
Was das neue Einwegpfandsystem kostet
Ab 2025 gibt es ein neues Einwegpfandsystem für Plastikflaschen und Aludosen. Über die Kosten ist eine Debatte in X/Twitter entbrannt, die die Frage aufwirft, wer wirklich die Dümmsten im ganzen Land sind.
Zunächst zum Pfandsystem: Das Pfand beträgt 25 Euro-Cent. Wer diese Flaschen oder Dosen in Verkehr bringt, muss sie auch zurücknehmen. Und das Pfand dem überreichen, der die Flaschen und Dosen Automaten oder Mitarbeitern übergibt.
Aber auch für Konsumenten gibt es erhebliche und ziemlich mühsame Umstellungen. Denn, wie es auf der Seite des organisierenden Unternehmens heißt:
Voraussetzung für die Retournierung des Pfands ist, dass das östereichische Pfandlogo und der Barcode deutlich erkennbar sind. Die Verpackung muss leer, unzerdrückt und das Etikett vollständig vorhanden und lesbar sein. Nur so kann erkannt werden, ob es sich um eine Flasche oder Dose handelt, die im österreichischen Pfandkreislauf geführt wird.
Also nichts ist mehr mit Zerdrücken von Flasche und Dose und in den Gelben Sack einwerfen. Man braucht einen geeigneten Platz zur Aufbewahrung der leeren Flaschen und Dosen, die jetzt natürlich weit mehr Platz einnehmen. Und man muss sie sorgfältig behandeln, damit der Automat funktioniert.
Und dazu kommt, dass das bürokratische System natürlich Geld kostet, das Erzeuger und Händler auf den Preis des Produkts aufschlagen werden und müssen. Die Höhe wird wohl je nach Händler unterschiedlich sein.
Kosten entstehen durch:
- Aufdruck oder sonstige Anbringung der Pfand-Information auf Flasche oder Dose
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neue Automaten zur Rücknahme
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zusätzlicher Personalaufwand bei der Klärung von Problemen bei der Rücknahme
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Zerdrückmaschinen um Platz zu sparen (hat früher der Konsument manuell gemacht)
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zusätzliche Sortier- und Transportkosten
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zusätzliche Buchungszeilen und Erhöhung des Geldumlaufs
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Kommunikation und Verrechnung mit Verwerter der Flaschen und Dosen
Für die Konsumenten:
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Preissteigerungen der Produkte
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Verlust des Pfandes bei Flaschen/Dosen, die aus welchem Grund auch immer beschädigt wurden oder ein unlesbares Etikett haben
Auf X/Twitter finden sich eine ganze Reihe lichtvoller Kommentare dazu:

Der erste Autor glaubt offenbar, dass der Handel ein karitative Organisation ist und Kosten freudig vom Profit abzieht und nicht weitergibt.
Die Antwort auf die Frage wer hier die Dümmsten sind, überlasse ich den geneigten TKP-Lesern.
Redbull-dosen, bierflaschen, bierdosen, mcdonalds-sackerl: der klassische Unrat entlang unserer Landstraßen. Beim Radfahren oder der jährlichen flurreinigungsaktion macht man sich schon Gedanken was daran so schwierig wäre den Mist bis zum nächsten sammelbehälter zu bringen. Hmmm ?
Systeme wie das neue sind für Spezialisten unter uns gemacht, die meisten Menschen schaffen es auch ohne, leider nicht alle. Als Solidargemeinschaft zahlen wir auch solche Systeme solidarisch, wie auch Impfungen oder das schulsystem. Zum aufregen ist es nicht, mein persönlicher Weg (keine dosengetränke, plastikflaschen 1x/monat) ändert sich nicht. Weniger zuckersäfte, weniger Plastik, weniger Dosen- Umsatzzahlen stehen der Vernunft nun mal entgegen. Die Entscheidung ist uns selbst überlassen, das sollten wir schätzen.
