Niemand will Verantwortung tragen

13. August 2022von 13,6 Minuten Lesezeit

Nationale Behörden verweisen auf die EMA, die aber keine Daten und Studien aufgrund der „Komplexität“ des Themas 4. Impfung jetzt, sondern erst „in den nächsten zwei Monaten“ mit der Öffentlichkeit teilen will.

Die letzten Tage zählen gewiss zu den absurderen Momenten meines Lebens. Am Montag ging mein Beitrag über die Corona-Impfschäden online, für den ich auch bei den entsprechenden Behörden nachgefragt hatte.

Das Folkehelseinstituttet hat mir lediglich zugesichert, die Fragen an Dr. Preben Aavitsland weiterzuleiten, der sich aber „im wohlverdienten Urlaub“ befindet. Seitens des mit Pharmakovigilanz betrauten Legemiddelverkets war zwar mehr zu erfahren, aber viel weiter bin ich mit meinen Recherchen dort auch nicht gekommen. Immerhin hatte mir die Presseabteilung des Legemiddelverkets den Hinweis gegeben, „alle relevanten Informationen zu den [Covid-] Impfungen (inkl. Einschätzungen über Auffrischungsimpfungen)“ seien über die Homepage der Europäischen Arzneimittelbehörde (EMA) verfügbar.

In meiner ursprünglichen Nachricht hatte ich auch spezifisch nach der wissenschaftlichen Grundlage (Datenbasis) für die Empfehlung der 2. Auffrischungsimpfung (4. Dosis) gefragt, insbesondere nach dem aktuellen Wissensstand betreffend die wiederholte Injektion der mRNA-Wirkstoffe von BionNTech/Pfizer (Comirnaty) und Moderna (Spikevax).

Wie aus der beigelegten Antwort ebenso ersichtlich, wurde ich seitens des Legemiddelverkets an das Folkehelseintituttet verwiesen, da das Abwägen allfälliger Risiken und Nebenwirkungen sowie das Abgeben derartiger Empfehlung über derartige Produkte in deren Zuständigkeitsbereich liegen.

Daher habe ich mich an das Folkehelseintituttet gewandt und um weitere Hinweise bzw. die Übermittlung der Datenbasis für die kürzlich erfolgte Entscheidung, eine 4. Dosis für alle über 65jährigen sowie Risikogruppen von 18-64 Jahren anzubieten. Ich wurde dabei mehrfach nach den Medien, in denen meine Beiträge erscheinen, gefragt, doch nachdem ich tkp.at erwähnt hatte, habe ich keine Antwort erhalten.

An demselben Tag (1. August) habe ich übrigens auch der Europäischen Arzneimittelbehörde (EMA) geschrieben, wobei ich eine umgehende automatische Antwort erhielt, die mir „ein erstes Feedback innerhalb der nächsten 48 Arbeitsstunden“ zusicherte.

Bevor ich aber dazu komme, muss ich noch über die jüngsten Ereignisse hier in Norwegen berichten.

Die 4. Impfung kommt

Wie das Folkehelseintituttet am 5. August festhielt, wird die „zweite Auffrischungsimpfung“ nun auch für die Kohorte der 65-74jährigen schnellstmöglich angeboten. Auf derselben Internetseite findet sich auch ein knapp zehnseitiges Dokument mit dem Titel „Aktualisierte Einschätzung einer weiteren Auffrischungsimpfung (4. Dosis)“, in dem die Hintergründe zu dieser Empfehlung besprochen werden.

Nicht nur sollen die über 75jährigen möglichst rasch eine vierte Impfung erhalten, sondern ab 1. September sollen dann auch die nächstjüngeren Alterskohorten, allen voran eben die 65-74jährigen wie die Risikogruppen über 18 geimpft werden.

Eigentlich wollte das Folkehelseintituttet ja bis 1. Oktober damit zuwarten, damit man die vierte Impfung bereits mit dem „Variantenwirkstoff“ durchführen kann. Gleichzeitig, so die Einschätzung, stellt dies aber auch ein Dilemma dar, denn die Drittimpfung („Auffrischung“) liegt dann bei der Mehrheit der Norwegerinnen und Norweger bereits mehr als ein halbes Jahr zurück.

