Grippe, Covid & Co: Das unterschätzte Potenzial der Zistrose

19. November 2024von 6,6 Minuten Lesezeit

Von einer seriösen Aufarbeitung der Corona-Zeit sind wir nach wie vor weit entfernt. Es herrscht in der Wissenschaft keine offene Diskussion darüber, was etwa im Rahmen der Naturheilkunde und Phytotherapie helfen könnte. So hat eine Medizin, die nun primär von der Nano- und Gentechnik vereinnahmt wird, wohl auch kein Interesse daran, die Schutzwirkungen von Cistus incanus einer breiten Öffentlichkeit vorzustellen.

In der Zeitschrift für Phytotherapie erschien im Juni 2024 ein Übersichtsartikel von Prof. Dr. Peter W. Gündling, Dozent der Hochschule Fresenius in Idstein eine Übersichtsarbeit: „Cistus x incanus L. – Eine potente Heilpflanze zur Prävention auf vielen Ebenen“. (1)

Die Zistrosengewächse (Cistaceae) gehören in den Mittelmeerländern seit Jahrhunderten zum traditionellen Arzneimittelschatz. In Deutschland entdeckte man vor rund 15 Jahren bereits ihr antivirales Potenzial bei Grippe (2). Dieses besteht ohne Bildung von Resistenzen oder negativen Nebeneffekten. Für den Extrakt Cistus x incanus L. (CYSTUS052) der deutschen Firma Pandalis wurde das antivirale Profil klinisch nachgewiesen. Er war in der Lage sowohl die Schwere, als auch die Dauer einer viralen Atemwegserkrankung signifikant zu verringern. (3)

Daneben hat die Zistrose noch eine Fülle weiterer interessanter Wirkungen: antibakteriell, antiinflammatorisch, antimykotisch, antiglykämisch, lipidsenkend und antikanzerogen. Diese werden seit längerem intensiv beforscht.

Historie und Inhaltsstoffe

Bereits aus dem 4. Jht. vor Christus existieren schriftliche Belege, wonach in Griechenland Hautkrankheiten damit behandelt wurden. Das aus dem Harz der Pflanze gewonnene Oleoresin Labdanum wurde nach Afrika und Ägypten exportiert, gegen Bakterien und Pilze eingesetzt sowie als Räucherwerk verwendet. Die Volksmedizin im Mittelmeerraum nutzt die Zistrose auch bei Kreislauf-, Harnwegs- und Magen-Darm-Erkrankungen.

1999 wurde Cistus x incanus L. von der Gesellschaft Herba Historica als polyphenolreichste Pflanze Europas ausgezeichnet. (4) Laut einer aktuellen Übersichtsarbeit gehört Cistus incanus betreffend das antivirale Potenzial zu den 11 besten Pflanzen weltweit. (5).

Die Inhaltsstoffe der Zistrosenarten unterscheiden sich je nach Herkunftsgebiet, Spezies und Klima. Allen Extrakten gemeinsam ist jedoch der hohe Polyphenolgehalt (größtenteils Ellagitannine bzw. Punicalagin, außerdem diverse Flavonoide), dazu ätherische Öle und ein braunes Harz aus Diterpenen vom Labdan-Typus. Der Polyphenolkomplex erweist sich zudem als sehr stabil, auch wenn er über den Verdauungstrakt aufgenommen wird.

Tier- und Humanstudien

Zahlreiche Studien beziehen sich auf die antibakterielle und antimykotische Wirkung. Gegen 5 Bakterien- und 5 Pilzstämme zeigte sich der Extrakt hemmend. Unter Cistus-Tee ergaben sich außerdem positive Effekte gegen Karies und Paradontitis.

Die genannte antivirale Wirkung scheint Untersuchungen zufolge speziell beim Extrakt Cistus x incanus L. Pandalis vorzukommen und nicht bloß vom den Polyphenolgehalt abhängig zu sein. Aufbauend auf Studien aus Japan zeigte sich später in der deutschen Studie, dass der Extrakt Cystus052 von Pandalis das Andocken der Viren an die Zelle wirksam verhindern konnte. Man stellte fest, dass dieser Extrakt bei mit Vogelgrippe (!) infizierten Tieren, eine bessere antivirale Wirkung zeigte, als ein chemisches Präparat. (2),