Meine Billa-Filiale vergräbt regelmäßig die rosaroten Preblauerkisten, damit die Marktleitung sagen kann, es bestehe keine Nachfrage. Und ich mag aber die Waldquelle nicht. Und sonst offenbar auch keiner, denn davon gibt es sehr viel. Ja, ich grub sie mal aus und ließ die anderen Kisten am Gang stehen, worauf man gackerte, ich solle sie zurückstellen. Sonst noch was? Dann ließ ich sie mir ausgraben – stehen wirklich hinten unter 4 bis 5 Kisten. Jetzt steht meistens vorne eine für mich bereit…
Ansonsten nehme ich auch mal Juvina. Da reiße ich aber die Kapperln ab. Diese landen meistens im Papiermüll, irrtümlich, denn eigentlich schieße ich sie in den Glasmüll. Ähm…
Wenn nun das Pfand nicht funktioniert, weil die Flasche ihr Kapperl verloren hat oder sonst was, sehe ich schwarz für diese Entwicklung. Dann landet die Flasche neben dem Automaten, was viele andere auch tun würden, oder in der Wildnis… so gehts.
An sich kaufe ich auch öfter mal Vöslauer 1 L in der 9er Kiste, weil das Pfandflaschen sind. Aber a) mag ich es nicht so und b) hab ich das immer zu rasch ausgetrunken.
Die Zukunft: Ich geh zu einer Quelle und befülle mir Kanister und dieses Wasser kann ich dann mit meiner Siphonflasche zu Sprudelwasser verwandeln, welches ich für meine Sommerspritzer brauche….
Weinflaschen gibts sowieso nur aus Glas…. Prost! ;-)
Ist ja alles schön und gut, aber wie wäre es, wenn man einfach weniger von dem ganzen Zeug kauft??
Kaum etwas in Plastik ist „unentbehrlich“, das meiste sind dämliche Softdrinks, die aus Zucker und Aroma bestehen und Saft gibt es auch in Tetra-Pack und Glasflaschen. Wir wissen doch, wer hier die Hauptkonsumenten der „gesunden Getränke“ sind, oder?
Bildung hilft…
Ein kurzer Blick in den Supermarkt zeigt, dass es zu 80 bis 90% um Mineralwasser geht.
Ach ja, Sie haben Recht. Das hatte ich vielleicht vergessen – aber wenn man sich die Rückstände in vielen „Wässern“ ansieht, muss das ja auch nicht wirklich sein. Es gibt viele Untersuchungen, wonach kaum ein Mineralwasser echte gesundheitliche Vorteile bringt. Bis auf ein paar echte Heilwässer, die man ohnehin nicht ständig trinken sollte. Ich sehe hier die Leute so gut wie immer nur Riesengebinde an Cola & Co kaufen…
Ich mag kein Leitungswasser aus dem Tullnerfeld, das ich auch zum Pflanzen düngen verwenden kann. Abgesehen davon ist für mich als Läufer der Magnesiumgehalt wichtig.
Es ist ja schon fast Blograison, dagegen zu sein, was auch immer es ist. In Finnland gibt es das Pfandsystem schon längst, in den Supermärkten, aber auch als Müllsammelstelle, wo man auch Altpapier, Gartenabfälle hinbringen kann. Praktischerweise ist dort auch gleich ein Autoanhängerverleih für größer Mengen.
In der Gasse, in der ich wohne, gibt es eine Müllsammelstelle für Altpapier, Glas, Dosen… Dennoch werfen Menschen ihren Dreck in unseren Vorgarten. Es ist also zu hoffen, daß Pfand-Geld etwas animiert, daß der Abfall dorthin gelangt, wo er hin gehört.
Ob nicht der Gedanke dahinter ist, dass die meisten Konsumenten die Pfandobjekte gar nicht erst selbst zurückbringen werden, sondern eher Obdachlose damit beauftragen, die dann regelmäßig vorbeikommen, was dann nur eine Erweiterung von Augustin wäre, Sie wissen schon die Zeitung, die niemand wirklich ließt …
Manche, die mit der Zeitung vor dem Supermarkt stehen, sind aber nicht unbedingt obdachlos. Jener junge, kräftige Mann, der in unserer mittelgroßen Gemeinde vor dem Supermarkt nicht wirklich die Zeitung verkaufen will, sondern sich anscheinend das Reichen des Einkaufswagens vergüten lässt, warum wird dem keine Arbeitsstelle angeboten? Am Ende des Tages geht er, sehr gut gekleidet, mit seiner Familie in den besagten Supermarkt einkaufen.