Dies wiederum rückt Fragen nach der Effektivität der eingesetzten mRNA-Wirkstoffe in den Mittelpunkt, was jedoch ein zunehmend wunder Punkt ist. Wie das Folkehelseintituttet nämlich bereits im Frühling in einem aktualisierten Zustandsbericht (datiert mit 29. April 2022) festhielt, sank der Impfschutz gegen die Delta-Variante bei 12-17jährigen nach zwei Dosen Comirnaty (BioNTech/Pfizer) von 93% auf 84% nach acht Wochen. „Gegen die Omikron-Variante lag die Schutzwirkung bei 53% und 23% [in demselben Zeitraum]“, heißt es auf S. 20. Man beachte, dass der Grenzwert der Wirksamkeit für derartige Produkte bei mindestens 50% liegen muss (d.h. also, dass Wirkstoffe mit weniger als 50% Wirksamkeit keine Zulassung bekommen, da es unmöglich ist, eine realistische Einschätzung über deren Wirkung zu erhalten), aber auch die Implikation—dass die bisher verwendeten Wirkstoffe gegen Omikron anfangs kaum und innert kürzester Zeit (in weniger als acht Wochen) nicht mehr funktionieren—ist den Behörden in Norwegen also seit geraumer Zeit bekannt.

Täglich grüßt das Impfmurmeltier

Auf S. 5-7 des erwähnten Berichts weist das Folkehelseintituttet wiederum aus, dass eine weitere BA.5-Welle (wie im Juni und Juli) im Herbst „nicht so groß wird wie im Sommer, weil die dreifach Geimpften gut geschützt sind“. Dennoch, da jedes Zuwarten mit einer 4. Dosis den Abstand seit der dritten Impfung weiter verlängert, „so wird der Impfschutz gegen Hospitalisierung ebenso immer geringer“.

Das Dilemma, vor dem das Folkehelseintituttet—und alle anderen Gesundheitsbehörden Europas ebenso—steht, wird auch direkt angesprochen: wenn man die 4. Dosis nun gleich im August anbietet und dazu den viermonatigen Abstand zwischen dieser und einer möglichen 5. Dosis einbezieht, so müsste man im Augenblick eben auf die bisherigen Wirkstoffe (die auf das nicht mehr existente S-Protein des Wuhan-Virus abzielen) zurückgreifen. Das bedeutet konkret, dass die Omikron-spezifischen Wirkstoffe, die im Herbst verfügbar sein sollten, eben erst für eine 5. Dosis eingesetzt werden könnten, und das könne dann halt auch erst rund um den Jahreswechsel erfolgen.

Diese Aussichten könnten—von medizinisch-epidemiologischen Konsequenzen abgesehen—jedoch „Impfmüdigkeit“ (vaksinetretthet) hervorrufen, noch dazu, da ja die saisonale Grippeimpfung ebenso verabreicht werden solle, so das Folkehelseintituttet.

Kurioserweise ist das offenbar massenhafte Abrücken von einer 4. Dosis kein skandinavisches Phänomen, wie auch entsprechende Beiträge des SRF vom 4. und 10. August 2022 (siehe hier und hier) belegen: während der erste dieser Beiträge die „Impfmüdigkeit“ unter den Senioren bespricht, so ist der zweite bereits damit befasst, diese in das einschlägige Eck der „Impfgegner- und skeptiker“ zu rücken. Es wird sich wohl lediglich um Tage handeln, bis dieser Begriff auch in Österreich Einzug halten wird.

Die Absurdität dieser Ausführungen sucht seinesgleichen, haben sich doch weite Teile der Bevölkerung trotz—wegen (?)—der drei Impfungen dennoch mit Sars-Cov-2 infiziert. Dessen ungeachtet scheint es, als ob die zweite Variante—noch ein wenig Zuwarten mit der 4. Dosis für die 18-64jährigen, um dann im Herbst mit dem omikronspezifischen Wirkstoff aufzuwarten—jedenfalls mehrere Vorteile verspricht.

