Zeitenwende in Afrika: Sahel-Konföderation gegründet

9. Juli 2024von 2,2 Minuten Lesezeit

Die Sahel-Staaten Mali, Niger und Burkina Faso haben offiziell die ECOWAS-Gruppe verlassen und stattdessen eine eigene Allianz gegründet.

Angeführt vom aktuell jüngsten Präsidenten der Welt, Ibrahim Traore, Staatsoberhaupt von Burkina-Faso, ändert die Sahel-Zone in Westafrika ihr Gesicht. Bei der ersten Konferenz der Sahel-Staaten militärischen Führer von Niger, Mali und Burkina Faso die Gründung einer „Allianz der Sahel-Staaten“ verkündet, die einen anti-kolonialen, pan-afrikanischen Geist haucht.

Sicherheitspolitik und Souveränität

Traore, der versucht, in die Fußstapfen von Thomas Sankara zu treten und weitreichende Reformen im Land unternimmt, sagte: „Dieser Kontinent hat unter dem Feuer der Imperialisten gelitten und leidet weiterhin darunter. Diese Imperialisten haben nur ein Klischee im Kopf: Afrika ist das Reich der Sklaven.“ Unter der Führung von Traore wurde etwa Pornografie im Land verboten, ausländische Finanzhilfe verweigert, wichtige Industriekonzerne verstaatlicht und – vielleicht am wichtigsten – ausländische Truppen aus dem Land verwiesen. Niger und Mali taten dasselbe.

Die AES, so das neue Kürzel der Konföderation, trennt sich damit von der ECOWAS-Gruppe, die als „Marionettenorganisation der westlichen Mächte“ betrachtet wird. Die AES sieht die Sicherheitspolitik als ihre wichtigste Aufgabe, da man mit Terror und militanten (oft islamistischen) Gruppen in der Region konfrontiert ist. Frankreich hatte man immer wieder auch unzureichende Unterstützung gegen den Dschihadismus vorgeworfen.

Nigers Militärgeneral Tchiani sagte. „Wir werden eine AES der Völker schaffen, anstelle einer ECOWAS, deren Richtlinien und Anweisungen von Mächten diktiert werden, die Afrika fremd sind. Es liegt heute an uns, das Bündnis der Staaten der Sahelzone zu einer Alternative zu allen gefälschten regionalen Gruppierungen zu machen, indem wir eine souveräne Gemeinschaft der Völker aufbauen.“

Neben der Sicherheitspolitik sieht die Gruppe ihre wichtigste Aufgabe darin, „wirtschaftliche Souveränität“ aufzubauen und zu sichern. So wurde auch die Gründung einer gemeinsamen Investmentbank verkündet. Zudem sollen diplomatische Schritte koordiniert werden und ein einheitlicher Raum für den Waren- und Personenverkehr geschaffen werden. Man will also eng zusammenrücken. Die drei Länder umfassen gemeinsam mehr als 70 Millionen Menschen.

Als behilfliche Großmächte sieht man dabei nicht den Westen, sondern Russland, China und auch die Türkei. Als erster Chef wurde der Präsident von Mali, Assimi Goïta für ein Jahr gewählt. Die Allianz wurde nur wenige Tage vor dem jährlichen ECOWAS-Gipfel verkündet. ECOWAS hatte vergangenes Jahr mit einer militärischen Intervention in Niger gedroht. Mittlerweile ist man aber davon abgerückt.


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6 Kommentare

  1. Glass Steagall Act 9. Juli 2024 um 11:49 Uhr - Antworten

    Während sich die drei Länder von Westen endlich abkoppeln, scheint Kenia zeitgleich in die nächste Kolonialfalle tappen zu wollen, indem sich Kenia an die USA binden lassen will und die nächste mRNA-Produktion und Impfwelle von dort aus starten wird. Mal sehen, ob sich Kenia da nicht verrechnet hat! Der Kampf um den Kontinent Afrika ist jedenfalls in vollem Gange.

    • Hasdrubal 9. Juli 2024 um 14:48 Uhr - Antworten

      In Kenia gibt es weit mehr westliche Betriebe, sogar eine Microsoft-KI-Forschungsstätte. Wenn die Mitarbeiter ausgebildet sind, können sie künftig auch was für chinesische oder indische Firmen tun – das Land an sich bleibt keineswegs gebunden.

  2. Fritz Madersbacher 9. Juli 2024 um 11:21 Uhr - Antworten

    „Die AES, so das neue Kürzel der Konföderation, trennt sich damit von der ECOWAS-Gruppe, die als „Marionettenorganisation der westlichen Mächte“ betrachtet wird“
    Die Gründung der „AES“ ist ein taktischer Schuss vor den Bug der ECOWAS. Bald wird es wieder zu einer (sinnvollen) Annäherung kommen, denn auch die ECOWAS-Staaten emanzipieren sich immer mehr aus der westlichen Einflußnahme …

  3. Patient Null 9. Juli 2024 um 10:57 Uhr - Antworten

    Hat ne ganze Weile gedauert, aber mittlerweile scheint Afrika aufzuwachen und eigene Politik zu machen.

  4. Sabine Schönfelder 9. Juli 2024 um 10:50 Uhr - Antworten

    Da ist B L M ganz nach meinem Geschmack. Hier könnte Soros, Tschortschi-Boy, mal ein Milliardchen springen lassen, der Gute..😂👍🎶

  5. Soulmaster 7 9. Juli 2024 um 10:10 Uhr - Antworten

    Mal sehen, wann er sich mit einem Schuss in den Rücken selber tötet.

Regeln für Kommentare: Bitte bleibt respektvoll - keine Diffamierungen oder persönliche Angriffe. Keine Video-Links. Manche Kommentare werden erst nach Prüfung freigegeben, was gelegentlich länger dauern kann.

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