Fico gegen Selenski

28. Dezember 2024von 2,5 Minuten Lesezeit

Robert Fico erwägt, die Stromlieferungen an die Ukraine einzustellen, sollte das Land den Transit von russischem Gas blockieren. Die Slowakei sei nicht Selenskis „Diener“.

Der Konflikt zwischen der Slowakei und der Ukraine spitzt sich zu. Nachdem Premierminister Robert Fico zuletzt Wolodomir Selenski einen Erpressungsversuch um die NATO-Mitgliedschaft vorgeworfen hatte, geht es nun um das Thema Energie. Die Ukraine will den Transit von russischem Gas mit 2025 einstellen, was die Slowakei treffen würde.

Gas-Frage

Auch Österreich wäre von diesem Transit-Stopp akut betroffen gewesen, durch den Bruch zwischen Gazprom und der OMV vor einigen Wochen ist Österreich allerdings vom kommenden ukrainischen Schritt nicht mehr betroffen. Dadurch kann man weiterhin die Schuld alleine Russland zuschieben – schlechte Presse für die Ukraine bleibt aus, zumindest in Österreich. In der Slowakei sieht es anders aus. Robert Fico drohte Selenski am Freitag in einem Video mit Gegenmaßnahmen. Er sagte:

„Ich verstehe, dass der Westen Ihnen aus egoistischen politischen Gründen fast alles gibt, worum Sie bitten, aber ich bin nicht Ihr Diener, der seine eigene Meinung nicht äußern kann und der nur verpflichtet ist, Ihnen zu helfen und nichts von Ihnen zu erwarten.“

Gegebenenfalls werde man die Stromlieferungen, auf die die Ukraine angewiesen ist, einstellen. Schon vergangene Woche war Fico mit Selenski auf einem EU-Gipfel in Streit geraten. Später reiste Fico zu Putin wo das Thema ebenfalls besprochen wurde. „Wenn es unvermeidlich ist, werden wir die Stromlieferungen, die die Ukraine bei Netzausfällen benötigt, einstellen. Oder wir werden uns auf eine andere Vorgehensweise einigen.“

Im Videostatement sprach Fico auch den echten Profiteur der gestoppten russischen Gaslieferungen an: Die USA:

„Was steckt hinter dieser absurden Entscheidung von Selenski [den Transit von russischem Erdgas durch die Ukraine zu stoppen] von Man muss sich nur ansehen, welche Länder am meisten davon profitieren, die Abhängigkeit der Europäischen Union von russischem Gas zu verringern. Die Antwort ist ganz einfach: In erster Linie sind es die Vereinigten Staaten.“

Er erinnerte daran, dass der designierte US-Präsident Donald Trump den EU-Ländern bereits mit der Einführung von Zöllen gedroht hat, falls sie nicht anfangen, mehr amerikanisches Öl und Gas zu kaufen.

Das derzeitige Abkommen über den Transit von russischem Gas durch die Ukraine nach Europa läuft Ende 2024 aus, Kiew hat wiederholt erklärt, dass es nicht beabsichtigt, es zu verlängern. In der vergangenen Woche lehnte Selenski auch die Möglichkeit ab, russisches Gas nach dem 31. Dezember über ukrainisches Territorium nach Europa zu leiten, selbst wenn es von Drittländern gekauft wird.

Bald ist der 1. Jänner. Alternative Routen würden die Kosten für die Slowakei drastisch erhöhen, erklärt Fico. Schon jetzt lohnt sich aber ein Vergleich, wie Österreich und die Slowakei mit demselben Thema umgehen.