Hinweise über bereits aufgetretene Impfschäden oder gar die entsprechenden klinischen Studien, die sowohl die Sicherheit als auch den Nutzen dieser medizinischen Intervention begründen, die sucht man in diesen Unterlagen hingegen vergeblich.

Daten, die Vorteile einer 4. Dosis unterstützen, bleibt die Einschätzung ebenso schuldig wie seit Ende Mai jegliche „Impfdifferentiale“ (mein Wort)—also die bis dahin vergleichsweise vorbildlich vorgenommene Differenzierung der Hospitalisierungs- und Intensivabteilungspatient(innen) und Todesfälle nach Impfstatus—nicht mehr veröffentlicht werden. Die letzten derartigen regulär veröffentlichten Daten befinden sich im Wochenbericht Nr. 18 (2.-8. Mai 2022), in dem Tabelle 6 auf S. 11 ausweist, dass in den vier Wochen davor lediglich 8% aller Hospitalisierungen sowie 3% aller Intensivpatient(inn)en „ungeimpft waren. Der Löwenanteil in diesen beiden Kategorien—84% bzw. 74%—entfiel auf dreifach Geimpfte, wiewohl deren Anteil an der Gesamtbevölkerung zu diesem Zeitpunkt laut Folkehelseintituttet knapp mehr als die Hälfte aller über 18jährigen betrug.

Seit Anfang Mai 2022 wurden diese Angaben nicht mehr veröffentlicht bis dann Ende Juli aber die bereits erwähnte „Aktualisierte Einschätzung einer weiteren Auffrischungsimpfung (4. Dosis)“ auf S. 7 erneut Einblicke in diese Angelegenheit gewährte: in den vier Wochen vor dem 28. Juli—also die BA.5-Sommerwelle—waren lauf offiziellen Angaben 99 „Ungeimpfte“ mit Covid-19 als Hauptursache im Krankenhaus gelandet. Diesen standen 988 ein- bzw. mehrfach „Geimpfte“ gegenüber, was einer Differenz um eine Zehnerpotenz gleichkommt: die Relation zwischen Un/Geimpften war also noch ein wenig eindeutiger ausgefallen als im Mai:

Es sei zudem darauf hingewiesen sei, dass laut offiziellen Angaben (via Our World in Data) lediglich 20% aller in Norwegen lebenden Menschen aller Alterskohorten „ungeimpft“ sind und die Spitalszahlen der vor allem dreifach „Geimpften“ jedenfalls klar über deren Anteil an der Gesamtbevölkerung von rund 54% liegt: laut Folkehelseintituttet sind 92,7% aller Norweger(inn)en über 65 dreifach geimpft, wobei die Drittimpfung vor allem um den Jahreswechsel 2021/22 erfolgte—und somit mehr als sechs Monate her ist.

Per 5. August 2022 zählten diese Kohorten 484.546 Frauen und 432.871 Männer, zusammen also 917.417 Personen. Dividiert man nun diese Zahl durch die oben erwähnte Anzahl der hospitalisierten Drittgeimpften, so stellt sich heraus, dass 1 von 1.250 dreifach Geimpften im Juli an Omikron (BA.5) so stark erkrankte, dass sie oder er im Krankenhaus landete.

Ich stelle mir an dieser Stelle lediglich die Frage, warum man seitens des Folkehelseintituttets nun „Impfmüdigkeit“ befürchtet?

Nun, das könnte an der Einstellung der Bevölkerung liegen, weitere Dosen der mRNA-Wirkstoffe erhalten zu wollen. Immerhin darauf bietet der Bericht vom 24. Juni 2022 Rückschlüsse auf der Basis einer „Bevölkerungs-Umfrage“, die in Woche 22 (30. Mai bis 5. Juni 2022) durchgeführt wurde. So weisen die Grafiken auf S. 32-33 durchaus interessante Hinweise aus, so etwa, drei Viertel (74%) der über 65jährigen eine weitere Auffrischung in Betracht ziehen. Bei den unter 40jährigen liegt dieser Anteil bei 45-46%.

