
Australien: Social Media Sperre für anonyme User
Plötzlicher Vorstoß in Australien: Im Schnellverfahren plant die Regierung ein Gesetz, das eine Ausweispflicht für Social-Media bedeutet.
Es ist beliebt unter einem Pseudonym im Internet zu posten. Der Grund ist einfach: Viele Personen fürchten mittlerweile staatliche Repression oder soziale Ächtung, dafür, dass sie ihre Meinung sagen. Für eine angeblich „freie-liberale“ Gesellschaft ein ziemliches Todesurteil. In Australien dürfte es damit aber bald vorbei. Die Regierung will, dass soziale Medien wie Facebook, X oder TikTok künftig nur mit digitaler ID genützt werden können. Im Internet gilt dann bald eine Ausweispflicht.
Ausweispflicht durch die Hintertür
Dies wird mit einer Alterssperre eingeführt, und die sozialdemokratische Regierung versucht das Gesetz im Eilverfahren durchzudrücken. Verkauft wird das Gesetz damit, dass die Nutzung von sozialen Medien erst ab 16 erlaubt wird. Vielleicht sogar etwas, was man diskutieren und unterstützen könnte. Doch die Umsetzung bedeutet, dass alle Australier, die einen Social-Media-Account betreiben wollen, ihr Alter (und somit ihre Person) verifizieren müssen. Die australische Regierung hat bereits bestätigt, dass die „Alterssperre“ so umgesetzt wird. Was also zunächst nach einem Alterslimit aussieht, ist de facto die Klarnamen- und Ausweispflicht im Internet. Zumindest gegenüber dem Staat.
Rebekah Barnett, die australische Journalistin, auf die TKP immer wieder gerne verweist, fordert die Australier dazu auf, Stellungnahmen gegen das Gesetz einzubringen. Viel Zeit ist dafür nicht. Außerdem schreibt sie zu dem kontroversen Plan:
Es gibt zuverlässige Beweise dafür, dass die intensive Nutzung von Smartphones und sozialen Medien Kindern und Jugendlichen schadet. Kinder kommen immer früher mit Online-Pornos in Berührung. Soziale Medien verschlimmern Mobbing, Probleme mit dem Selbstwertgefühl durch die ständige Zufuhr von geschönten Bildern, können über Smartphone-vermittelte Apps Kinder zu unangemessenen Interaktionen verleiten.
Die Frage ist nicht, ob diese Dinge schädlich sein können, sondern was man dagegen tun kann und wie man diese Maßnahmen mit den Vorteilen, die die Nutzung sozialer Medien mit sich bringt, in Einklang bringen kann (z. B.: Bildung und Kontakt).
Die australische Regierung neigt zu stumpfen Lösungen für Probleme, die an der Schnittstelle zwischen sozialen und digitalen Phänomenen angesiedelt sind – das schwerfällige und völlig fehlgeleitete Desinformationsgesetz ist ein Beispiel dafür.
Welche Technologie wird bei diesem Prozess zum Einsatz kommen? Das wissen wir noch nicht, denn die Ausschreibung für den 6,5 Millionen Dollar teuren Test der Alterssicherungstechnologie der Regierung wurde erst vor einer Woche an ein Konsortium unter der Leitung des weltweit führenden Age Check Certification Scheme (ACCS) vergeben.
„Zu den Alterssicherungstechnologien gehören Methoden, die die Identitätsnachweise eines Benutzers überprüfen, um sein Alter genau zu bestimmen, sowie Methoden, die das Alter eines Benutzers schätzen – zum Beispiel anhand biometrischer Merkmale oder digitaler Nutzungsmuster“, heißt es in der Ankündigung der Vergabe.
Wir wissen jedoch, dass der eSafety Fahrplan für die Altersüberprüfung mit dem kürzlich verabschiedeten australischen Rahmenwerk für die digitale Identität verknüpft ist, für das die Regierung in den nächsten vier Jahren 288,1 Millionen Dollar bereitgestellt hat.
Digital ID ist zwar nicht die erste Station auf dem Weg zur Online-Altersverifikation, aber wahrscheinlich das Endziel.
Darüber spricht die Regierung aber nicht. Sie beschreibt das Gesetz (in ihren Worten) so:
- Es wird jungen Australiern in kritischen Phasen ihrer Entwicklung mehr Schutz bieten.
- Es wird von Social-Media-Plattformen verlangen, angemessene Schritte zu unternehmen, um zu verhindern, dass unter 16-Jährige Konten haben.
- Das Gesetz verpflichtet die Social-Media-Plattformen – nicht die Eltern oder die Jugendlichen – angemessene Maßnahmen zu ergreifen, um diesen Schutz zu gewährleisten.
- Es wird sicherstellen, dass junge Australier weiterhin Zugang zu Messaging und Online-Spielen sowie zu gesundheits- und bildungsbezogenen Diensten wie Headspace, Kids Helpline, Google Classroom und YouTube haben.
- Die Regierung wird strengere Strafen für Verstöße gegen die Online-Sicherheit einführen, so dass digitale Plattformen bei systematischen Verstößen mit Geldstrafen von bis zu 49,5 Millionen Dollar belegt werden können.
- Mit dem Gesetzentwurf wird eine neue Definition von „altersbeschränkten“ sozialen Medienplattformen eingeführt. Dazu gehören u. a. Snapchat, TikTok, Instagram und X.
- Der Gesetzentwurf enthält strenge Datenschutzbestimmungen, die die Plattformen u. a. dazu verpflichten, alle gesammelten Daten unter Verschluss zu halten und zu vernichten, um die persönlichen Daten aller Australier zu schützen.