Bild Kremlin.ruPM of Slovakia Robert Fico meeting President PutinCC BY 4.0

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10 Kommentare

  1. Kamil 29. Dezember 2024 um 8:12 Uhr - Antworten

    Fico war überhaupt nicht in Russland!! Es ist ein Betrug!! Fico hat kürzlich auf der EU-Ratssitzung für Sanktionen gestimmt, und TKP schweigt dazu. Kürzlich stimmte er bei einem Treffen der Fico-Regierung mit seiner Regierung der Wiederherstellung der Ukraine mit unserem Geld im Wert von einhundert Millionen Euro zu. Fico ist der größte Lügner. Fico liefert auch Gas in die Ukraine, er selbst genehmigte die Lieferung von Strom in die Ukraine und den Import landwirtschaftlicher Produkte in die Slowakei. Fico beschimpft die Öffentlichkeit aus Unwissenheit darüber, wie Fico im EU-Rat abstimmt. Lassen Sie TKP die Informationen sorgfältig prüfen und schreiben Sie dann!!!

    • Sabine Schoenfelder 29. Dezember 2024 um 11:20 Uhr - Antworten

      „Fico war überhaupt nicht in Russland!! Es ist ein Betrug!!“ Wie kommen Sie darauf ? Bilder und Nachrichten berichten davon……
      Fico liefert Gas an die Ukraine ??? Wieso sollte er russisches Gas benötigen, wenn die Slowakei selbst Gas hat ?
      Europäische Stromversorgung wird durch Börsen und Ausgleichsmodi organisiert. Es bestehen Abhängigkeiten in alle Richtungen. Die Notstromversorgung für die Ukraine wird auch durch Polen und Ungarn gewährleistet.
      Sind Sie ein bißchen durcheinander….oder bin ich es ? 😎 Informieren Sie uns.

  2. Paul 29. Dezember 2024 um 7:04 Uhr - Antworten

    So leicht wird das nicht sein, wie Fico es sich vorstellt.
    Gesetzten Fall, in der Ukarine würden aufgrund eingesteller Stromlieferungen aus der Slowakei,
    Menschen erfrieren oder verhungern, würde Fico dann auch zum Völkermoerder ?
    Würde er nicht dasselbe Verbrechen begehen was man Israel in Gaza vorwirft ?
    Ich glaube nicht dass Fico soweit gehen könnte ohne international massiven Schaden zu nehmen.
    So anti Ukrainisch, anti EU und pro Russisch er auch sein mag, so dumm ist er nicht.

  3. Glass Steagall Act 28. Dezember 2024 um 18:05 Uhr - Antworten

    Ich denke, die europäischen Bürger hätten nichts dagegen, sich mit einem Handelskrieg mit den USA einzulassen! Was hätten wir denn zu verlieren?

    Die USA haben die wichtige Nordstream-Pipeline gesprengt, sie haben uns zu Sanktionen gegen uns selbst genötigt, sie klauen uns unsere Industrien mit dem Trick der billigen Energie in den USA, sie drängen uns in Aufrüstung und Krieg mit Russland, sie spionieren uns digital aus und sie berieseln uns mit Lügen-Propaganda und tödlichen „Impfstoffen“!

    Jetzt ist der Moment gekommen, wo die Bürger Europas endlich aufstehen müssen und sagen sollen … tschüsss USA! Damit wären sie endgültig in der Welt isoliert und wir könnten sagen: „Europa first“! Nach ein paar Jahren würden die Europäer feststellen, es geht ihnen auf einmal viel besser, als mit dem „evil brother“ USA!
    Und die US-Marionetten-Politiker in unseren Parlamenten können sie auch gleich mitnehmen!

    • Value Investor 28. Dezember 2024 um 19:22 Uhr - Antworten

      Großartige Zusammenfassung!
      Dreh- und Angelpunkt für die EU-Kolonisierung durch die USA ist das vasallisierte Deutschland mit seiner transatlantischen Zwangsjacke in die alle in Deutschland tätigen Medien- und PolititAktiven gesteckt werden. Die Gehirnwäsche ist so dreist ideoligisiert, daß selbst sanfte Ausbruchversuche (AfD, BSW) sofort als „undemokratisch“ und „staatsgefährdend“ mit dem propagandistischen Flammenwerfer bekämpft werden (müssen). Die Akteure vergessen in ihrer Glaubenspanik selbstverständlich, daß sie sich selbst zu willigen Mitläufern degradieren, deren Existenz vor 100 Jahren sie nicht müde werden so wirkmächtig in Verbindung mit dem heraufziehenden Nationalsozialismus zu bringen. Hinterfragen eigener Standpunkte – vor allem im Kontext schwieriger historischer Zusammenhänge – gehörte noch nie zum Ausrüstungsrepertoir williger Helfer eines gut zahlenden Hegemons

    • Varus 28. Dezember 2024 um 22:03 Uhr - Antworten

      Und die US-Marionetten-Politiker in unseren Parlamenten können sie auch gleich mitnehmen!

