WHO-Pandemievertrag hängt weiter fest

24. Juli 2026von 2,8 Minuten Lesezeit

Das eigentlich beschlossene Pandemieabkommen der WHO bleibt weiter unvollständig und tritt de facto weiterhin nicht in Kraft. Die Verhandlungen zum Pathogen-System stocken weiter und sind zuletzt erneut gescheitert.

Die Verhandlungen über den entscheidenden Anhang zum WHO-Pandemieabkommen stocken weiterhin. Bei der siebten Sitzung der Zwischenstaatlichen Arbeitsgruppe (IGWG) vom 6. bis 17. Juli 2026 in Genf konnte man sich erneut nicht einigen. Die WHO spricht zwar von Fortschritten, doch es geht in die nächste Runde.

Das WHO-Pandemieabkommen selbst wurde bereits am 20. Mai 2025 von der Weltgesundheitsversammlung verabschiedet. Neben der Änderung der Internationalen Gesundheitsvorschriften ist es der zweite zentrale Teil der WHO-Reform. Beide Teile wurden von der Opposition weltweit bekämpft, doch die Elite setzte sich durch. Nur noch das PABS-System blieb unvollständig.

Das Pathogen Access and Benefit-Sharing-System (PABS) wird als Möglichkeit angepriesen, einkommensschwachen Ländern einen „gerechten Zugang“ zu „pandemiebezogenen Produkten“ zu verschaffen. In Wirklichkeit versucht die Weltgesundheitsorganisation, die Entdeckung, Herstellung, Erforschung, Entwicklung, Regulierung, Verteilung und Verabreichung von biologischen Waffen „mit Pandemiepotenzial“ zu kontrollieren, zu manipulieren und davon zu profitieren.

Das System würde alle tödlichen Krankheitserreger der Welt in den Händen von nicht gewählten, nicht rechenschaftspflichtigen Bürokraten konzentrieren.

Ohne fertigen Anhang kann das Abkommen nicht zur Unterzeichnung und Ratifizierung geöffnet werden. Es tritt erst 30 Tage nach der Ratifizierung durch mindestens 60 Staaten in Kraft. Bis Mai 2026 wollte man die Verhandlungen abschließen, doch das ist gescheitert.

Der Konflikt liegt aber nicht daran, grundsätzlich das System der Erreger und der Pandemien in Frage zu stellen. Die Zentralisierung der Pathogene scheint kein Streitpunkt und dürfte bereits beschlossen sein.

Im Mittelpunkt der Konflikte stehen seit langem Nord-Süd-Differenzen: Der globale Süden erlaubt dem Westen und seiner Pandemieindustrie Zugang zu den Pathogenen, die verwertet werden können – durch Medikamenten- und Impfstoffherstellung. Afrika verlangt seinen Teil dafür und will ein rechtlich bindendes Tauschgeschäft, also einen kostengünstigeren Zugang zu den Produkten. Im Raum stehen: verbindlich rund 20 % ihrer Echtzeit-Produktion an Impfstoffen, Therapeutika und Diagnostika an die WHO abgeben (davon mindestens 10 % als Spende, der Rest zu bezahlbaren Preisen) sowie Technologietransfer und den Aufbau eigener Produktionskapazitäten ermöglichen.

Die WHO meldet nun, dass bei der zweiwöchigen Juli-Sitzung die Delegierten den Entwurfstext weiter strichen und über komplexe technische und politische Fragen berieten. Dazu gehörten vertragliche Grundlagen des Systems, die Organisation von Labornetzwerken für den Umgang mit Pathogenen und Sequenzinformationen sowie die Definition der aus der Weitergabe entstehenden Vorteile.

Der brasilianische Botschafter Tovar da Silva Nunes erklärte: „In den vergangenen zwei Wochen haben wir bei einigen der technisch und politisch komplexesten Elemente des PABS-Anhangs bedeutsame Fortschritte erzielt.“

WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus würdigte das Engagement der Staaten für den Multilateralismus: „Obwohl Unterschiede bestehen, können diese überbrückt werden, wenn wir unser gemeinsames Ziel im Blick behalten: eine Welt, in der Pathogene und wissenschaftliche Informationen rasch geteilt werden und die daraus entstehenden Vorteile fair und gerecht verteilt werden. Die Aufgabe ist lebenswichtig und dringend. Die nächste Pandemie wird nicht warten. Wir sollten es auch nicht.“ Jede weitere Verzögerung bedrohe die Welt.

Die nächste, achte Sitzung ist für den 14. bis 18. September 2026 angesetzt.


Unsere Arbeit ist spendenfinanziert – wir bitten um Unterstützung.

Folge TKP auf Telegram oder GETTR und abonniere unseren Newsletter

Links zu früheren TKP-Beiträgen zum Thema finden Sie unterhalb 👇



PABS: Die Organisation der Pandemie-Notfallkonzerne

WHO-Verhandlung erneut gescheitert

Aktuelle Verhandlungsrunde zum WHO-Pandemievertrag: Unzufriedenheit in Afrika

2 Kommentare

  1. Christine 24. Juli 2026 um 14:27 Uhr - Antworten

    Die nächste Plandemie wird also frühestens am 18. September bzw. frühestens mit Abschluss des Vertrags auf der Schauspielbühne auftauchen …
    (Ja, das ist zynisch; ich kann die Welt leider nicht mehr anders betrachten.)

  2. VerarmterAdel 24. Juli 2026 um 13:07 Uhr - Antworten

    Sie werden es noch schaffen, denn die meisten Politiker nicht nur aber insbesondere im Westen sind korrupt und kriminell bis ins Mark und machen jeden Dreck mit, solange für sie ein paar Taler dabei herausspringen.

Regeln für Kommentare: Bitte bleibt respektvoll - keine Diffamierungen oder persönliche Angriffe. Keine Video-Links. Manche Kommentare werden erst nach Prüfung freigegeben, was gelegentlich länger dauern kann. Benutzer haften für den Inhalt ihrer Kommentare.

Regeln für Kommentare: Bitte bleibt respektvoll - keine Diffamierungen oder persönliche Angriffe. Keine Video-Links. Manche Kommentare werden erst nach Prüfung freigegeben, was gelegentlich länger dauern kann. Benutzer haften für den Inhalt ihrer Kommentare.

Aktuelle Beiträge