Rumänischer Volkspräsident: Ukraine wird geteilt

30. Januar 2025von 2,8 Minuten Lesezeit

Die Ukraine werde aufgeteilt werden und Rumänien soll sich daran beteiligen, das erklärte der „Volkspräsident“ Calin Georgescu in einem Interview am Mittwoch.

Neue Aufregung um Calin Georgescu, den rumänischen Wahlsieger und nun nicht-anerkannten „Volkspräsidenten“: In einem Interview mit dem Journalisten Ion Cristoiu bezeichnete er die Ukraine als „fiktiven Staat“, der aufgeteilt werden würde. Auch Rumänien müsse sich an dieser Aufteilung beteiligen. Für Gegner Georgescus ein weiterer Grund, warum er bei der Wahlwiederholung im Mai nicht mehr antreten darf.

Die Ukraine würde von Russland besiegt werden, erklärte Georgescu, und dann würde der Staat aufgeteilt. „Die nördliche Bukowina, Bugeac (südliches Bessarabien), die nördliche Maramureș“ sollten dann zu Rumänien übergehen:

„Die Welt verändert sich, die Grenzen werden sich verändern. Wenn sich die Grenzen ändern, wo sind wir dann? Wir haben die Nord-Bukowina – Interesse, wir haben den Bugeac, wir haben Nord-Maramureș, aus dem ehemaligen Transkarpatien, Die Ungarn werden noch ein bisschen übrig haben. Lemberg, das bei den Polen bleiben wird, und Kleinrussland.“

Hier ein kleiner Auszug aus dem Interview mit dem Journalisten Ion Cristou auf dessen Kanal übersetzt von der rumänischen Seite Hot News.

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Călin Georgescu: „Sicher, zu 100 Prozent. Es gibt keine andere Möglichkeit, der Weg ist unvermeidlich. Die Ukraine ist ein erfundener Staat: die Ukrainische Sozialistische Sowjetrepublik.“

  • Ion Cristoiu: Welches Interesse hat Trump daran, den Frieden zu erzwingen?

Călin Georgescu: „Der Krieg ist verloren. Sie (die Amerikaner, Anm. d. Red.) wissen das, und sie wollen mit Würde abtreten.“

Offenbar dürfte Georgescu selbst nicht mehr daran glauben, dass er noch einmal zur Wahl zugelassen werden wird. Das zeigt der Fall Diana Șoșoaca. Sie wollte ebenfalls bei der Wahl Ende 2024 antreten, zuvor hatte sie als rumänische Senatorin ein Gesetz eingebracht, das die Ratifizierung des Vertrags über gute Nachbarschaft und Zusammenarbeit zwischen Rumänien und der Ukraine ändern sollte. Sie machte deutlich klar, dass dies ein Schritt sei, um ehemalige historische Gebiete Rumäniens zurückzubekommen.

Diana Șoșoaca wurde vom Verfassungsgericht mit der Begründung, sie habe die rumänische Rechtsstaatlichkeit bekämpft, die NATO diskreditiert, russische Propaganda verbreitet und zum Austritt aus der EU und dem Nordatlantikbündnis aufgerufen, nicht zur Präsidentschaftswahl zugelassen.

In Artikel 3 der rumänischen Verfassung heißt es ausdrücklich: „Die Grenzen Rumäniens werden durch ein organisches Gesetz festgelegt, das mit den Grundsätzen und anderen allgemein anerkannten Regeln des Völkerrechts im Einklang steht (…) Ausländische Bevölkerungsgruppen dürfen nicht auf dem Gebiet des rumänischen Staates vertrieben oder kolonisiert werden.“

Eine Forderung nach Veränderung der rumänischen Grenzen sei außerhalb des Verfassungsbogens, so argumentiert das rumänische Establishment. Solche Kandidaten dürften deshalb nicht zu einem Wahlprozess erlaubt sein. Kaum ein Beobachter glaubt noch, dass Georgescu noch einmal zur Wahl zugelassen werden wird. Vermutlich wird eine endgültige Entscheidung darüber aber in Washington und nicht in Bukarest getroffen.

Hier das Interview, das bisher nur auf Rumänisch verfügbar ist:

Bild Privesc.Eu România, 2025 Romanian protest against annulment of presidential electionCC BY 3.0

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8 Kommentare

  1. Michael Rosemeyer 27. März 2025 um 19:25 Uhr - Antworten

    Elon Musk teilt die Erklärung von Jeffrey Sachs über Ursachen des Ukraine Krieges
    2024_11_12
    https://tkp.at/2024/11/12/elon-musk-teilt-die-erklaerung-von-jeffrey-sachs-ueber-ursachen-des-ukraine-krieges/
    https://x.com/elonmusk/status/1856172877688570095

    Große Mehrheit in Ukraine will sofortige Friedensverhandlungen
    2025_01_15
    https://tkp.at/2025/01/15/grosse-mehrheit-in-ukraine-will-sofortige-friedensverhandlungen/

    Ukraine-Parlament demütigt Selenski
    „die Legitimität des Präsidenten allerdings abgelehnt.“
    2025_02_25
    https://tkp.at/2025/02/25/ukraine-parlament-demuetigt-selenski/

  2. cwsuisse 31. Januar 2025 um 12:18 Uhr - Antworten

    In der EU sind die Wähler reine Statisten, die nach Belieben dirigiert, manipuliert und geschröpft werden.