Weitaus interessanter hingegen ist Abbildung 12 (S. 33), die recht eindeutige Hinweise über die „Impfmüdigkeit“ erkennen lässt: 38% der (vermeintlich mehrfach) Geimpften haben sich trotzdem mit Sars-Cov-2 infiziert und erkennt keine Notwendigkeit einer weiteren Impfung mehr. 37% fühlen sich auch so gut genug geschützt und 29% weisen Befürchtungen über Nebenwirkungen als Grund aus.

Abbildung 12. in absteigender Reihenfolge: ich habe mich mit Covid-19 infiziert und erkenne keinen weiteren Vorteil von Impfungen (38%); ich fühle mich gut genug beschützt mit den erhaltenen Impfdosen (37%); ich habe Sorgen über Impfschäden (29%); ich habe bereits mehrere Dosen erhalten und das ist jetzt genug (25%); ich denke, die Covid-Impfungen sind nicht ausreichend getestet (19%); ich vertrauen den Empfehlungen der Gesundheitsbehörden nicht (13%); ich denke, die Krankheit ist für mich nicht gefährlich (8%); ich lehne Impfungen generell ab (3%); ich sehe keine Infektionsgefahr (3%).

Wirkungslose Impfstoffe

Fakt ist auch (S. 7 der eingangs erwähnten Einschätzung), dass diese Hospitalisierungszahlen wegen Covid-19 als Hauptursache übrigens „unabhängig vom Impfstatus“ (uansett vaksinasjonsstauts) zustande gekommen sind. In anderen Worten: rund ein halbes Jahr nach der „Auffrischung“ haben die mRNA-Wirkstoffe in jedem Fall jegliche Schutzwirkung komplett verloren.

Dies geht auch aus einem in den Referenzen desselben Berichts angeführten Berichts des Folkehelseintituttets hervor, der auf den 24. Juni 2022 datiert ist und eine ausführlichere Einschätzung zu einer 4. Dosis bietet.

Dort heißt es zum Thema „Wirksamkeit“ (Vaksineeffekt, S. 19-25), dass diese nach einer 3. Dosis lediglich bei schwerstem Verlauf (veldig syk) nach vier Monaten noch knapp über 50% liegt. Wie Tabelle 4 zeigt, so verpufft die „Wirksamkeit“ der Drittimpfung in fast allen Zusammenhängen bereits innerhalb der ersten 30 Tage nach deren Verabreichung:

Betrachtet man die offiziellen Hinweise über das gleichzeitig indirekt proportional ansteigende Infektions- und Krankheitsrisiko (Tabelle 5), so ist eindeutig belegt, dass dieses ebenso deutlich ansteigt—und zwar insbesondere im Kontext schwerer und schwerster Krankheitsverläufe:

Sicherheitsbedenken? Fehlanzeige!

Die wohl infamste Aussage findet sich wiederum auf S. 26-29 zum Thema „Sicherheit“ (Sikkerhet), wo das Folkehelseintituttet behauptet, dass die „üblichen Nebenwirkungen nach Impfung mit Comirnaty [BioNTech/Pfizer] und Spikevax [Moderna] dieselben sind, die man von anderen Impfstoffen her kennt“.

Dies ist eine beachtliche Aussage, die durch die bis Mitte Juni in Norwegen alleine beispiellose Zahl von 260 Toten und knapp 60.000 gemeldeten Impfschäden eindeutig konterkariert wird.

Gleichzeitig hält das Folkehelseintituttet fest, dass zu dem Zeitpunkt des Berichts (der mit 24. Juni 2022 datiert ist) „kaum Erfahrungen betreffend die Sicherheit einer 2. Auffrischungsimpfung vorliegen“.

In den einschlägigen Fußnoten 53 und 54 (S. 27) finden sich wieder lediglich Hinweise auf ein Dokument des Folkehelseintituttets vom 26. November 2011, in dem die erste Auffrischungsimpfung (3. Dosis) besprochen wird, sowie auf die allgemeine Webseite des Legemiddelverkets über (vermutete) Impfschäden der Covid-Wirkstoffe, wo nirgendwo die erwähnten Meldezahlen erwähnt werden. Der geneigte Leser muss diese Informationen also erst einmal auf eigene Faust suchen.

Konkrete Hinweise auf klinische Studien zu Nebenwirkungen der 3. oder 4. Dosis sucht man in dem einschlägigen Abschnitt des Dokuments ebenso vergeblich.