Für die Klarnamenpflicht im Internet argumentierte in Österreich etwa bereits die türkisblaue Kurz-Regierung 2019. Wie das technisch umgesetzt werden sollte, konnte nicht entscheidend geklärt werden. Die Pläne wurden wieder in die Schublade verfrachtet. Australien setzt nun offenbar um. Realisiert wird es, so kann vermutet werden, mit der digitalen ID, die wie auch in der EU auch in Australien immer näher kommt – TKP hat darüber berichtet.
Welch Überraschung.
Das Gute am Internet ist und bleibt ja die Anonymität um eben nicht darüber drangsaliert zu werden.
Das dies denen, die uns über das Digitale beherrschen wollen ein Dorn im Auge ist, ist selbsterklärend.
Was nutzt mir, eine zugeschnittene einzigartige Identität, oder die Kenntnis über die des anderen?
Relativ wenig, bis nichts. Was nutzt es denen, die die Macht haben und einen dann gezielt auf jegliche Art und Weise regulieren, zensieren, sonstwie bestrafen und angehen können?
Maximal viel würde ich sagen.
Das ist wie mit dem Bargeld und einer Geldsoftware als digitales Geld getarnt.
Im Grunde brauchen wir sie nicht und es hat kaum Vorteile, die eine Größenordnung darstellen. Welche Vorteile hat es für den der es kontrolliert und damit jeden einzelnen bis in das letzte Geheimnis und in unsere Körperrechte usw? Maximal Viele würde ich behaupten…
Was also tun?
Diese Anmeldungen und aus uns Nummern machen, sehe ich schon lange auf uns zukommen. Man merkt es auch immer, wenn einem YT mal wieder die Telefonnummern entlocken will, oder wenn man irgendwo plötzlich seine biometrischen Daten für simpelste Sachen einspeisen soll…
Nicht Mitmachen funktioniert nur, wenn der Rest auch verweigert und zwar mit ein wenig Geduld, nicht nur einen Monat lang.
Und da wird es wieder schwer.. Und was ist die eigentliche Ursache des Problems?
Wir sind die Abhängigen in einer Systemstruktur von Herrschenden die eben sich immer ermächten und die Regeln für sich, gegen uns machen, aber mit viel Werbung, dass es für uns das Beste ist, was es geben kann..
Noch besser, wir verbieten das Internet 🤓 und dezentralisieren die Medien. Lobbyismus und Monopolisierung sind Straftatbestände, die auch tatsächlich geahndet werden.
Jeder Staats-Diener muß seine finanziellen Verhältnisse in Block-Chains transparent darstellen. Der Preis der Macht. 👍
Kurze Amtszeiten und geprüftes Wissen in den Ressorts, dessen Amt ein Mensch bekleiden möchte, werden zu unabdingbaren Voraussetzungen. Ebenso die nachgewiesene Teilnahme per Einkommenssteuerbescheide am Arbeitsleben außerhalb des Politbetriebs aber innerhalb des ausgewiesenen Arbeitsbereiches.
Alle Kanzleranwärter müssen sich in einem landesweiten Reisemarathon der Bevölkerung mit ihren Vorschlägen präsentieren. Die Zustimmungswerte und Wahlergebnisse werden immer über Blockchains transparent und für Jedermann zugänglich gemacht.
Damit werden 90% der gerade besetzten Regierungsstellen vacant…😂👍‼️..für Kompetenz, Vernunft und Intelligenz. I like it.
Ist aber eher „wishful thinking“ und wird garantiert nicht passieren….
Die Gedanken sind frei, nur in Wort oder Ton darf man sie nicht mehr fassen! Weit haben wir es nach 80 Jahren wieder einmal gebracht.
Weltweit wächst überall der Faschismus wieder hervor. Faschismus entsteht, wenn Globalisten extremen Einfluss auf nationale Regierungen und Wirtschaft nehmen. Regierungen also käuflich sind und somit ihr Land den Globalisten hinterlassen.
Das hat natürlich einen Grund, warum sich dies wiederholt. Und diesen Grund gilt es zu beseitigen, dann passiert das auch nicht mehr so einfach, oder gar nicht.
Machtmonopole maximal beenden und dazu braucht es Regeln, die ein Machtmittel maximal limitieren und es auf alle verteilen.
Die Grundordnung ist also so nicht mehr tragbar, die wir jetzt leben und gelebt haben. Es ist einfach generell falsch, wenn wenige Individuen über den Rest bestimmen. Das mag früher nicht so dramatisch intnsiv gewesen sein, wobei die Sklaverei nun auch nicht gerade harmlos war, aber mit immer mehr Fortschritt und immer mehr Reichtum über Fortschritt, wird dieses eh schon bestehende Problem maximiert und zwar bedenklich.. Ich will mir gar nicht ausmalen, wie es in 50 Jahren bei gleicher Systemgrundlage hier aussieht.
Wenn technologischer Fortschritt aus ein paar Mitmenschen Götter macht und sie jeden und alles ohne Angst vor Konsequenzen behandeln können wie sie wollen, bis hin zur Auslöschung…
Das dies so nicht bleiben kann, sollte jedem mit etwas Verstand einleuchten.
Genau, sehr gute Beschreibung und sogar mit einem Lösungsvorschlag die Macht zu limitieren. In Russland zum Beispiel kann man Millionär werden und Arbeitsplätze schaffen. Wehe dem der es versucht mit seinem Reichtum die Politik zu schmieren und Einfluss zu nehmen, dem drohen 10 Jahre Zuchthaus wie im Fall Michail Chodorkowski.
Kein Ruhmesblatt für die FPÖ – die KuK-Variante der AfD. Seltsam, da es immer weniger ratsam wird, sich öffentlich zu einer dieser Parteien zu bekennen.