Ernst Wolff: Die vorsätzliche Zerstörung des Finanzsystems

Die Lockdowns sind nicht die Ursache der gegenwärtigen Probleme, sondern ein Brandbeschleuniger, der den wirtschaftlichen Zerfall auf dramatische Weise verschärft.

Ein Gastbeitrag von Ernst Wolff
– zuerst erschienen in MMnews

Viele Menschen warten zurzeit sehnsüchtig auf das Ende der Lockdowns. Sie hoffen darauf, dass die Geschäfte wieder öffnen, die Arbeitslosigkeit zurückgeht, die Wirtschaft erneut in Gang kommt und sie endlich in ihr altes Leben zurückkehren können.

Doch das wird nicht geschehen, und zwar aus folgendem Grund: Die Lockdowns sind nicht die Ursache der gegenwärtigen Probleme, sondern nur ein Brandbeschleuniger, der den wirtschaftlichen Zerfall auf dramatische Weise verschärft.

Der Mittelstand, der bereits vor den Lockdowns in Schwierigkeiten steckte, ist schon zu einem erheblichen Teil in den Ruin getrieben worden, kleine und mittlere Banken stehen vor einer Welle von nicht verkraftbaren Kreditausfällen und die Staatshaushalte weisen riesige Löcher auf.

Vor uns liegt eine nie dagewesene Flut an Insolvenzen kleiner und mittlerer Betriebe. Banken werden gerettet werden müssen, die Arbeitslosigkeit wird explodieren, Preise werden steigen, die Steuern werden erhöht und Sozialleistungen gekürzt werden. Der Lebensstandard der überwiegenden Mehrheit der Bevölkerung wird einbrechen. Wir werden in den vor uns liegenden Monaten eine Verödung der Innenstädte und eine seit dem Zweiten Weltkrieg nicht gekannte Ausbreitung von Armut und Obdachlosigkeit erleben.

Zugleich werden wir eine weitere Zunahme der bereits gigantischen Spekulation an den Finanzmärkten sehen. Sie wird die die soziale Ungleichheit, die jetzt schon einen historischen Rekordstand erreicht hat, weiter verschärfen. Wir werden auch erleben, dass man uns die Grundrechte, die uns in den vergangenen zwölf Monaten genommen wurden, nicht wieder zurückgibt und dass die Zensur, die seit einigen Monaten ausgeübt wird, nicht etwa abgeschafft, sondern weiter verschärft wird.

All das lässt sich voraussagen, wenn man nicht, wie die meisten Menschen, in Schockstarre auf Inzidenzen und Mutationen schaut, sondern sich ganz nüchtern den Zahlen in der Wirtschaft und im Finanzsektor widmet. Sie zeigen, dass das globale Finanzsystem, das seit der Krise von 2007/08 künstlich über Wasser gehalten wurde, mit herkömmlichen Mitteln nicht mehr aufrecht zu erhalten ist. Da die Zinsen weltweit bei null angekommen sind, lässt sich der Zusammenbruch des Systems nur noch durch unbegrenzte Geldschöpfung zeitlich hinausschieben. Der Preis dafür ist die unerbittlich fortschreitende Entwertung des Geldes.

Das wissen die Verantwortlichen, und deswegen bereiten sie im Hintergrund bereits ein neues Geldsystem vor. Es wird das Bankensystem, wie wir es kennen, beenden und die Geldschöpfung ausschließlich in die Hand der Zentralbanken legen. Auf diese Weise wird man die Geldmenge kontrollieren, Negativzinsen erheben und die wirtschaftliche Nachfrage gezielt steuern können.

Allerdings birgt dieses neue Geldsystem ein Problem. Es wird sich bei der vorgesehenen Währung zwar um digitales Geld handeln, aber im Gegensatz zu den existierenden Kryptowährungen wie Bitcoin wird es keinesfalls dezentral, sondern im Gegenteil zu einhundert Prozent zentralisiert sein. Das heißt, dass alle Transaktionen sowohl vom Staat als auch von den an der Ausgabe des Geldes beteiligten Digitalkonzernen überwacht, kontrolliert und unterbunden werden können. Digitales Zentralgeld bedeutet damit nichts anderes als die komplette Unterwerfung der Kontoinhaber unter die Aufsicht des Staates und der Digitalwirtschaft.

Das aber würde die Bevölkerung unter normalen Umständen wohl kaum unwidersprochen hinnehmen. Wie also kann man sie dazu bringen, die neue Knechtschaft zu akzeptieren? Auch dafür gibt es ganz offensichtlich einen Plan: Indem man das bestehende System systematisch plündert und auf diese Weise sozial unhaltbare Zustände schafft, die einen Großteil der Menschen in existenzielle Not treiben, um anschließend als Retter auftreten zu können.

