Rocky Mountains vor 6000 Jahren eisfrei(er)

14. Januar 2025von 2,7 Minuten Lesezeit

Die Eisschmelze in  den Rocky Mountains bringen Bäume hervor, die zeigen, dass das Gebirge schon vor 6000 Jahren eisfrei war – zumindest auf über 3000 Meter. 

Das Schmelzen des Gletschers in den Rocky Mountains legte einen 5900 Jahre alten Weißrindenkiefernwald frei. Bei einer archäologischen Untersuchung auf dem Beartooth-Plateau in Wyoming fanden die Wissenschaftler mehr als 30 Bäume in einer Höhe von etwa 3100 Metern über dem Meeresspiegel – 180 Meter höher als die heutige Baumgrenze. Der Gletscher, der gerade schmilzt, ist also kein „ewiges Eis“.

Die offensichtliche Erkenntnis von Whitlock, Montana State University: „Weißrindenkiefern (Pinus albicaulis) wachsen heute nicht mehr in dieser Höhe, so dass diese Kiefern zu einer Zeit gewachsen sein müssen, als das Klima wärmer war.“

Die Bäume stammen aus der Zeit vor 5950 bis 5440 Jahren. Damals nahmen die Temperaturen stetig ab. News Scientist, das über die Entdeckung berichtet, schreibt dazu:

Eiskerndaten aus Ländern wie der Antarktis und Grönland deuten darauf hin, dass diese sinkenden Temperaturen durch jahrhundertelange Vulkanausbrüche auf der Nordhalbkugel beeinflusst wurden. Diese produzierten genügend Luftsedimente, um das Sonnenlicht nicht durchzulassen und die globalen Temperaturen zu senken, bis die Umgebung zu kalt war, als dass die Bäume in höheren Lagen hätten überleben können.

Die neu entdeckten Bäume liegen zwar flach, sind aber in einem außergewöhnlichen Zustand, was darauf hindeutet, dass sie nach dem Tod schnell konserviert wurden. Obwohl es keine Hinweise darauf gibt, dass sie von Lawinen verschüttet wurden, weisen sie Spuren auf, die mit der Ausdehnung der heutigen Eisfläche übereinstimmen.

Klimamodelle deuten darauf hin, dass weitere anhaltende Vulkanausbrüche in Island vor 5100 Jahren zu einem weiteren Temperaturrückgang geführt haben, sagt Joe McConnell vom Desert Research Institute in Nevada. Diese niedrigeren Temperaturen dehnten die Eisfläche aus und sorgten dafür, dass „die umgestürzten Bäume im Eis eingeschlossen und für die nächsten 5000 Jahre vor den Elementen geschützt waren“, sagt er.

Erst in den letzten Jahrzehnten sind die Temperaturen so weit angestiegen, dass die Bäume aus ihrer eisigen Krypta befreit wurden. Die derzeitige Baumgrenze wird sich in den kommenden Jahrzehnten mit steigenden Temperaturen wahrscheinlich nach oben verschieben“, so Whitlock.

Man könnte nun, leicht sarkastisch, fragen, woher denn die früheren warmen Temperaturen gekommen sind: Lag es etwa an den Emissionen aus dem Neandertal und nach dem Aussterben dieser Menschen wurde die Erde kälter? Gemeinsam mit den Vulkanausbrüchen natürlich.

Der freigelegte Wald belegt, dass die Erde bereits wärmere Temperaturen erlebt hat, was die Wissenschaftler aber nicht stört. Stattdessen sagt Whitlock:

„Diese Entdeckung war aufgrund des vom Menschen verursachten Klimawandels möglich – steigende Temperaturen legen nun Gebiete frei, die seit Jahrtausenden unter Eis begraben waren, Solche Entdeckungen sind zwar wissenschaftlich interessant, aber sie sind auch eine traurige Erinnerung daran, wie anfällig alpine Ökosysteme für den Klimawandel sind.“

Der offensichtliche Elefant im Raum wird gar nicht erst erwähnt. Man sieht ihn nicht.

Bild „Colorado Rocky Mountain Autumn Beauty“ by Striking Photography by Bo Insogna is licensed under CC BY-NC-ND 2.0.

Unsere Arbeit ist spendenfinanziert – wir bitten um Unterstützung.

Folge TKP auf Telegram oder GETTR und abonniere unseren Newsletter.



8 Kommentare

  1. bekir 15. Januar 2025 um 18:49 Uhr - Antworten

    „Atlantikzirkulation seit Jahrzehnten stabil

    Eine Studie der Universität Bern und der Woods Hole Oceanographic Institution in den USA kommt zum Schluss, dass sich die Ozeanzirkulation im Nordatlantik, zu der auch der Golfstrom gehört, in den vergangenen 60 Jahren noch nicht abgeschwächt hat. Diese Ergebnisse widersprechen bisherigen Annahmen“.

