Nach Facebook lockert auch Google Meinungsdiktatur

17. Januar 2025von 2,4 Minuten Lesezeit

Schwerer Schlag für die EU-Kommission: Google hat Brüssel mitgeteilt, dass man sich nicht dem umstrittenen Digital Service Act und seinem Faktencheck-Zwang unterwerfen werde. 

Google wird entgegen der gesetzlichen Lage in der EU keine Faktenprüfung mehr auf der weltgrößten Suchmaschine und anderen Plattformen des Imperiums, wie etwa Youtube. Man pfeift auf den umstrittenen Digital Service Act (DSA). Ein klares Zeichen gegen die EU-Bürokraten und ein weiteres Zeichen für die Abkehr von Big Tech vom sogenannten „Wokeismus“.

Axios berichtet am Freitag exklusiv über die neue Politik Googles. So habe der Konzern der EU bereits mitgeteilt, „dass es trotz der Anforderungen eines neuen EU-Gesetzes keine Faktenüberprüfungen in die Suchergebnisse und YouTube-Videos einbauen oder sie bei der Einstufung oder Entfernung von Inhalten verwenden wird.“

Google hat Faktenchecks nie als Teil seiner Praktiken zur Moderation von Inhalten aufgenommen – anders als Facebook. Schon zuvor hatte das Unternehmen der EU signalisiert, dass man nicht vorhabe, diese Praxis zu ändern – entgegen neuen EU-Vorgaben.

Im Schreiben erklärt man der EU, dass man nicht vorhabe, dem DSA zu folgen.  „Google wird sich von allen Verpflichtungen zur Faktenüberprüfung im Kodex zurückziehen, bevor dieser zu einem DSA-Verhaltenskodex wird“, schrieb er.

In einem Brief an Renate Nikolay, die stellvertretende Generaldirektorin für Inhalte und Technologie bei der Europäischen Kommission, erklärte Kent Walker, der für globale Angelegenheiten zuständige Präsident von Google, dass die im neuen Verhaltenskodex für Desinformation der Kommission geforderte Integration der Faktenüberprüfung „für unsere Dienste einfach nicht angemessen oder effektiv ist“ und dass Google sich nicht dazu verpflichten werde. Google zeigt der EU den Mittelfinger und erklärt den Bürokraten der Kommission, wer das Sagen hat. Es ist der US-Konzern.

Das neue Gesetz hätte Google dazu verpflichtet, Faktencheck-Ergebnisse neben den Google-Suchergebnissen und YouTube-Videos einzubinden. Es würde Google auch dazu zwingen, die Überprüfung von Fakten in seine Ranking-Systeme und Algorithmen einzubauen.

Völlig freie und unmoderierte Rede gibt es deshalb auf Google jetzt natürlich nicht. Noch immer bestimmt der Konzern und kontrolliert, was auf seinen Plattformen passiert. So argumentiert Walker auch, dass Googles derzeitiger Ansatz zur Inhaltsmoderation funktionieren würde. Man verwies auf die „erfolgreiche Inhaltsmoderation während des beispiellosen Zyklus globaler Wahlen“ im letzten Jahr.

Zudem experimentiere Google ebenfalls mit „Community Notes“, die zunächst auf X eingeführt worden waren. Auch Meta greift nun auf ein solches System zurück. Google, so der Konzern, werde „weiterhin in die Verbesserung seiner derzeitigen Praktiken zur Inhaltsmoderation investieren, die sich darauf konzentrieren, den Nutzern mehr Informationen über ihre Suchergebnisse durch Funktionen wie Synth ID-Wasserzeichen und KI-Offenlegungen auf YouTube zu liefern.“

Bild „google cricket stress ball“ by osde8info is licensed under CC BY-SA 2.0.

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6 Kommentare

  1. therMOnukular 17. Januar 2025 um 22:21 Uhr - Antworten

    Es „trendet“ sagt dazu der moderne Mensch. So, wie schon „Bio“ oder „Klimaneutral“ mal „getrendet“ ist.

    Alles hat einmal ein Ende – und manches nimmt (sich) ein böses solches. Besonders die Trends der Saison.

