
Syrien nach Assad
Die Herrschaft der Familie Assad in Syrien ist Geschichte. Doch die Aussichten sind düster. Islamistische Terroristen übernehmen Syrien – oder wollen es versuchen.
Vor wenigen Tage marschierten islamistische Truppen in Aleppo ein. Am heutigen Sonntag endete die Herrschaft von Assad in Syrien. Russland, der wichtigste Verbündete, mischte sich kaum ein. Manche vermuten, diese Nicht-Einmischung könnte Teil eines kommenden Ukraine-Deals gewesen sein. Die arabische Welt verliert jedenfalls ihren säkularen Staat, neue Zeiten brechen in Damaskus an. Aber was wird mit dem Syrien nach Assad?
Eine erste Einschätzung gab Peter R. Neumann, Professor für Sicherheitsstudien am Londoner Kings College. Die Analyse geht um einiges tiefer und weiter als die orthodoxe westliche Erzählung, ist aber natürlich trotzdem an einigen Punkten streitbar. Diese brachte die Berliner TAZ auf den Punkt. Dort titelte man: „Syrien ist frei“, während die islamistischen Truppen bereits die Scharia ausrufen und öffentliche Hinrichtungen durchführen.
Hier der Text von Neumann, den er auf X geteilt hat:
Assad ist Geschichte, und Syrien ist… frei? Niemand sollte unterschätzen, welch enorme Konsequenzen die aktuellen Entwicklungen haben könnten — und zwar innerhalb Syriens, regional und global. Einfach ausgedrückt: Kein Mensch weiß, wie es jetzt weitergehen soll. Die neuen Machthaber in Damaskus waren bis vor kurzem aus westlicher Sicht Terroristen. Auf ihren Anführer, al-Jolani, ist (nach wie vor) ein Kopfgeld von $10 Millionen augesetzt.
Tatsache ist: Ziel Jolanis und seiner Gruppe ist (immer noch) ein islamistischer Staat. Vielleicht nicht ganz so brutal wie beim IS, aber Frauen und Minderheiten hätten dort wenig zu sagen. Der Chefideologe der Gruppe hat kürzlich die Taliban zum „Vorbild“ ausgerufen.
We remain committed to bringing leading AQS figures in HTS to justice. #Syria pic.twitter.com/R8evqffWum
— U.S. Embassy Syria (@USEmbassySyria) May 15, 2017
Ein Tweet der US-Botschaft aus dem Jahr 2017. Der neue starke Mann Syriens als Terrorist.
Dass Minderheiten in Syrien –- Alawiten, Christen, Drusen, Schiiten, Kurden -– Jolani nicht über den Weg trauen, ist keine Überraschung. Sie fürchten nicht nur einen Gottesstaat, sondern auch — und ganz unmittelbar — Vergeltung für die Gräueltaten von Assad und seinem Regime.
Für die Zukunft Syriens gibt es drei Szenarien: (1) eine Spaltung des Landes in 2-3 autonome Provinzen; (2) ein Wiederaufflammen des Bürgerkriegs; (3) ein Bürgerkrieg mit anschließender Spaltung. Kaum jemand traut Jolani und seine Partnern zu, das gesamte Land zu befrieden.
Auch regional hat Assads Sturz enorme Konsequenzen. Syrien war neben der Hisbollah das wichtigste Glied in der iranischen „Achse des Widerstands“. Durch Assad konnte Teheran seine Macht im gesamten Nahen Osten projizieren. Sein Sturz ist für den Iran ein herber Verlust.
Die Türkei dagegen könnte ein Gewinner sein. Die Islamisten, die jetzt Damaskus stürmen, gehörten (größtenteils) zu Ankaras Verbündeten. Doch inwieweit hat Erdogan sie wirklich unter Kontrolle? Und werden seine Erzfeinde, die Kurden, durch die Situation schwächer oder stärker?
In Israel sieht man die Situation mit gemischten Gefühlen. Der Rückzug des Iran und die Schwächung der Hisbollah sind aus isr. Sicht positiv. Doch gleichzeitig ist klar: Ein von Islamisten regiertes Syrien direkt vor der eigenen Haustür ist für Israel keine gute Nachricht. [Anm. Red.: Israel hat mittlerweile die „demilitarisierte Pufferzone“ zwischen Syrien und Israel die seit 1973 auf den Golanhöhen besteht, vollständig unter seine Kontrolle gebracht.]