    Man hätte auch sagen können: … sie widersprechen bisheriger Panikmache.

    https://mediarelations.unibe.ch/medienmitteilungen/2025/medienmitteilungen_2025/atlantikzirkulation_seit_jahrzehnten_stabil/index_ger.html

  2. rudifluegl 15. Januar 2025 um 4:10 Uhr - Antworten

    Ich hatte mir bereits Berichte aus China oder Mesepotamien angeschaut, plus verschiedene Auslöser von Völkerwanderungen, nachdem die Allwissenden behaupteten, die Warmzeiten vor 5000 Jahren wäre eine europäischen Besonderheit.
    Das ist wieder ein wichtiger Punkt gegen das Narrativ!!!
    Berichte von der südlichen Halbkugel fehlen noch!

  3. Vortex 15. Januar 2025 um 3:34 Uhr - Antworten

    Zumindest kommt so manches zum Vorschein … :-)
    Rund 900 km weiter ist der Grand Canyon, wo (angeblich) eine riesige unterirdische Stadt (tinyurl.com/4fhrp9kp) gefunden wurde …

  4. bekir 14. Januar 2025 um 16:41 Uhr - Antworten

    Gestern im FOCUS:
    „Rückgang weit unter dem Durchschnitt“: Antarktisches Meereis gewinnt nach Rekordschmelze wieder an Stärke,
    https://www.focus.de/wissen/rueckgang-weit-unter-dem-durchschnitt-antarktisches-meereis-gewinnt-nach-rekordschmelze-wieder-an-staerke_e26b4094-3264-4912-b35e-93d6eed2e7f7.html

    Zwar ist einerseits nur nur die Rede von einer Reduzierung der Abnahme-Rate (und „Rekord“ nur bzgl. Schmelze), aber die (Gesamt-)“Ausdehnung entsprach Ende Dezember in etwa dem Durchschnitt der Jahre 1981 bis 2010″.
    Wenn der Durchschnitt einer 30-Jahre-Phase immer noch gilt, obwohl die Phase schon vor 15 Jahren endete: Dann ist andererseits trotz allen Schwankungen eine erstaunliche Stabilität offenkundig.

  5. Wolliku 14. Januar 2025 um 16:07 Uhr - Antworten

    Warum Erstaunen mich diese Entdeckungen nicht im geringsten? Der Schweizer Geologe Christian Schlüchter oder der Österreicher Gernot Patzelt würden jetzt noch ihre Erkenntnisse und Befunde in den Alpen hinzufügen und ergänzen, warum sollten die Amerikaner davor verschont geblieben sein, dass sich ganze Wälder unter dem Gletschereis versteckt haben? Die Bäume haben es damals weltweit intuitiv gespürt: es gibt einmal mächtig viel Ärger mit dem warmen CO2. Offenkundig wollten sie als Zeitzeugen live mit dabei sein und schoben ihre Stämme geschickt unters Eis. Es fehlt jetzt nur noch der früh ausgewanderte Bruder vom Ötzi.

  6. Jan 14. Januar 2025 um 14:35 Uhr - Antworten

    In der alten Zeit war nichts auf Dauer. Vor dem Mittelalter betrieb man Wanderfeldbau und versetzte das Dorf alle 30 Jahre ein paar hundert Meter, um neugerodetes, fruchtbares Land zu nutzen. Mit dem Mittelalter und den Rittern kamen die Zäune und das Eigentum. Parzellen und Grundstücke verlieren jedoch an Wert, wenn plötzlich Teile ins Meer fallen oder von Muren niedergerissen oder von Flüssen überschwemmt werden. Jeder Quadratmeter ist verkauft oder verpachtet, Änderungen „der Natur“ nicht vorgesehen. Und nun redet man den Leuten ein, dass die kosmischen Rhythmen, die das Leben der Natur sind, gestoppt werden könnten, wenn die Menschen nur brav das Richtige tun! Einen Ablass zahlen!

    Der interessante Punkt ist nicht die irre Argumentation, sondern dass Leute, die eigentlich ganz vernünftig sein könnten, fanatisch daran glauben.

    • triple-delta 14. Januar 2025 um 15:44 Uhr - Antworten

      Sie müssen sich da mit dem Mittelalter und dem Wanderfeldbau um einige Jahrhunderte verzählt haben. Den Wanderfeldbau gibt es in Regenwaldgebieten.

  7. Varus 14. Januar 2025 um 13:10 Uhr - Antworten

    Man könnte nun, leicht sarkastisch, fragen, woher denn die früheren warmen Temperaturen gekommen sind

    Ist doch klar – in der jüngeren Steinzeit wurden den Schamanen zu wenig Knochen CO2-Abgabe abgeliefert. Hört auf die „die Wissenschaft“! (In damaliger Sprache: Ka kudu uka, uka!)

Regeln für Kommentare: Bitte bleibt respektvoll - keine Diffamierungen oder persönliche Angriffe. Keine Video-Links. Manche Kommentare werden erst nach Prüfung freigegeben, was gelegentlich länger dauern kann.

Regeln für Kommentare: Bitte bleibt respektvoll - keine Diffamierungen oder persönliche Angriffe. Keine Video-Links. Manche Kommentare werden erst nach Prüfung freigegeben, was gelegentlich länger dauern kann.

Aktuelle Beiträge