  2. Pfeiffer C 17. Januar 2025 um 19:56 Uhr - Antworten

    Schwerer Schlag gegen den Digital Service Act der EU-Kommission = Schwerer Schlag gegen das EU-Wahrheitsministerium.

    Zum Thema, hier:

    Im aktuellen schweinchenrosanen Drecksblatt „Amis-Wille & Bronners Beitrag“ entblödet man sich nicht, unter dem Kolumnen-Titel „Wohin die Reise für die freien Medien geht“ von Olivera Stajić u.a. solche Sätze (modifiziert) zu formulieren:

    Journalismusfreie Echokammer – Sie füttern ihre Anhänger und Anhängerinnen regelmäßig mit parteiischen Inhalten, während sie alles andere diffamieren und sich dem demokratischen Diskurs entziehen. Das ist „im Kern demokratiefeindlich“, denn Medien als „vierte Gewalt“ sind eine wichtige Kontrollinstanz der Demokratie.

    Ihre Sympathisanten befinden sich also seit Jahren in einer antidemokratischen, journalismusfreien, medialen Echokammer, in der es keine Kritik und keine Gegenstimme gibt, sondern lediglich wokeparteiische und damit ideologische gefärbte Inhalte.

    Eine famose Selbstbeschreibung der medial-betriebseigenen Haltungsperversion! Früher hieß es „Die Stimme der Vernunft ist leise“, ist verdammt lange her; es gilt schon lange: „Die Schrille der Blödigkeit ist ohrenbetäubend!“ –

    Reden wir über Pressefreiheit und unabhängige Medien (Copyright Gerald Markel):

    Pressefreiheit ist NICHT das Recht der Presse, sich selbst als Gatekeeper der Informationen zu sehen, darüber zu entscheiden, welche Informationen und vor allem welche Schlussfolgerungen aus Informationen weitergegeben werden.

    Pressefreiheit bedeutet NICHT, den Menschen geframte und vorsortierte Informationen zu geben, um sie zu einem Urteil zu leiten, das der politischen Überzeugung des Mediums oder des Verfassers des Beitrags entspricht.

    Pressefreiheit bedeutet die Freiheit, die Mächtigen, das System und den Deep State zu kontrollieren, zu kritisieren, Missstände, Missbrauch und Missinformation seitens der ANGESTELLTEN, der Repräsentanten oder des Systems aufzudecken!

    Pressefreiheit bedeutet NICHT, das VOLK, die WÄHLER, die MENSCHEN zu kontrollieren und zu attackieren, um das System, die Mächtigen, unser aller Angestellte, zu beschützen!

    Pressefreiheit bedeutet NICHT, sich selbst als Handlanger der Herrschenden zu verdingen, sich zu prostituieren und die Propagandaorgel der Machtmaschine zu sein.

    Die Pressefreiheit ist NICHT bedroht, wenn man die Fakten ausspricht, dass nämlich der allergrößte Teil der Tastaturaktivisten, die sich selbst fälschlicherweise als Journalisten bezeichnen, vor allem Anderen die eigene Überzeugungen transportieren will.

    Die Pressefreiheit ist NICHT bedroht, wenn man die unverschämte Bevorzugung der gender-klima-migranten-woken Propagandaorgeln abschaffen will, wenn man Steuergeld nicht zum Kauf von Meinungsmache, sondern zur gleichwertigen und transparenten Unterstützung ALLER Arten von Medien einsetzen will.

    Und da sind wir bei der sogenannten „Unabhängigkeit“ der Medien angelangt, die angeblich von den pösen Räächten (=alles nichtstromlinienförmige) bedroht ist.

    Es ist eine Verhöhnung der Intelligenz der Menschen, zu behaupten, die Mainstreammedien seien „unabhängig“.

    Kein einziges Mainstreammedium würde ohne Zwangssteuern oder Förderungs/Inseratenkorruption auch nur ein Jahr weiter existieren können.

