten des Deutschen Bundestages Wolfgang Kubicki (FDP) mit Unterstützung des Kanzleramtsministers Wolfgang Schmidt (SPD) hatte Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) diese Daten im März 2024 zur Verfügung gestellt.

Bereits kurz nach der ersten Veröffentlichung des Abschlussberichts der Studie im Juli 2023 wurde von wissenschaftlicher Seite deren Aussagekraft und Ergebnisse angezweifelt. Unter dem Begriff „Garbage in – garbage out“ hatten unabhängige Forscher bereits damals die unzureichende Datenlage, nicht berücksichtigte Einflussfaktoren sowie die Intransparenz der zugrunde liegenden Daten kritisiert. Regierungskritische Medien deckten erhebliche Mängel bei den Grundannahmen und den Schlussfolgerungen der Studie auf. Deutsche Leitmedien hingegen berichteten positiv über deren Ergebnisse beziehungsweise erwähnten die Kritik daran nicht. Lediglich die „Neue Zürcher Zeitung“ hatte auch kritischen Stimmen Raum gegeben.

Bild „Social distancing statt Lagerkoller [Social distancing instead of lockdown fatigue]“ by aestheticsofcrisis is licensed under CC BY-NC-SA 2.0.

Unsere Arbeit ist spendenfinanziert – wir bitten um Unterstützung.

Folge TKP auf Telegram oder GETTR und abonniere unseren Newsletter.


2 Kommentare

  1. W. Baehring 15. Februar 2025 um 12:39 Uhr - Antworten

    Zitat: „Die Neuberechnung habe gezeigt, dass lediglich die Impfung eine statistisch größtenteils eindeutige Verminderung der Krankheitsausbreitung leistete“.
    Nanu, wie das?
    Wenn inzwischen sogar die EMA begriffen UND (allerdings nur auf Anfrage) kommuniziert hat, dass die „Impfung“ weder die Viren-Ansteckung noch die Viren-Weiterverbreitung verhindert (kann sie auch nicht, weil sie als intramuskuläre Impfung gegen respiratorische Viren keine sekretorischen Antikörper auf den Schleimhäuten generiert), ist es ja höchst bemerkenswert, dass die Studie nun herausfindet, dass (Zitat) „lediglich die Impfung eine statistisch größtenteils eindeutige Verminderung der Krankheitsausbreitung leistete“.
    Vielleicht sollten die Autoren Ihre „Neuberechnung“ bzw. die dafür ausgewählten Parameter-Werte noch mal überprüfen!
    Oder gehört die UNI Oxford, die ja maßgeblich an der „Erfindung“ des AstraZeneca-„Impfstoffes“ mitgewirkt haben soll, zur Trägerschaft der Studie?
    Dann wäre das o.g. Ergebnis allerdings plausibel!

  2. Pfeiffer C 14. Februar 2025 um 14:21 Uhr - Antworten

    „Gut gemachte RKI-Studie“? Die Politik entzog sich ihrer Verantwortung, argumentierte autoritäre Schritte als „notwendig“, „wirksam“ und „von Experten empfohlen“. Die Untersuchungen die man dafür hervorzugehen, sind wissenschaftlich mangelhaft – freundlich formuliert.

    Im Hintergrund die soeben beendete Radiosendung des Hetz- Schmäh- und Lügensenders Ö1 punkteins „Die Masche mit Lug und Trug“, gestaltet & moderiert von Andreas Obrecht. Gast ist Prof. Dr. Michael Saller, Jurist, Professor für Wirtschaftsrecht an der Ernst-Abbe-University of Applied Sciences in Jena, sowie Special Council in einer führenden Wirtschaftskanzlei in Frankfurt.

    Vorab: In der gesamten Sendung kommt der Begriff Corona nicht vor.

    Nur einmal sagt der Moderator Obrecht wörtlich auf der Metaebene: „Wir lügen, weil wir zur Wahrheit erzogen wurden“.

    Der an der Universität Oxford ausgebildete Gast Michael Saller, Jurist, Professor für Wirtschaftsrecht, hat viele Jahre als Ermittler beim deutschen Bundeskartellamt gearbeitet. In dieser Funktion führte er zahlreiche brisante Vernehmungen durch. Tricksterei, Lüge, Verschweigen, Irrtum – die Grenzen sind oft fließend und nicht immer kooperieren die Zeugen oder die Beschuldigten mit den Ermittlern. Gibt es überhaupt handfeste Strategien, um die Wahrheit ans Tageslicht zu bringen? – Fragt der Radiosender scheinheilig im Anreissertext.

    Hier ein ergänzender Blick auf die aktuelle HP der Universität Oxford:

    Forscher der Universität Oxford stehen an vorderster Front der weltweiten Bemühungen, das Coronavirus (COVID-19) zu verstehen und unsere Gemeinschaften zu schützen.

    Neueste Forschung und Analyse: An der Arbeit von der Impfstoffentwicklung bis zur Kartierung sind über 20 Abteilungen von der Medizin bis zu den Geisteswissenschaften beteiligt.

    Oxford-Impfstoff rettete im ersten Jahr seiner Einführung die meisten Leben

    Neuartiger All-in-One-Impfstoff zur Bekämpfung künftiger Bedrohungen durch das Coronavirus entwickelt

    COVID-19-Impfstoff schützt Menschen jeden Körpergewichts vor Krankenhausaufenthalt und Tod

    Com-COV-Impfstoffstudie untersucht Möglichkeiten einer dritten Auffrischungsdosis für 12- bis 15-Jährige

    Com-COV-Studie unterstützt flexible Priming-Intervalle in Standard-/Mischplänen

    Sarah Gilbert erhält den Sunhak-Friedenspreis

    Wir müssen die Regeln einer Welt nach der Pandemie definieren usw und so fort…

    Der an der Universität Oxford ausgebildete Jurist & Radiogast Michael Saller, Spezialist für Aufdeckung von Tricksterei, Lüge, Verschweigen, Irrtum – die Grenzen sind oft fließend und nicht immer kooperieren die Zeugen oder die Beschuldigten mit den Ermittlern –

    Der Universität Oxford ausgebildete Gastalso hat vielleicht nur vergessen, daß „seine Oxford-Uni“ ein hochkriminelles, wissenschaftliches Fundament des größten, globalen Pharmaskandals aller Zeiten ist:

    Mit leicht, mittelschwer, schwer, allerschwerst oder gar tödlich Geschädigten in Form einer dystopisch desaströsen Gesamtzahl!

Regeln für Kommentare: Bitte bleibt respektvoll - keine Diffamierungen oder persönliche Angriffe. Keine Video-Links. Manche Kommentare werden erst nach Prüfung freigegeben, was gelegentlich länger dauern kann.

Regeln für Kommentare: Bitte bleibt respektvoll - keine Diffamierungen oder persönliche Angriffe. Keine Video-Links. Manche Kommentare werden erst nach Prüfung freigegeben, was gelegentlich länger dauern kann.

Aktuelle Beiträge