Für die Golfmonarchien — Saudi, Katar und VAE — ergibt sich eine Chance… und Verpflichtung. Jahrelang haben sie den Bürgerkrieg in Syrien mit Geld und Waffen befeuert. Zuletzt wollten sie Assad wieder rehabilitieren. Werden sie diesmal eine konstruktive Rolle spielen?
Auch über die Region hinaus könnte Assads Sturz massive Konsequenzen haben. Assad war ein wichtiger Verbündeter Russlands, und sein Fall ist für Putin eine Riesenpleite. Dabei geht es nicht nur – oder in erster Linie – um die Marinebasis in Tartus, die jetzt bedroht ist.
Für Putin steht viel mehr auf dem Spiel: sein Einfluss im Nahen Osten, der sich v.a. an Assad festmachte; das Mantra, wonach Stabilität stets besser ist als Freiheit; und nicht zuletzt der Mythos der Unbesiegbarkeit. Ist Russland vielleicht doch nicht so stark wie alle denken?
Eine weitere mögliche Konsequenz: Migration. Kommt es zu einer Beruhigung, sodass Flüchtlinge nach Syrien zurückkehren können? Oder flammt der Bürgerkrieg wieder auf und noch mehr Menschen versuchen, aus Syrien zu fliehen? Ich befürchte: Letzteres ist wahrscheinlicher.
Hiermit verbunden: die Bedrohung durch den Terrorismus. Dschihadisten auf der ganzen Welt sind vom Sieg der Islamisten wie elektrisiert. Al-Qaida hat Jolani bereits gratuliert. Wird Syrien, trotz gegenteiliger Beteuerungen, wieder zum Rückzugsort für transnationale Terroristen?
Wenn das Land erneut im Chaos versinken sollte, hätte sogar der IS wieder eine Chance. Die Lehren aus Afghanistan, dem Irak, Libyen und Syrien selbst sind eindeutig: Bürgerkriege schaffen nicht nur humanitäre Katastrophen, sondern auch den Nährboden für Terrornetzwerke.
Kurzum: Die Befreiung Syriens von Assad ist einerseits natürlich positiv. Der Mann und sein Regime haben Hunderttausende von Menschen auf dem Gewissen — weit mehr als der IS und alle anderen „Rebellen“ zusammen. Assads Versprechen von „Stabilität“ war stets eine Lüge. Doch.
Doch dieser Moment birgt auch enorme Risiken. Bloß weil sie Assad bekämpft haben, sind die neuen Machthaber keine liberalen Demokraten. Und niemand weiß, ob es ihnen gelingen kann, das Land unter ihre Kontrolle zu bringen und einen erneuten Bürgerkrieg zu vermeiden.
Europa hat in Syrien selbst relativ wenig Einfluss. Aber es kann zumindest versuchen, die Nachbarschaft zu stabilisieren und konstruktiv auf Länder einzuwirken, die in Syrien Einfluss haben, insbesondere die Türkei und die Golfmonarchien.
Niemand erwartet von Europa eine massive Intervention. Das wäre auch gar nicht hilfreich. Aber mehr als nur Zuschauer sollten wir schon sein. Denn das, was da aktuell in Syrien passiert, betrifft früher oder später wahrscheinlich auch uns.
Bild Screenshot Twitter
Die jüngere Geschichte hat uns gelehrt, dass der Kollaps von Staaten durch Terrorismus, der aus den USA finanziert wird, in aller Regel in das Chaos eines „failed state“ führt. Der Jubel über den Sturz von Assad ist naiv: Jetzt haben wir ein neues Problem am Hals.
Hallo nochmal,
erste Gedanken:
Die syrische Armee hat so gut wie keinen Widerstand geleistet und es ging alles schnell. Das riecht nach erfolgreicher geheimdienstlicher Vorbereitung, sprich mit entscheidenden syrischen Kommandeuren wurde vorher gesprochen. (So war es auch bei der Krim, deswegen fiel dort kein Schuss, die ukrainischen Kommandeure taten nichts, wie verabredet. Und damals war der Westen überrascht, aber warum sollte der Westen nicht auch dazulernen und jetzt…).
Wo kein syrischer Kommandeur russische Luftunterstützung anforderte, da kam auch keine, das würde passen.
Israels Armee ist sicherlich gut organisiert, um schnell reagieren zu können, aber eine gewisse Zeit braucht eine Armee immer für Logistik und Planung. Es ist also zumindest nicht ausgeschlossen, dass israelische Strukturen auch vorher bescheid wussten. So fast zeitgleich, wie die israelische Armee vorging, würde das auch passen.