Unter den Humanstudien ist hervorzuheben, wie Rebensburg et al. schon 2016 zeigen konnten, dass Cistus incanus-Extrakte eine starke antivirale Wirkung bei vielen für den Menschen potenziell lebensbedrohlichen Krankheiten aufweist. Zistrosen-Extrakt hemmte hier in vitro klinische HIV-1 und HIV-2-Isolate und sogar ein Virusisolat mit mehrfachen Arzneimittel-Resistenzen. Der Extrakt verhinderte auch eine Infektion von Zellen durch Viruspartikel, die mit Hüllproteinen des Ebola- und Marburg-Virus pseudotypisiert waren, was bedeutet, dass der Cistus-Extrakt auch gegen neu auftretende virale Krankheitserreger wirksam sein sollte. Die Gefahr von Virus-Resistenzen erwies sich als gering. (6)

Anwendung und Wirkung der Zistrose im Rahmen von SARS-CoV-2

Cistus incanus hat sich im Rahmen der Covid-19-Pandemie bewährt. Adler empfahl hier bereits im Frühjahr 2020 seinen Patienten, wie auch medizinischem Personal, die Einnahme von 3 mal 2 Cystus052-Lutschpastillen pro Tag sowie zweimal täglich eine kochsalzhaltige Nasensalbe zur Befeuchtung der Schleimhäute. 125 Patienten, die dies über 6 Wochen durchführten und dazu untersucht wurden, wertete er retrolektiv aus. Bei keinem Einzigen zeigte sich eine Infektion, obwohl bei 9 von ihnen im selben Haushalt lebende Personen (laut PCR-Test) an Covid-19 erkrankt waren. (7)

Bereits 2020 legten erfolgreiche in vitro-Untersuchungen den Einsatz von Cistus-Extrakten als wirksame Prophylaxe gegen Covid-19 nahe – also lange vor der „Impfung“.

Eine ungarische Forschergruppe untersuchte mittels einer retrospektiven monozentrischen Fall-Kontroll-Studie die Wirksamkeit eines Extrakts als Nasopharyngealspray an 170 PCR-bestätigt SARS-CoV-2-infizierten Patienten (dieser enthielt aber auch Salbei und Echinacea – zwei andere potente „Virenfänger“). Nach 12 Tagen Anwendung des Sprays assoziierte man damit eine signifikant kürzere Dauer der Symptome bei milden Verläufen. (8)

Nachdem neue Varianten des Virus auftauchten, wurden auch diese in vitro untersucht.

Mitarbeiter des Instituts für medizinische Virologie der Johann-Wolfgang-Goethe-Universität Frankfurt/Main testeten die Wirkung des Cistus-Pandalis-Extrakts am Darm-Zell-Modell mit verschiedenen Virusmutanten, wobei sich eine nahezu 100-prozentige Hemmung zeigte. Gleichzeitig erkannte man, dass dieser Extrakt auch in hohen Konzentrationen nicht zelltoxisch wirkt und die Lebensfähigkeit menschlicher Darmzellen sogar fördert. (9)

Von März 2020 bis September 2022 eine Fragebogen-basierte Umfrage durchgeführt, um das Anwendungserfahrungen mit dem Cistus-Extrakt 052 Pandalis während Covid-19 zu erfassen. 169 Fragebögen konnten ausgewertet werden. 53 Prozent der Anwender gaben an, den Extrakt nur vorbeugend genommen zu haben, 44 Prozent sowohl prophylaktisch, als auch therapeutisch und 3 Prozent ausschließlich therapeutisch. 95 Prozent der Anwender gaben an, dass der Cistus-Extrakt sie vor einer Infektion geschützt und 98 Prozent, dass er ihnen gegen ihre Beschwerden geholfen habe (10).

Man darf am Ende wohl die positive Vermutung in den Raum stellen, dass auch im Fall von Impfschäden, „Long Covid“ oder gar der Zulassung und Verbreitung von selbstreplizierenden „Impfstoffen“, gewisse Beschwerden bzw. die Gefahren für die eigene Person (Shedding) durch eine Anwendung von Cistus-Tee und Präparaten minimiert werden könnten.

Das ist immer wieder der Vorteil der Natur – sie lässt sich von Chemie nicht überlisten.