Da muss ich leider zustimmen… und charmant sind diese Herren auch noch… immer mit einem Kompliment zur Stelle, das vor allem „mittelalterliche“ Frauen gerne annehmen. Zusammen mit der Frage, wie es dem Ehemann ginge… :-)) Wer dann sagt, es gibt keinen… alles Realität, über die man auch nur schmunzeln kann.
Richtig, mittlerweile sind auch Flüchtlinge, meist junge Männer mit großen Zielen dabei …
Info: (augustin.or.at/zeitung/aktuelle-ausgabe/augustin-610/)
Seltsame Bewertung. Ich finde ein Pfandsystem umweltfreundlicher als das letztlich doch häufige Wegwerfen von Getränkeverpackungen aus Kunststoff oder Metall (z.B. des Wertstoffs Aluminium!). Es wird erwartet, dass bis 2027 eine Rücklaufquote von 90 % erreicht wird, das ist doch wünschenswert. Es gibt angeblich eine Ökobilanzrechnung für das neue Einwegpfandsystem in Österreich. Die Studie soll zeigen, dass das System voraussichtlich positive Umweltauswirkungen haben wird, indem die Recyclingquote erhöht und die Menge an Verpackungsmüll reduziert wird.
Und die Preise sind dadurch hier in Germoney nicht explodiert, das ist eine Dr. Mayer-Horror-Modellierung wie vom „Imperial College“ (kleines Spässchen). Die Preise dürften in Deutschland nicht wesentlich höher sein als in Austria. Das Pfandystem wird allgemein als Erfolgsmodell gesehen. Nicht nur das Umweltbundesamt hält Mehrweg für „essentiell“, um die Abfallberge in der Umwelt zu verkleinern. Dem kann ich mich anschliessen, auch wenn das für den Einzelhandel eine Mehrbelastung darstellt. Aber die Vertickern die Dosen/Flaschen von daher ist das ok. Die Welt ist dadurch in Germany nicht untergegangen. Keep cool.
Es handelt sich um ein Wewerfmodell. Statt wie bisher in den gelben Sack geht es zum Händler und von dort in den gelben Sack. Ein idiotischer bürokratischer Umweg, der Mineralwasser teurer macht. Genauso idiotisch wie die EU Verordnung mit den Verschlüssen, die man nun abreißen oder abschneiden muss.
Achso, ich dachte es geht um wirkliches Recycling! Also Flaschen in der Herstellerfabrik auswaschen, erneut befüllen. Ok, es geht offenbar primär um Plastikflaschen und Aludosen. Aludosen gehört recycelt (Wertstoff, da Herstellung sehr energieaufwendig). Plastikflaschen gehören definitiv nicht in den Restmüll, also wieder befüllen oder qualifiziert entsorgen bzw. wieder verwerten.
Ich meide Plastikflaschen sowieso, es geht auch ohne. Das Mikroplastik muss ich nicht in meinen Luxuskörper aufnehmen :-) .
Zur allgemeinen Beruhigung, dieses System haben wir schon lange. Ärgerlich sind nur die Konsorten, die ihren vierwochenverbrauch einzeln bis 28 € einwerfen.
Kauf am besten boykottieren, denn die Preise für Getränke sind jetzt schon ein Wahnsinn. Nur mehr Tee und Wasser trinken. Es werden nur Probleme auftreten: Pfand kann entweder nicht gelesen werden, besonders aus den Dosen wird der restliche Inhalt verschüttet. Nicht einmal wird man sämtliche Flaschen und Dosen wieder mit nach Hause nehmen, da das Gerät defekt ist.
Wenn dieses Einwegpfand NUR sinnlos wäre, könnte man schon von Erfolg sprechen. Leider ist es kontraproduktiv und damit eher in die Kategorie Schwachsinn einzuordnen. Die selbsternannten „Experten“ werden hoffentlich gut daran verdienen. Wohl der angestrebte Zweck der Übung. Die erwähnten diskriminierenden Kommentare sprechen für sich ….