Es fand quasi zwischen zwei Regierungen statt (Biden, Trump). Also egal wie, ob das jetzt in Syrien mit oder ohne geheimdienstliche Vorbereitung stattfand, die Situation im Weißen Haus scheint die Handlungsfähigkeit des tiefen Staates bzw. MIK nicht zu beeinflussen, höchstens insofern, noch schnell Tatsachen zu schaffen.
Irans Einfluss wird schwächer, aber wenn man bedenkt, dass es im Irak eine pro-USAnische Regierung gibt und gleichzeitig pro-iranische Milizen, dann kann man nur die weitere Entwicklung beobachten.
Assad ist mit Familie nach Moskau geflüchtet. Indes Russland auch die zukûnftige Regierung unterstützen würde. Jedenfalls hat man Moskau garantiert, nicht gegen die russ. Stützpunkte, die auf Wunsch Syriens dort stationiert wurden, vorzugehen.
So meldete die TASS gestern spätabends „unter Berufung auf eine Quelle aus dem Kreml, dass die Führer der bewaffneten syrischen Milizen die Sicherheit der russischen Militärbasen und diplomatischen Vertretungen garantiert haben. Der Nachrichtenagentur zufolge stünden russische Vertreter „in Kontakt mit Vertretern der bewaffneten syrischen Opposition“.
Biden hat sich gefreut wie ein kleines Kind, dass Syrien von dem „Schlächter“ Assad „befreit“ wurde. Die Terroristen lobt er so, als wären es GIs… Für ihn ist Assads Sturz ein Erfolg der Biden-Regierung. Das lässt tief blicken. In Deutschland sitzen wohl auch schon einige dieser „Rebellen“. Merkel meinte ja damals, dass es syrische „Fachkräfte“ seien, die eine große Bereicherung für das Land darstellten. Ihren ersten großen Auftritt hatten sie bei der Silvesterparty in Köln. Auch in Wien gingen gleich mal 30.000 von ihnen spontan auf die Straße, um zu feiern. Sie wurden im Ggs. zu den österr. Demonstranten, die für Frieden und Demokratie demonstrierten, mit Glacéhandschuhen angegriffen. Die wurden nicht eingekesselt, um sie zu provozieren wie man es mit den österr. Regierungskritikern getan hat, offenbar auf Weisung „von oben“. Wohl sind einige der Polizisten selbst jene „Fachkräfte“, die damals vor Assad geflüchtet waren…? Ich habe mich in der Corona-Zeit oft gefragt, wenn man sah, wie brutal die Polizei gegen unbegleitete ältere Fragen vorgegangen ist, wenn sie im Freien keine Maske/Schleier? trugen, was sind das nur für Menschen, die derart gewalttätig gegen unbescholtene Bürger, noch dazu auf alte Frauen, losgehen können? Normalerweise wird ein Polizist, der sich so gehen lässt, vom Dienst suspendiert…
es etabliert sich eine 2 klassen gesellschaft –
2 klassen demonstrationen, 2 klassen justiz, 2 klassen medizin, etc. etc. etc
im osmanischen reich trugen die 40% nichtmuslime die alleinige steuerlast und waren im rechtsystem faktisch rechtlos
Ich kann beim besten Willen keinen Grund erkennen, über diese Entwicklung Optimismus zu entwickeln. Dass Syrien bereits vor über zehn Jahren sturmreif geschossen wurde, sollte jedem klar sein. Wenn die dortige Machtclique in der Zwischenzeit zu wenig für die Besserstellung der Bevölkerung unternommen hat, ist das jetzt eben die Konsequenz daraus.
Immerhin war Assad ein stabilisierender Faktor in der Region.
Jetzt ist er aus den Schlagzeilen raus und der MS kann sich ein anderes Opfer suchen. Keines der Länder jenseits des Bosporus wird ja von einem blutrünstigen Diktator regiert, sind alles Musterdemokratien, nicht wahr?
Die Ursache der Unruhen in der ganzen Region dort liegt, vergessen wir das nicht, in den willkürlichen Grenzziehungen der Briten, und die Probleme von Assad entstanden, als er sich weigerte, sich der Weltbank zu unterwerfen.
Als die Amerikaner beschlossen, Europa mit arabischem Gas anstatt russischem zu versorgen, war Assads Weigerung, die Gaspipeline durch Syrien verlegen zu lassen, sein Todesurteil.