Angesichts dieser Gemengelage erscheint die Tatsache, dass lediglich 13% der über 65jährigen ihr Vertrauen in die Gesundheitsbehörden verloren haben ausgesprochen zweifelhaft.

Was sagt eigentlich die EMA dazu?

Das Legemiddelverket fühlt sich lediglich zuständig, Überwachungsdaten zu (vermuteten) Impfschäden zu sammeln und verwies auf Anfrage auf das Folkehelseintituttet, in dessen Aufgabenbereich die Empfehlungen zu einer 4. Dosis fielen.

Seitens des Folkehelseintituttets hieß es hingegen, wie der in dem eingangs aufgeführten Dokument als Kontaktperson angeführte Knut Jønsrud auf meine Nachfrage ausführte, dass sich „alle entsprechenden Informationen auf der Homepage des Folkehelseintituttets befinden“.

Auch hier wieder—aller oben ausgeführten (und vieler weiterer Unterlagen) zum Trotz—erneut: Fehlanzeige.

Meine Recherchen schienen also Anfang August 2022 in einer Sackgasse angekommen zu sein.

Doch dann erreichte mich am 10. August 2022 eine interessante Antwort der Europäischen Arzneimittelbehörde, die ich schon gar nicht mehr erwartet hatte. Ich hatte der EMA Anfang des Monats ebenso geschrieben, aber bis dato keine Antwort erhalten.

Doch dann erhielt ich die weiter unten komplett beigeschlossene Email den Hinweis, dass Fragen nach der Toxizität wiederholter mRNA-Injektionen „komplex“ seien und man keine Antworten parat habe. Jedenfalls aber sagte man mir zu, ich könnte eine entsprechende Antwort „innerhalb der nächsten zwei Monate“ erwarten.

Ich habe daraufhin dem Folkehelseintituttet und dem Legemiddelverket erneut geschrieben und um eine Stellungnahme zu der Nicht-Antwort der EMA zu den möglichen Folgewirkungen einer 4. Dosis gebeten.

Weder das Folkehelseintituttet nach das Legemiddelverket haben zu diesen Fragen Stellung bezogen.

Sollte dies nach Erscheinen des Beitrags noch geschehen, werden allfällige Stellungnahmen nachgereicht.

Das Schweigen der Leithammel

Das Schweigen der offiziellen Stellen, die über die nächste Impfempfehlung befinden, ist jedoch in jedem Fall als ausgesprochen problematisch. Das letzte Wort in dieser Angelegenheit—insbesondere die möglichen juristischen Folgen betreffend—ist gewiss noch nicht gesprochen.

So halten wir also heute fest: das Legemiddelverket sammelt Impfschadensmeldungen und gibt diese Berichte an die Öffentlichkeit weiter. Das Folkehelseintituttet wiederum gibt Impfempfehlungen aus, die augenscheinlich aber keinen spezifischen Bezug auf diese Impfschadensberichte ausweisen.

Gemein ist beiden Institutionen, dass die tatsächliche Entscheidung auf der Basis der Unterlagen und Empfehlungen der Europäischen Arzneimittelbehörde getroffen werden—was wohl im gesamten EU/EWG-Raum zutrifft—wobei die EMA per Email zugibt, keine Antworten über allfällige Sicherheitsbedenken parat zu haben.

Am vorläufigen Endpunkt meiner Recherchen angekommen, stellen sich mir noch mehr Fragen als zuvor:

Auf welcher Basis treffen die Gesundheitsbehörden Entscheidungen?

Wer trägt die Verantwortung für allfällige Schäden?

Wie kann es sein, dass Politik und Gesundheitsbehörden derartige „Empfehlungen“—für eine 4. Dosis—treffen, ohne die Datenbasis mit den betroffenen Menschen zu teilen?

Denkt man dabei an die möglichen Folgewirkungen, die dieser Blindflug potentiell nach sich zieht, so wird mir ziemlich mulmig, was auch der Tatsache geschuldet ist, dass nun—mit Stand 9. August—bereits 169.309 Personen in Norwegen alleine eine 4. Dosis erhalten haben.

