Viktor Orbán am Telefon mit Donald Trump

7. November 2024von 3,9 Minuten Lesezeit

Immerhin hat die EU-Ratspräsidentschaft einen guten Draht zum 47. Präsidenten der USA. Wie gut der Draht der Politiker in Brüssel ist, wird sich erst noch zeigen. Möglicherweise ist er sogar gerissen, obwohl Leyen Trump gleich beim Glückwunsch dran erinnert, dass die Partnerschaft zwischen EU und USA eine sehr gute ist.

‚Wir haben große Pläne‘ – Ungarns Orbán ruft Trump nach seinem Sieg an und sagt, sie wollten ihn töten… und doch hat er gewonnen.  „Sie drohten ihm mit Gefängnis, nahmen ihm sein Eigentum weg, wollten ihn töten, die gesamte amerikanische Medienwelt wandte sich gegen ihn, und doch hat er gewonnen“.

Entgegen der Verachtung vieler EU-Staats- und Regierungschefs für Donald Trump hat der ungarische Ministerpräsident Viktor Orbán stark auf dessen Wiederwahl gesetzt und Trump kurz vor der Wahl am 5. November aus voller Kehle unterstützt. Nun hat Orbán bereits mit dem designierten Präsidenten Trump telefoniert, um ihm zu gratulieren, während sich viele andere EU-Staats- und Regierungschefs auf das Schlimmste vorbereiten.

„Mar-a-Lago ruft in Budapest an! Wir hatten unser erstes Telefongespräch nach der Wahl mit Präsident Trump. Wir haben große Pläne“, schrieb Viktor Orbán auch auf seiner Facebook-Seite.

All dies bedeutet, dass Viktor Orbán wahrscheinlich einer der ersten Regierungschefs sein wird, der nach der Wiederwahl Donald Trumps persönlich mit ihm sprechen kann, und höchstwahrscheinlich auch der erste europäische Regierungschef. Trump, der bekanntlich Wert auf Loyalität legt, wird die Kampagne der EU gegen Ungarn, einschließlich der Einbehaltung von eingefrorenen EU-Milliarden, wahrscheinlich mit Unverständnis betrachten. Es wird erwartet, dass Trump die amerikanische Haltung gegenüber der EU in vielerlei Hinsicht völlig neu ausrichten wird, es könnten Zölle, Sanktionen und andere diplomatische Maßnahmen folgen.

Am Mittwochmorgen gehörte der ungarische Premierminister zu den ersten Gratulanten des Ergebnisses.

„Ich sehe einen strahlenden Sieg, vielleicht das größte Comeback in der westlichen politischen Geschichte. Ein großer Sieg. Sie drohten ihm mit Gefängnis, nahmen ihm sein Eigentum weg, wollten ihn umbringen, die gesamte amerikanische Medienwelt wandte sich gegen ihn, und doch hat er gewonnen“, sagte er.

Wie er sagte, besteht jetzt eine große Chance, dass bis zum Ende des Jahres die Friedenskräfte in der westlichen Welt in der Mehrheit sein werden.

„Es besteht eine große Chance, dass dies geschieht, und wenn es so geschieht, kann die Wirtschaft ins Stocken geraten, und auch die amerikanisch-ungarischen Beziehungen können zu ihren alten goldenen Zeiten zurückkehren. Wir haben mehrere Pläne, die wir mit Präsident Donald Trump im kommenden Jahr umsetzen können“, sagte er.

In den sozialen Medien hat er auch über die starke Verbindung zwischen den beiden Staatsoberhäuptern berichtet, die sich kurz vor den Wahlen telefonisch beraten hatten. „Ich habe gerade mit Donald Trump telefoniert. Ich habe ihm viel Glück für den kommenden Dienstag gewünscht. Es sind nur noch fünf Tage bis dahin. Ich drücke die Daumen“, schrieb der ungarische Premierminister damals.

Auch Trump hat während seines Wahlkampfes zahlreiche Anspielungen auf Orbán gemacht und die guten Beziehungen zwischen den beiden Männern hervorgehoben.

Leyen kann es nicht unterlassen, auch Trump gleich an einige wichtige Dinge zu erinnern:

Ich gratuliere Donald J. Trump herzlich.