      Leider regieren solche Marionetten in etlichen Ländern Westeuropas – ob Buntschland oder Polen; in Österreich vermutlich auch. 1/3 der Michels will demnächst den transatlantischen BlackRock-Herrn wählen.

  4. Jan 28. Dezember 2024 um 16:12 Uhr - Antworten

    Fico hat recht. Die USA benötigen dringend einen Zahler für höhere Fracking-Preise, da sie neue Technologien einsetzen müssen, um weiter fördern zu können.

    So einfach ist das aber nicht, LPG und Diesel standen in den letzten Monaten bereits kurz vor dem Lieferstopp, da die USA den eigenen Bedarf kaum erfüllen konnten. Die USA importieren selbst viel aus Canada.

    Natürlich macht es Sinn, das billige russische Gas Indien zu liefern und das teure Gas/Öl nach Europa. Das Problem: teures Öl führt zu Rezession und diese zu weniger Nachfrage und als Folge zu niedrigeren Öl-Preisen. Damit lohnen sich teure Technologien nicht und das Öl bleibt in der Erde. Das ist übrigens das Szenario der Peakoiler, nicht etwa versiegene Quellen. Aber das will niemand wissen.

    Vielleicht versuchen die Regierungen, Geld zu drucken und das teure Öl über Rüstung zu kaufen? Das gedruckte Geld wird dann nach den Lehren der Modern Monetary Theory einfach abgeschrieben. Ob das so funktioniert?

    Es ist ein gefährliches Spiel, in das wir eingetreten sind.

    Aufgelassene Bohrlöcher können nicht so einfach reaktiviert werden, wenn der Preis stimmt. Es gibt geologische Veränderungen. Und eine Wirtschaft in Dauerrezession oder Degrowth, weil die billige Energie dauerhaft fehlt, lässt sich nicht so einfach gesunden.

  5. Anna 28. Dezember 2024 um 14:21 Uhr - Antworten

    Ich schäme mich inzwischen, Österreicherin zu sein

    • Daisy 28. Dezember 2024 um 17:46 Uhr - Antworten

      Ja, das war total hinterfotzig von der schwarzgrünen Loserregierung….

  6. Der alte Marxist 28. Dezember 2024 um 14:19 Uhr - Antworten

    Unsere bescheuerte Regierung hat gar nichts unternommen, um uns das russische Gas zu sichern. Karli hat alle anti-russischen Sanktionen abgenickt und auch einfach hingenommen, dass die Ukraine die Durchleitung des Gases abstellt. Man hätte ja auch die EU-Gelder an die ukrainischen Banditen blockieren können. Wahrscheinlich werden sie der Ukraine noch eine üppige Entschädigung zukommen lasssen für die verlorenen Transitgebühren.

    Unsere klugen politischen Köpfe haben sogar einen völlig schwachsinnigen Rechtsstreit mit der Gazprom angezettelt und die Einstellung der Gaslieferungen provoziert. Leonore jubelt – hurra, das russische Gas wird durch ökologisches Fracking-Gas ersetzt. Umweltfreundlicher kann gas gar nicht sein! Ein paar „Experten“ beruhigen – es gibt ja genug Gas. Aber sie reden nicht über Preise – und die werden gewaltig steigen. Dann wird man die Verantwortlichen hoffentlich zu Teufel jagen.

Regeln für Kommentare: Bitte bleibt respektvoll - keine Diffamierungen oder persönliche Angriffe. Keine Video-Links. Manche Kommentare werden erst nach Prüfung freigegeben, was gelegentlich länger dauern kann.

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