Viele Hundertausende—ach: Millionen—anderer Menschen werden dies ebenso tun, und zwar ohne, dass die Gesundheitsbehörden Daten und Studien ausgeben, die es erlauben, die damit verbundenen Risiken für jeden einzelnen wie auch für die Gesellschaft als Ganzes einzuschätzen.

Das Vertrauen in diese Behörden und Personen ist jedenfalls schwer beschädigt, falls überhaupt noch vorhanden.

Wie dieser Schildbürgerstreich ausgehen wird, steht zwar im Moment (noch) in den Sternen, doch derartig fahrlässiges—besser: gemeingefährliches—Verhalten sollte auf keinen Fall ohne Konsequenzen verbleiben.

An den zukünftigen Taten der Justiz wird sich zeigen, wie viel die im Westen hoch gelobte Rechtsstaatlichkeit tatsächlich wert ist.

Bild U.S. Secretary of Defense, Pfizer-BioNTech COVID-19 vaccine (2020) ACC BY 2.0

Gastbeiträge geben immer die Meinung des Autors wieder, nicht meine. Ich veröffentliche sie aber gerne, um eine vielfältigeres Bild zu geben. Die Leserinnen und Leser dieses Blogs sind auch in der Lage sich selbst ein Bild zu machen.

Stephan Sander-Faes ist außerordentlicher Professor für Geschichte der Frühen Neuzeit an der Universität Bergen, Norwegen. Er promovierte 2011 an der Universität Graz, Österreich, und habilitierte 2018 an der Universität Zürich, Schweiz, für Geschichte der Frühen Neuzeit und der Moderne. Bevor er 2020 nach Skandinavien wechselte, lehrte er zehn Jahre lang an den Geschichtsfakultäten der Universitäten Zürich und Fribourg und hatte 2018 die István Deák Gastprofessur für Ostmitteleuropa-Studien an der Columbia University inne.


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Corona-Impfschäden in Norwegen

Corona in Norwegen: Ein Bericht aus Europas oft übersehenem Norden

Überall Nazis – Historiker nimmt österreichische Medien auseinander

12 Kommentare

  1. Rainer Kirmse , Altenburg 15. August 2022 at 14:30Antworten

    Ein kleines Gedicht zur Corona-Lage:

    CORONA-JAHRESZEITEN

    Unwetter, Hitze, Wassernot;
    Feuer wüten in Wald und Flur.
    Der Sommer gerät aus dem Lot,
    die Pandemie macht Pause nur.

    Corona-Herbst steht vor der Tür,
    und jährlich grüßt das Murmeltier.
    Wir werden das Virus nicht los,
    der Leute Frust ist riesengroß.

    Der dritte Corona-Winter,
    und wieder leiden die Kinder.
    Masken erlangen Renaissance,
    man soll wieder geh’n auf Distanz.

    Impfung im Dreimonatsrhythmus,
    Strategien ohne Hand und Fuß.
    Es mangelt an klugen Ideen,
    man wird wieder spazieren geh’n.

    Rainer Kirmse , Altenburg

    Herzliche Grüße aus Thüringen

  2. PETER Siegfried KRUG 14. August 2022 at 11:47Antworten

    Ob die Schäden, die durch die Maßnahmen gegen C. entstanden sind, wieder teilweise gut gemacht werden – das bin ich mir wie wir alle – sehr unsicher. In Österreich wurde vor einigen Tagen von Impfschäden in den Medien berichtet. Dabei soll es in Österreich lediglich 7 ernsthafte Impfgeschädigte geben von insgesamt 19 Millionen verabreichten Impfdosen.