Die EU und die USA sind mehr als nur Verbündete.

Uns verbindet eine echte Partnerschaft zwischen unseren Völkern, die 800 Millionen Bürger vereint.

Lassen Sie uns also gemeinsam an einer starken transatlantischen Agenda arbeiten, die ihnen auch künftig Erfolge bringt.

Welch Unterschied zu Viktor Orbán.

Bild:<Elekes Andor, CC BY 4.0, via Wikimedia Commons/h5>

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7 Kommentare

  1. Daisy 8. November 2024 um 6:09 Uhr - Antworten

    Die deutsche Pfuschi wähnt sich als Führerin von über 800 Mio Menschen und sieht sich auf Augenhöhe mit dem US-Präsidenten. Was soll man sagen? Nun, das ist Größenwahn. Ich denke, Chaplin könnte sie parodieren als: Die große Diktator:in ?

    Brüssel ist total abhängig vom amerikanischen Deep State, der Pharmaindustrie, den Konzernen und den nicht normalen Börsenspekulanten… sie könnte nur winseln, nimm mich, ich will dein Hundi sein. Trump hat schon ein paarmal angedeutet, dass er uns allein lassen wird. Auch die europäischen Staaten müssen wieder lernen, zuerst an sich und ihre eigenen Leute zu denken. Macht Österreich-Ungarn-Schweiz wieder großartig, zB. Kehrte jeder nur vor seiner eigenen Türe, die Welt wäre eine bessere. Clean up your own backyard!
    https://www.alwayselvisfanclub.com/lyrics/clean-up-your-own-backyard

    • Varus 8. November 2024 um 7:39 Uhr - Antworten

      sie könnte nur winseln, nimm mich, ich will dein Hundi sein. Trump hat schon ein paarmal angedeutet, dass er uns allein lassen wird.

      Wenn Trump nicht will, dann kann sie nur in die andere Richtung winseln. Die „Eliten“ alter Welt mögen in Drittes Rom fahren, sich dort an die Kreml-Mauer ankleben und harren, bis der Hausherr erlaubt, seine Schuhe zu küssen. In diese Richtung Kriege zu eskalieren, wirkt denkbar kontraproduktiv. Für wen – für die Banderas, die etwa den Polen nicht erlauben, Opfer des Wolhyn-Massakers 1943 zu exhumieren – worauf dortiger Verteidigungsminister bereits droht, Waffenlieferungen zu kappen? Nach nur einem Jahr ist die PO-Regierung dort, wo schon mal PiS war – einen Monat vor der Wahl im Herbst‘23 wurden Lieferungen gestoppt.

  2. Glass Steagall Act 7. November 2024 um 19:38 Uhr - Antworten

    Da fällt Leyen doch gleich mit der Tür ins Haus:

    „Lassen Sie uns also gemeinsam an einer starken transatlantischen Agenda arbeiten, die ihnen auch künftig Erfolge bringt.“

    Heißt nichts anderes, Trump soll sich der Agenda 2030 der Machteliten unterwerfen und den Great Reset unterstützen, damit auch er vom fetten Kuchen der Machtergreifung aller Menschen seinen Gewinn erzielen kann!

    Die indirekte Drohung ist, wenn er sich nicht beteiligt, wird er keinen Erfolg haben oder man beseitigt ihn, aber diesmal wirklich!

    • Varus 8. November 2024 um 3:09 Uhr - Antworten

      Wie ich bereits im anderen Thread schrieb – wenn er Erfolg haben will, muss er die Woke Seuche auch in den Dritte-Welt-Kolonien (Dysotopiestan vulgo EUdSSR) beseitigen – erst dann ist es wirklich weg. Unser nutzen daraus – wir haben den ganzen Unfug vom Hals.