Das Land wird sich in den kommenden Monaten auf den lybischen Pfad der Tugend machen und anschliessend zum Kriegsschauplatz zwischen dem landhungrigen Zwergstaat und den Einheimischen werden.
Hallo,
vorschnelle Kurzschlüsse, mehr ist zu dem Artikel kaum zu sagen.
Denn die Lage betrifft so viele Dritte; USA, Israel, Russland, China, Türkei, Iran … dass es da viele Varianten zu analysieren gäbe.
Es gibt nur eine geringe Chance die vorrückende Islamisierung der Welt zu stoppen. Alle gegenwärtigen und zukünftigen Opfer der Islamisierung, die USA, Europa, China und Indien einigen sich.
Der Westen schafft aus Machkalkül den nächsten Fail State und glaubt, er hat gewonnen. Am Ende wird die Niederlage nur um so größer. Für Russland war es auch eine ökonomische Frage, denn offenbar gibt es in Syrien kein Nationalbewusstsein, resp. Patriotismus. Aber ohne diesen ist ein Land nicht zu verteidigen, sie Großer Vaterländischer Krieg. Warum sollte Russland also Ressourcen verschwenden? Soll der Westen, die Türkei und die kurzsichtigen islamistischen Diktaturen im Nahen Osten doch sehen, wie sie klarkommen. Assad hat seiner Bevölkerung zumindest die Straßenkämpfe und damit die maximale Zerstörung der großen Städte erspart. Mit Syrien wird es so enden wie mit der Ukraine und Afghanistan. Man kann Faschisten und Terroristen nicht steuern oder mit ihnen zusammenarbeiten, ohne den größtmöglichen Schaden anzurichten.
Das schöne Syrien wurde wieder mal von der Terrorzentrale der Türkei aus vernichtet. Jetzt fangen die wieder an auf öffentlichen Marktplätzen mit Hinrichtungen. Und alle schreien „Syrien ist frei“. Wo ist Syrien jetzt frei ? Kein einziger syrischer Flüchtling oder Familien aus Deutschland wollen zurück nach Syrien zu einem angeblich freien Syrien. In Syrien was aufzubauen ist nicht möglich. Nur der Tod erwartet einen durch Hinrichtungen nach Verrat und Vorgabe falscher Zeugen. Zwei männliche Zeugen genügen, um eine sofortige öffentliche Hinrichtung zu erwirken. Oder ein männlicher Zeuge und zwei weibliche Zeugen (Frau nur halbe Stimme).
Der Westen bejubelt das noch und wird sehr bald die Flüchtlinge ernten. Chaos in Deutschland ist von der deutschen Bundesregierung erwünscht. Das erleichtert das Regieren durch Ausnahmezustandsgesetze im Sinne der Globalisten.
Das habe ich mir bereits auch gedacht – kriegt dafür Russland ganz Banderastan? Wenn Kiew wie Damaskus in 12 Stunden fallen würde und dann verschwindet das Flugzeug mit Schnorrlensky vom Radar…
Ja, das denke ich auch. Russland hat nicht viel unternommen, Assad konnte fliehen, Erdogan war eingeweiht (ohne Putins Zustimmung wäre er nicht so frech gewesen), die Türkei profitiert…wahrscheinlich. Der Iran kommt über Syrien nicht mehr nach Israel…ich schätze, Russland bekommt, was es wollte, Neutralität der Ukraine und den Donbass unter russ. Kontroxle.
Vielleicht… Das Böse Medium berichtet gerade, das Zionistenstan bombardiere derzeit massiv etliche syrische Stützpunkte wie die Luftwaffenbasis bei Damaskus. Mit genügend Ironie der Geschichte wird vielleicht ein Krieg des neu regierten Syriens gegen das Zionistenstan provoziert? In diesem Fall würden sich die syrischen Islamisten vermutlich nach muslimischen Verbündeten umschauen?
Ja, das ist wieder sehr spannend. Profitiert Israel nicht, wars kein Trump Deal. Doch lassen sie sich wohl auch nicht in die Karten schauen. Die Hisbollah hat sich jedenfalls zurückgezogen. Selenski faselt nun schon was von einem gerechten Frieden. Sein Treffen mit Trump in Paris ist einigermaßen konfus verlaufen. Und Trump soll dabei Macron dreimal die Hand fast ausgerissen haben… :-).Aber Wokeistan jubiliert. Gerald Grosz vermerkte daher ätzend, jetzt könnten ja die Syrer, die vor dem „Diktator Assad“ geflüchtet sind, wieder heimkehren, nicht nur auf Urlaub…wissend, dass mit den Terroristen sicher noch wenigwr gut Kirschen essen ist…
„….Für Putin steht viel mehr auf dem Spiel: sein Einfluss im Nahen Osten, der sich v.a. an Assad festmachte;……“
Sorry, nein. Erstens vergisst der Autor den Iran und zweitens sind die guten Beziehungen Putin’s (im speziellen) und Russlands (ganz allgemein) zu Saudi Arabien und vielen anderen Golf Staaten längst ikonische Memes geworden.