  3. Anton Specht 13. August 2022 at 17:28Antworten

    Auszug aus Schwäbische Zeitung Ulm (Den ganzen Artikel vom 9.8.2022 finden Sie unter)
    schwaebische.de/landkreis/alb-donau-kreis/ulm_artikel,-seit-der-corona-impfung-braucht-er-den-rollator-und-sucht-andere-betroffene-_arid,11541131.html
    → „Seit der Corona-Impfung braucht er den Rollator und sucht andere Betroffene
    … Knapp zwei Wochen nach seiner zweiten Corona-Impfung bekam Klaus B. Atemprobleme, schließlich kam er ins Krankenhaus: Lungenembolie. 48 Stunden lang schwebte er in akuter Lebensgefahr, so erzählt es der Mann heute. Für die Ärztin und den Arzt, die ihn behandelten, sei klar gewesen, dass die Impfung der wahrscheinlichste Grund für die Verstopfung im Blutgefäß war…
    … Trotz der Lungenembolie entschied er sich für eine dritte Impfung, eine weitere Thrombose fürchtete er wegen der blutverdünnenden Mittel, die er einnehmen muss, nicht. Der gelernte Automechaniker will nicht jammern und er will auch keine Entschädigung einklagen. Er habe schließlich ein Aufklärungsgespräch gehabt und die Hinweise zu den Risiken unterschrieben…
    … Die Krankenkasse bezahle alle Behandlungen anstandslos und AOK und DAK bestärkten ihn dabei, die Selbsthilfegruppe zu Corona-Impfnebenwirkungen zu gründen…“←

    Dem ist wohl nichts hinzuzufügen und bestätigt den Inhalt des tkp-Artikels „Was wir über Corona und Impfungen weder hören noch wissen wollen!“
    Was wir auch nicht wissen wollen, das sind die Fehlgeburten, welche wahrscheinlich durch die Impfung ausgelöst werden können. Gestern hat mir zufällig ein Bekannter erzählt, dass seine Frau eine Fehlgeburt hatte. Sie haben bereits zwei gesunde Kinder. Wer weiß (Ärzte, Hebammen) wie stark die Anzahl der Fehlgeburten im Vergleich zu den Vorjahren angestiegen ist? Werden diese überhaupt registriert?
    In diesem Zusammenhang möchte ich auf den Beitrag bei: corona-blog.net/2022/08/11/hebamme-jassy-schildert-6-fehlgeburten-und-fehlende-gliedmasse-nach-der-corona-impfung/
    hinweisen. Da berichtet eine mutige Hebamme über ihre Erfahrungen.

  4. I.B. 13. August 2022 at 13:02Antworten

    „Ich wurde dabei mehrfach nach den Medien, in denen meine Beiträge erscheinen, gefragt, doch nachdem ich tkp.at erwähnt hatte, habe ich keine Antwort erhalten.“

    Eine Antwort erhält man nur, wenn man in den „richtigen“ Medien berichtet? tkp.at ist in Norwegen gefürchtet und daher geächtet? Welche Auszeichnung für tkp.at und gleichzeitig welches Armutszeugnis für die (nicht)auskunftsgebende Stelle.

    In Europa nichts Neues! Wer bei uns Servus TV oder AUF1 zB sieht, bekommt die Bezeichnung rechtsextrem zugeschrieben oder wird mit den übrigen Totschlagworten belegt.

  5. Dr. No 13. August 2022 at 11:59Antworten

    Ob jemand sich impfen lassen soll ist keine medizinische Frage mehr, sondern eine Frage der Intelligenz.

    • Reinhard 14. August 2022 at 8:15Antworten

      Falsch. Die größten Befürworter der Impfkampangnen und Hetzer sind Akademiker. Es geht um Informiertheit und Uninformiertheit. Wer sich täglich auf die Tagesschau und Spiegel Online verlässt und auf deren Berichte blind vertraut, der lässt sich impfen. Wer über eine gewisse Intuition, gesunden Menschenverstand und ein rebellischen Wesen verfügt, der informiert sich auch (zusätzlich) alternativ und entdeckt Widersprüche in der Berichterstattung. Die Saat gegen eine Impfentscheidung ist gesäht.

  6. Jan 13. August 2022 at 11:30Antworten

    In der Zwischenzeit werden hinsichtlich Toten und Verkrüppelten Tatsschen gesetzt. Es ist doch ein Irrtum zu meinen, eine kleine Rente könnte eine Myocarditis, ein schweres Haut- oder Nervenleiden oder den Tod aufwiegen. Von erst zukünftigen Langzeitwirkungen ganz zu schweigen.

    Mit der Omicron-Variante entfällt jede pandemische Gefahr, damit hat sich die die Zulassung erledigt.