  3. Varus 31. Januar 2025 um 2:46 Uhr - Antworten

    „Der Krieg ist verloren. Sie (die Amerikaner, Anm. d. Red.) wissen das, und sie wollen mit Würde abtreten.“

    Der Krieg war ein Wokes Projekt – Trump kann sämtliche Verantwortung auf Biden, Blinken und die Woken Westeuropas abwälzen. In diesem Fall ist es für Trump günstiger, wenn dieses Projekt nicht mit Würde, sondern mit maximaler Schmach für die Woken endet.

    Wenig Würde findet man in Tusk-Hetze gegen etliche PiS-Leute in Polen, die durchaus an Bidens Lawfare gegen Trump selbst erinnert. Das sollte ihn mahnen, besser das Woke Projekt zu opfern, um die Wokeness endlich zu zerschlagen. Sogar Böses Medium brachte gestern einen Artikel über die Ereignisse in Polen, aus welchem Land ein Politiker nach Ungarn geflohen ist – und den möglichen EUdSSR-Zerfall.

    Erstaunlich, dass so sehr gegen die rumänische Verfassung sein sollte, wenn eine Provinz hinzu käme – normalerweise schützen Verfassungen vor Grenzänderungen in die umgekehrte Richtung. Ob Orban bei Gelegenheit Transkarpatien nehmen könnte? Solche Initiative traue ich ihm mehr zu, als Tusk in Lemberg – normalerweise macht er, was in Brüssel angesagt wird. Morawiecki hätte vielleicht die Chance ergriffen, wenn die Amis ihm das erlaubt hätten.

  4. UU89 30. Januar 2025 um 22:54 Uhr - Antworten

    Letztlich ist JEDER Nationalstaat eine künstliche Erfindung. Da scheint Georgescu mit dem Denken auf halben Weg stehen zu bleiben. Ist wohl – salopp formuliert – ein rechter Knallkopf bzw. ein Narzisst, der sich gerne in Szene setzt.

    Wenn Austrittswunsch aus EU oder NATO dazu führt, dass mensch nicht kandidieren darf, ja, dann haben EU und NATO doch diktatorische und menschenrechtsfeindliche Tendenzen.

    Die marktkonforme Parteiendemokratur ist eine sehr grobe und entfernte Annäherung an die Demokratie. Wahrhaftige Demokratie beruht auf dem Konsen mit dem alle gut leben können und setzt auch voraus, dass die Machtunterschiede und letztlich auch die Einkommens- und Vermögensunterschiede nicht allzu groß sind. Früher wurde eine Gehaltsspanne von eins zu sechs als gerecht empfunden. Heute zieht eine kleine, hochkriminelle Oberschicht auf Kosten aller davon. Und die überflüssig gemachten unteren Schichten werden in künstlich geschürte Kriege getrieben.

  5. OMS 30. Januar 2025 um 12:20 Uhr - Antworten

    Weit haben wir es gebracht in Europa. Wenn ein „Volkspräsident“ Calin Georgescu seine Meinung äußert, entscheidet Brüssel bzw. Washington ob ein Wahlergebnis anerkannt oder verworfen wird. Das hat mit Demokratie und Meinungsfreiheit nichts mehr zu tun. Das ist Diktatur. Wenn der Krieg beendet ist, sollte man das Volk befragen, denn was im völkerrechtswidrigen Jugoslawienkrieg der NATO-EU rechtens war, muss auch für die Ukraine gelten. Dass einige Volksgruppen mit den Nazis in Kiew nichts zu tun haben wollen, ist voll verständlich. Darum Volksentscheid und keine US-EU-NATO Diktatur!

    • triple-delta 30. Januar 2025 um 15:25 Uhr - Antworten

      Es gab noch nie Demokratie dem Wortsinn nach. Alle Klassengesellschaften sind Diktaturen, auch und vor allem der Kapitalismus. Die bürgerliche Demokratie ist nur eine Simulation, damit das Volk bei Laune gehalten wird und auch nur so lange, wie diese nicht zu teuer wird.

      • Dr. Rolf Lindner 30. Januar 2025 um 21:11 Uhr

        Soeben bei Milosz Matischeck gelesen: Debilokratie – das trifft es wohl besser.

    • Antermoya 30. Januar 2025 um 19:11 Uhr - Antworten

      Da in der EU die „Regierenden“ nicht gewählt werden können, und zwar ganz offiziell, steht ihr (der EU und auch der vdL) nicht zu, das Wort Demokratie im Zusammenhang mit „ihrer Tätigkeit“ zu bringen.
      Wir erinnern uns an Versailles vor etwas mehr als hundert Jahren – erinnern ist gut 😂 – wie bewußt willkürlich die Grenzen zwischen den Staaten neu gezogen wurden und wer dafür verantwortlich war …

Regeln für Kommentare: Bitte bleibt respektvoll - keine Diffamierungen oder persönliche Angriffe. Keine Video-Links. Manche Kommentare werden erst nach Prüfung freigegeben, was gelegentlich länger dauern kann.

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