Interessenskonflikte:

Diese bestehen für meine Person nicht. Ich sehe mich lediglich als Multiplikatorin positiver Nachrichten und erhalte von keinem in meinen Artikeln erwähnten Hersteller Honorare oder finanzielle Zuwendungen! Dazu kommt in der Regel das freiwillige (selbst bezahlte) persönliche „Testen“ von Methoden oder Präparaten an mir selbst, um Dinge wirklich beurteilen zu können. Mit Cistus incanus (Tee und Extrakt) habe ich ausgezeichnete Erfahrungen gemacht – speziell in Kombination mit Apitherapie (Bio-Honige und Propolis)

Hinweise und Quellen:

(1) Ein Sonderdruck dieses Artikels im Thieme-Verlag Stuttgart kann gratis über die Fa. Pandalis angefordert werden. (mit 48 Studienangaben)
(2) Ehrhardt C, Hrincius ER, Korte V, Mazur et al. A: A polyphenol rich plant extract, CYSTUS052, exerts anti influenza virus activity in cell culture without toxic side effects or the tendency to induce viral resistance. Antiviral Res 2007; 76: 38-47. DOI: 10.1016/j.antiviral.2007.05.002
(3) Kalus U., Grigorov A, Kadecki O et al.: Cistus incanus (CYSTUS052) for treating patients with infection oft he upper respiratory tract. A prospective, ranomised, placebo-controlled clinical study. Antiviral Research 2009; 84: 267-271, DOI: 10.1016/j.antiviral.2009.10.001
(4) Gabele H.: Die Zistrose – eine alte Heilpflanze. Phytotherapie 2008; 4: 28-31
(5) Saifulazmi NF, Rohani ER, Harun S et al.: A review with updated perspectives on the antiviral potentials of traditional medicinal plants and their prospects in antiviral therapy. Life (Basel) 2022; 12: 1287. DOI: 10.3390/life 1208 1287
(6) Rebensburg S, Helfer M, Schneider M et al.: Potent in vitro antiviral activity of Cistus incanus extract against HIV und Filoviruses targets viral envelope proteins. Sci Rep 2016; 6: 20394. DOI: 10.1038/srep20394
(7) Adler M.: Retrospektive Therapiebeobachtung im Rahmen der Pandemie mit Covid-19. Z Phytoher 2020; 41: 111-112. DOI: 10.1055/a-1102-1686
(8) Jankovics I, Borsos M, Mirani S, Dénes B.: Early use of polyphenol-rich Cistus creticus extract containing nasopharyngeal spray is associated with significantly shorter duration of symptoms in mild COVID-19 patients: a retrospective case-control study. JCMPHR 2021; 2: 1-5. DOI: 10.38207/JCMPHR/2021/0208155
(9) Gündling PW.: Eine Zistrosenvarietät (auch) als Schutz vor SARS-CoV-2-Enteritis? Z Phytother 2021; 42 (Suppl.): 520. DOI: 10.1055/s-0041-1731498
(10) Gündling P.: Use and effect of a special Cistus extract (Cystus052) during the covid pandemic – Retrospective survey study among users and prescribers. 2nd World Congress of Integrative Medicine and Health, Rome. Sept. 20–23 2023.
Bild „Zistrosen (Cistus)“ by fotoculus is licensed under CC BY-NC-SA 2.0.

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4 Kommentare

  1. GKS 20. November 2024 um 7:10 Uhr - Antworten

    Kann den Artikel nur bestätigen – auch ich habe mit Cistuspastillen und einem Algen-Nasenspray als Prophylaxe weder Corona noch eine andere Art von Erkältung gehabt, trotz sehr engem Kontakt mit Kindern, die im Lauf der Zeit einige Infekte durchgemacht haben. Dazu habe ich Vitamin-C und Zink eingenommen. Dabei habe ich Pastillen und Nasenspray nur in Situationen (oder kurz danach) angewendet, wenn ich unter Ansteckungsbedingungen in geschlossenen Räumen mit fremden Leuten war.

  2. Walter 19. November 2024 um 14:33 Uhr - Antworten

    Wird nicht lange dauern und die MSM werden das als Pferdewurmmittel von Aluhutträgern, Demokratiefeinden und Staatsverweigerern abstempeln!

    • Gabriele 21. November 2024 um 11:04 Uhr - Antworten

      Nicht vergessen: Rechtsextrem sind wir auch, wenn wir Naturheilmittel anwenden möchten!

  3. Glass Steagall Act 19. November 2024 um 11:32 Uhr - Antworten

    Danke an die Autorin, der Artikel ist gespeichert!

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