  7. matti 13. August 2022 at 11:24Antworten

    Herr Sander – Faes:

    Irgendwie verwirren mich ihren widersprüchlichen Darstellungen zu Norwegen.
    Noch vor ein paar Wochen haben sie Norwegen quasi als das bessere Corona System hingestellt – Zitat:
    (Und dennoch: Aufklärung statt Zwang, Solidarität und Zusammenrücken sowie Transparenz sind die Zutaten, die die relative Gelassenheit Norwegens – und das klar bessere Management – charakterisieren. )
    – und heute verteufeln sie es wieder.
    Ist also Aufklärung statt Zwang auch nicht das richtige Vorgehen? Solidarität nichts wert ?
    Lassen sie doch die Norwegischen Bürger entscheiden ob sie sich aufgekärt und aus Solidarität eine Auffrischungsimpfung holen möchten oder nicht, denn im Grunde genommen geht sie das als nicht norwegischer Staatsbürger gar nichts an.
    Die ständige Einmischung in das Vorgehen andere Länder und das Aburteilen der Vorgehensweise anderer Länder ist völlig unangebracht.

  8. JRW 13. August 2022 at 10:40Antworten

    Warum machen auch die Kritiker immer weiter mit und geben die Impfeffektivität in Prozentwerten an, die die RELATIVE Risikoreduktion darstellen ? Diese Angabe ist ein Rechentrick, um werbewirksame Zahlen zu erhalten. Was zählt, ist die ABSOLUTE Risikoreduktion, und die liegt laut Zulassungsstudie bei 0,8 (in Worten: NULL-KOMMA-ACHT) Prozent !

    • CG Jung 13. August 2022 at 13:23Antworten

      @JRW

      Was zählt, ist die ABSOLUTE Risikoreduktion, und die liegt laut Zulassungsstudie bei 0,8 (in Worten: NULL-KOMMA-ACHT) Prozent !

      Selbst diese lächerlichen 0,8% ABSOLUTE Risikoreduktion sind falsch wenn jemand auf sein Immunsystem schaut!

      Vitamin D3 100 ng/ml im Blut
      K2
      Magnesium
      Zink
      Selen
      Vitamin A
      Vitamin B
      Vitamin C

      Ketogene Ernährung
      Jeden Tag 1 Stunden Laufen

      Für solche Menschen sind selbst diese 0,8% falsch.
      Für diese Menschen sind es 0,0% Nutzen!
      Aber 100% Schaden!

      Abgesehen davon das Gentherapien oder Gentechnik sowieso abzulehnen sind im Essen und in Spritzen.

  9. Jens Tiefschneider 13. August 2022 at 10:25Antworten

    Der Dreck muss weg und viele der Beteiligten wollen sich auch die Provisionen der Pharmaindustrie nicht entgehen lassen.

  10. I.B. 13. August 2022 at 10:14Antworten

    „…wenn man die 4. Dosis nun gleich im August anbietet und dazu den viermonatigen Abstand zwischen dieser und einer möglichen 5. Dosis einbezieht, so müsste man im Augenblick eben auf die bisherigen Wirkstoffe (die auf das nicht mehr existente S-Protein des Wuhan-Virus abzielen) zurückgreifen. Das bedeutet konkret, dass die Omikron-spezifischen Wirkstoffe, die im Herbst verfügbar sein sollten, eben erst für eine 5. Dosis eingesetzt werden könnten, und das könne dann halt auch erst rund um den Jahreswechsel erfolgen.“

    Dazu heute früh im ORF Vorarlberg: Im Herbst soll es einen spezifisch auf Omikron zugeschnittenen Impfstoff geben. Viele wollen daher mit ihrer Auffrischung auf diesen Impfstoff warten. Unser Krankheitsminister hat damit keine Freude. Er rät davon ab, auf diesen Impfstoff zu warten. Man soll sich mit dem jetzigen Impfstoff impfen lassen. Er sei gut und IST AUSREICHEND VORHANDEN.

    Man braucht den Politikern nur aufmerksam zuzuhören und schon weiß man, worum es geht.

    (Auf die Anführungszeichen bei Impfstoff und impfen habe ich der Einfachheit halber verzichtet.)

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