Weder Syrien noch Assad waren zuletzt noch in der Lage, größeren Einfluss auf die Region auszuüben – zu lange wurde das Land von mehreren Seiten aufgerieben.
Meiner Meinung nach ist Russland der Gewinner dieser Entwicklungen – wenn auch noch nicht heute. Die Golf-Staaten sehen dem zu und beobachten ein weiteres Mal, wie sehr man den USA trauen kann. Aus „leave us alone“ könnte dort also schnell „go to hell“ werden, wenn nicht gar „we bring you hell“.
Die USA würden es so formulieren: we f*ck around and find out.
Die politische Änderung in Syrien lässt insbesondere die deutschen Bürger hoffen,dass wieder die angeblich vorübergehend in Deutschland befindlichen Syrer baldmöglichst zurückgehen.Angeblich wurden jene in Deutschland befindlichen Syrer von Assad verfolgt.Das ist jetzt vorbei,sofern jene Syrer tatsächlich verfolgt wurden.Aber leider ist es nicht so !!.Wir haben unzählige radikale syrische Islamisten in Deutschland grosszügig aufgenommen und alimentieren sie noch.Einige haben bereits deutsche Pässe. Für Deutschland kann der Sturz Assads noch verheerende Folgen haben.
Und vor allem, Syrien wird jetzt Spielball der Globalisten. Mal von der Türkei abgesehen die sowieso Gewinner ist. Zuerst wird die Weltbank mit viel Geld die syrische Regierung ködern, dann folgen die Erpressungen, Sanktionen, Restriktionen u.s.w. um schnurtracks die weitere Ausbeutung Syriens durch den Westen zu ermöglichen. Es wird kein freies syrisches Volk geben, weil es von ihrer eigenen Führung an den Westen verraten wird. Das Gegenteil ist der Fall, man wird die Scharia vollumfänglich durchsetzen. Dafür gibt es dann eine Scharia-Polizei. Ich würde sagen, der Mob und die syrischen Familien mit Kindern werden flüchten nach Deutschland. In Deutschland angekommen wird man dann das Land ebenfalls zerstören durch die Scharia und die Errichtung eines Kalifats. Nutznießer und Weltenführer bleiben dabei, wie immer, ebenfalls die Globalisten.
Rückzug oder Schachzug?
Assad wurde von Russland gehalten, ist dies ein Rückzug, um die Kräfte in der Ukraine zu bündeln, oder setzt Putin darauf, dass sich die NATO hier auf Seite Israels involvieren und verausgaben muss?
Ich tippe auf einen Trump Deal… einfach, weil es so rasch gegangen ist.
Vielen Dank für Ihren Artikel Herr Oysmüller. Ein Video von Herrn N. aus I. auf X genügte um zu wissen, welche Geister in Syrien lenken. Es ging alles sehr überraschend und aus meiner persönlichen Perspektive sehe ich eine erneute „Flüchtlingskrise“ herannahen. Etliche hämische Stimmen aus dem „rechten“ Lager merken an, dass man nun doch umgehend zurück nach Syrien gehen könne. Ich glaube jedoch, dass es genau umgekehrt kommen wird. Eine erneute Destabilisierung Europas ist das gewünschte Ziel. Herr N. aus I. wird alle potentiellen Gegner nach Europa los und die Türkei wird die Flüchtlinge durchwinken. Das die linke „geimpfte“ Presse in Deutschland jubelt, Syrien sei nun frei mag an den Spikes im Impfstoff liegen. Die Linken in allen Lagern werden wieder nicht verstehen, dass es ab Montag noch anstrengender beim Jobcenter zugehen wird. Aber ihre Ideologie aufgeben, niemals! Ein nettes Ablenkungsmanöver zur immer noch drohenden Eskalation in der Ukraine ist es allemal. Erinnert stark an 2014 als auf dem Maidan die gleichen surrealen Bilder wie z. Z. aus Tiflis, in die medialen Kanäle vordrangen. Alles wie gehabt, nur die Erkenntnisse erneuern sich nicht. Demonstrierende Palästinenser sind nicht „unsere“ Freunde und niemand sollte ihnen etwas glauben. Wer die Hamas bejubelt, der ist nicht ganz dicht. Israel