    Dementsprechend enttäuscht hat sich längst die überwältigende Mehrheit der Menschen von diesen Propagandaorgeln abgewandt, die Reichweiten der Mainstreammedien werden längst von Alternativen oder Einzelkämpfern übertroffen.

    Ohne die schützende Hand der Machtmaschine, der Systemparteien und ihrer Freier mit dem Zugang zum Steuergeld würde kein Mainstreammedium mehr wirtschaftlich existieren.

    Unabhängige Medien gibt es im Mainstream kein einziges mehr, wer von Förderungen und Inseratenkorruption abhängig ist, der darf das Wort „unabhängig“ eigentlich gar nicht mehr laut aussprechen.

    Was sich derzeit in Deutschlands/Österreichs Medien abspielt, ist ein verzweifelter Überlebenskampf abhängiger Tastaturaktivisten, die immer hysterischer und plumper versuchen, ihren Arsch zu retten, die versuchen, die einzige Geldquelle nicht versiegen zu sehen, die Ihre Existenz sichert, und die den Verlust der Deutungshoheit und des Informationsmonopols nicht verkraften können.

    Und danke für die Aufmerksamkeit, geht eh gleich wieder…

    Textgrundlagen:
    Rosanes Scheißblatt (Selbstbezeichnung für Bettel-Kampein (Gedenkminute Waldheim)
    Kontrapunkt: alexander-wallasch – „Reden wir über Pressefreiheit und unabhängige Medien“ Gerald Markel

  3. Varus 17. Januar 2025 um 15:25 Uhr - Antworten

    Schwerer Schlag für die EU-Kommission: Google hat Brüssel mitgeteilt, dass man sich nicht dem umstrittenen Digital Service Act und seinem Faktencheck-Zwang unterwerfen werde.

    Dazu finde ich diesen TKP-Artikel über den Einfluss der Politik auf die US-Digitalkonzerne: https://tkp.at/2024/08/01/e-mail-leaks-in-usa-zeigen-einfluss-der-politik-auf-soziale-medien/ Vermutlich müsste man eher vom Einfluss des Deep State reden – laut einem Dugin-Artikel schaltete der US-Deep-State diesmal von der Wokeness auf den Trumpismus um (anders als in der ersten Trump-Amtsperiode). Wenn es stimmt, haben die US-Konzerne den Tiefen Staat hinter dem Rücken, wenn sie das Euro-Wokistan herausfordern – als Euro-Popanz in Brüssel würde ich lieber von der Lungenentzündung direkt in eine Gesundheitsrente gehen.

    • Varus 17. Januar 2025 um 15:49 Uhr - Antworten

      Eine Schlagzeile im gewissen nichtwestlichen Medium: „Pulitzer-Preisträger und Trump-Kritiker wegen Besitzes von Kinderpornografie verhaftet“ – der Ami-Herr war sicherlich mächtig linksliberal und „aufgewacht“. Wahrscheinlich dürfte Dugin Recht haben – was wird jetzt noch alles auftauchen? Flüge auf die Epstein-Insel, Korruption mit Geld „für Klima“… So wie die Woken sich dreist für unantastbar hielten, US-Dienste haben sicherlich viel Material angesammelt – und werden es offenbar verwenden. Sicherlich auch in Westeuropa.

      • Sabine Schoenfelder 17. Januar 2025 um 16:07 Uhr

        „ Pulitzer-Preisträger und Trump-Kritiker wegen Besitzes von Kinderpornografie verhaftet“.
        Wer denn ?

      • Varus 17. Januar 2025 um 16:13 Uhr

        Den Artikel im Bösen Medium darf ich nicht verlinken, aber den Wikipedia-Artikel – dort wird die Verhaftung schon erwähnt: https://en.wikipedia.org/wiki/Darrin_Bell

        Es mag eine Art Verschwörungstheorie sein, doch ich vermute stark, dass es mit kommenden Abrechnungen mit den Woken zu tun haben könnte.

Regeln für Kommentare: Bitte bleibt respektvoll - keine Diffamierungen oder persönliche Angriffe. Keine Video-Links. Manche Kommentare werden erst nach Prüfung freigegeben, was gelegentlich länger dauern kann.

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