      Apropos Dritte Welt – auch gestern war meine Bahn-Heimfahrt purer Chaos: Vom Bahnsteig zum Bahnsteig rennen, wo vielleicht (mit viel Verspätung) einer der wenigen Züge ankommt, die nicht gestrichen wurden. Überall viel Gedränge. Vorgestern war es genauso. Vor 1-2 Jahren noch waren solche Chaos-Tage eher die Ausnahme, heute die Regel – gespendet vom freundlichen Herrn Wissing (bis gestern FDP), der auf keinen Fall seine Mission des Bahn-Pulverisierens aufgeben will.
      Ich sah mal eine Reportage aus Sudan, wo die Leute entspannt in Zügen Made in China reisen – irgendwie werde ich neidisch auf entwickelte Länder, wo alles so viel besser als in Takatuka-Buntschland organisiert ist.

      • Glass Steagall Act 8. November 2024 um 9:30 Uhr

        Warum sollte Trump Interesse haben, in Europa oder anderswo die „Seuche“ zu beenden? Um die USA im Innern zu verbessern und wieder aufzubauen, braucht er Europa wie alle Regierungen vorher auch, um es auszusaugen und den Geldfluss in die USA am Laufen zu halten!

        Die Frage ist, was passiert mit unseren aufgezwungenen Sanktionen gegen Russland? Dürfen wir wieder günstige Energie beziehen? Ich denke nein. Die USA verdienen gut daran, uns deren teure Energie zu verkaufen.

        Was werden die US-Oligarchen mit Europa machen? Ich denke, der Great Reset wird nun in Europa durchgezogen! Dann verdienen sie eben vorerst nur bei uns. Lassen sie unsere Industrie in Ruhe? Nein, sie werden weiterhin deutsche Industrie in die USA abführen, denn so kann man auch die USA Re-Industrialisieren, indem man sie uns klaut! Deswegen muss die Energie in Deutschland teuer bleiben!

        Traum will wieder 2 Dollar für die Gallone Sprit in den USA durchbringen. Während bei uns die Gallone umgerechnet 6 bis 8 Dollar kostet. Werden wir auch einen günstigeren Preis bekommen? Ich denke nein!

        Warum sollten sie ihr militärisches Standbein bei uns aufgeben? Von Deutschland aus kontrollieren sie den gesamten Nahen Osten und halb Afrika! Auch die CIA wird bestimmt nicht abgezogen. Gleiches gilt für das neu geplante NATO-Hauptquartier in Deutschland oder den Atomraketen für 2026.

        Gleiches gilt für den digitalen Fuß, den sie bei uns in der Tür haben. Stichwort NSA und Big Data. Gerade die USA bespitzeln deutsche Unternehmen besonders stark.

        Bekommen wir unsere Souveränität zurück? Stichwort Verfassung? Ich denke auch hier wird sich nichts tun.

        Ich denke Trump wird die USA auf Kosten Europas Verbessern! Vielleicht fälllt hier und da etwas für uns ab, aber mehr bestimmt nicht.

        Vielleicht wird der mediale Propaganda-Druck auf die Bürger etwas weniger, aber auch da habe ich so meine Zweifel. Wird die sogenannte Bekämpfung der Desinformation zurück gezogen? Wenn, dann nur in den USA, aber nicht bei uns.

  3. Varus 7. November 2024 um 14:37 Uhr - Antworten

    Trump, der bekanntlich Wert auf Loyalität legt, wird die Druckkampagne der EU gegen Ungarn, einschließlich der Einbehaltung von eingefrorenen EU-Milliarden, wahrscheinlich mit Unverständnis betrachten.

    Ich hoffe, dass er noch mehr Unverständnis für den „Green Deal“ haben wird, wenn er selbst von der „Klimarettung“ wegkommen will – es gibt nur eine unteilbare Atmosphäre um die Erde. Ditto „Digital Services Act“, womit Twitter/X seines Freundes Musk streng tsän-siert werden soll – generell könnte er gerne Unverständnis für jede Einschränkung der Meinungsfreiheit zeigen.

  4. Reinhard Hardtke 7. November 2024 um 14:33 Uhr - Antworten

    Ok. Vielleicht noch einmal den Artikel durchlesen. Und nach der Korrektur neu veröffentlichen.

Regeln für Kommentare: Bitte bleibt respektvoll - keine Diffamierungen oder persönliche Angriffe. Keine Video-Links. Manche Kommentare werden erst nach Prüfung freigegeben, was gelegentlich länger dauern kann.

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