muss auch niemand bejubeln und nein, es ist kein Antisemitismus dies hier zu schreiben. Fakt ist allerdings ganz sicher, dass bestimmte Länder die Welt immer näher an einen großen globalen Konflikt heranführen. Welche Hintergründe dies haben mag, bleibt weiterhin eine Frage der geopolitischen Perspektive. Frau Guérot unternahm einen schwülstigen Versuch, leider am Thema (ihr Buch über Halford Mackinder) vorbei. Die eurasische Platte ist ein möglicher Störfaktor, der aus US-amerikanischer Perspektive eine ernstzunehmende Bedrohung darstellen muss. Kein Suez-Kanal, keine unsicheren Schifffahrtswege sind dann ein Thema. Sicherer Schienenverkehr innerhalb kürzester Zeit. Die USA und ihre Satelliten werden in der Bedeutungslosigkeit verschwunden. George Friedman hin oder her. Quelle: https://www.youtube.com/watch?v=QeLu_yyz3tc
Ein „positiver Regime-Change“ durch eine salafistisch-dschihadistische Organisation, die in den USA, der EU und anderen Ländern als Terrororganisation gilt und über Zehntausende Kämpfer verfügt ist wirklich positiv?
Nirgendwo ist dies deutlicher als im Fall von Abu Mohammad Al-Jolani, manchmal auch Al-Julani oder Al-Golani geschrieben, der jetzt in den westlichen Medien als gemäßigter „Rebellen“-Führer hochgejubelt wird. Er war der stellvertretende Anführer des IS, und die CIA hat tatsächlich ein Kopfgeld von 10 Millionen Dollar auf ihn ausgesetzt! Ja, es ist dieselbe CIA, die ihn finanziert, ausrüstet und ihm Luftunterstützung gewährt.
Unterstützer der syrischen Rebellen versuchen noch immer zu leugnen, dass sie von Israel und den USA (Anm.: Die natürlich nicht Hunderttausende von Menschen auf dem Gewissen haben) unterstützt werden.
Dies trotz der Tatsache, dass vor fast einem Jahrzehnt vor dem US-Kongress öffentlich ausgesagt wurde, dass bis dahin über eine halbe Milliarde Dollar für die Unterstützung der syrischen Rebellenkräfte ausgegeben worden seien und dass die Israelis den Dschihadisten offen medizinische und andere Hilfe sowie wirksame Luftunterstützung zur Verfügung gestellt hätten.
Was wir jetzt erleben, ist die Zerstörung all dessen und die Durchsetzung einer Herrschaft nach saudischem Vorbild. Alle kleinen kulturellen Dinge, die auf Pluralismus hindeuten – vom Weihnachtsbaum über Sprachkurse und Weinherstellung bis hin zu Frauen ohne Schleier – wurden gerade in Aleppo zerstört und könnten von Damaskus bis Beirut zerstört werden.
„Dieser Wandel ist eine Chance, ein neues Syrien auf der Grundlage von Demokratie und Gerechtigkeit aufzubauen, das die Rechte aller Syrer garantiert“, schrieb der Kommandeur der kurdisch geführten und von den USA unterstützten Truppe in einem Beitrag auf X.
Klingt nach US-McCain, am 15. Dezember 2013 „Tag der Würde“am Maidan:
„Die Zukunft in Frieden! Die Zukunft Eurer Nachbarn! Die freie Welt ist mit Euch! Amerika ist mit Euch! Ich bin mit Euch! „…
Im Nahen Osten scheint sich ein wahrhaft gewaltiger Wandel in rasantem Tempo abzuspielen. Im Kern geht es dabei um einen Pakt mit dem Teufel: Die Türkei und die Golfstaaten akzeptieren die Vernichtung der palästinensischen Nation und die Schaffung eines Groß-Israels im Gegenzug für die Vernichtung der schiitischen Minderheiten in Syrien und im Libanon und die Durchsetzung des Salafismus in der gesamten östlichen arabischen Welt.
Textgrundlage braveneweurope – Craig Murray – „The End of Pluralism in the Middle East“ – December 6, 2024
Craig Murray ist ein britischer ehemaliger Diplomat, politischer Aktivist, Menschenrechtsaktivist, Blogger und Whistleblower – Er berichtet direkt aus Beirut