Wie sonst lässt es sich erklären, dass wir mittlerweile in einem Endlos-Lockdown leben, der die wirtschaftliche und finanzielle Situation der Betroffenen tagtäglich weiter verschlimmert? Der dafür sorgt, dass die, die um einen Rettungsring kämpfen, absichtlich unter Wasser gedrückt werden?

Es handelt sich hier ganz offenbar um eine Agenda, die darauf abzielt, eine große Anzahl von Menschen in höchste Not zu bringen, um ihnen dann – gewissermaßen als humanitäre Maßnahme – das digitale Zentralbankgeld zur Rettung vor der Verelendung anzubieten.

Wer meint, dies sei eine realitätsferne, apokalyptische Zukunftsvision, der sollte sich dringend darüber informieren, wie weit die Vorbereitungen der Zentralbanken für die Einführung digitaler Zentralbankwährungen bereits vorangeschritten sind.

Bild von PublicDomainPictures auf Pixabay

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24 Kommentare zu „Ernst Wolff: Die vorsätzliche Zerstörung des Finanzsystems

  1. Das bedeutet dass wir diese Lockdowns auch gegen die Vorgaben der Staaten sofort beenden müssen.
    Wir dürfen nicht zulassen dass unsere Wirtschaft etc. bewusst noch weiter in den Ruin getrieben wird. Es gab vor Corona noch nie Lockdowns , das war die Erfindung der Chinesen und alle haben munzter mitgemacht. Warum fährt China derzeit einen Wirtschaftsboom?

    Wir müssen diesem Wahnsinn entgegenarbeiten denn sonst wird vielen Menschen die Lebensbasis entzogen.
    Wir dürfen unseren Kinder keine Welt der Wirtschaftskriminellen und Wahnsinnigen hinterlassen.
    Das was diese Irren wie Gates und schwab da vorhaben hat mit normalem Denken nichts mehr zu tun-diese kranken gestalten dürfen niemals die Macht über die Menschen bekommen.

    Man braucht nur im Netz zu googeln dann weiß man welche Politiker mit diesem Wahnsinn vertraut sind und diesem Vorhaben ihre Unterstützung geben.

  2. Es gibt schon Einwände gegen das Szenario.

    1. Es machen längst nicht alle Staaten beim Lockdown mit. China nicht, das wurde auf TKP in mehreren Artikeln ausführlich dargestellt, aber zum Beispiel Japan ebensowenig. Insgesamt scheint es in Ostasien vergleichsweise wenig Massnahmen gegeben zu haben. Auf Initiative von China wurde im November eine riesige ostasiatische Freihandelszone gegründet. Das ist kein „Reset“ sondern Aufbruch.

    2. Japan hat seit 1990, seit 30 Jahren, praktisch Nullzinsen. Bisher hat das nicht zum Zusammenbruch des Landes geführt. Das ist also ein Zustand, der sich lange durchhalten lässt. Es ist ja nicht so, dass Japan inzwischen verarmt ist.

    3. Wie soll eine Inflation = steigende Priese durchgesetzt werden und *gleichzeitig* die Leute weniger Kaufkraft haben? Wenn es weniger Kaufkraft gibt, gibt es tendenziell eine Deflation.

    4. Wie wäre die Existenz von Ländern wie Schweden, Tansania oder US-Bundesstaaten wie Florida, im Rahmen dieser Story zu erklären? Überhaupt, dass immer mehr Bundesstaaten die Pandemie beenden, wil sie sehen, dass sonst ihre wirtschaft vollends zusammenbricht?

    5. Wird es die Bevölkerung wirklich akzeptieren, wenn es nicht zur alten Normalität zurück geht? Überall wo die Massnahmen beendet wurden, ist das der Fall, weil „die neue Normalität einfach scheisse ist“ (Reitschuster).

    1. Meiner Meinung nach:

      Zu 1) China ist das künftige Finanz- und Technologiezentrum, wohin es diverse westliche “Machtstrukturen“ zieht, wofür diese “Strukturen“ den Westen quasi an China verkaufen, um dort gemeinsam an einer neuen, schönen Welt zu arbeiten, vor allem im Bereich KI und Gentechnik. Schwabs transhumanistische Träume lassen sich nur mit/in China “realisieren“ – auch wenn es nur Träume bleiben werden.

      Zu 2) Japan, aufgrund seiner demografischen Entwicklung, ist ein Thema für sich, lässt sich aber per GOOGLE beantworten, vielleicht dazu später mehr.

      Zu 3) Es geht nicht um das eine oder andere, sondern um das Handhaben einer Entwicklung, in der Inflation zwar sich bildet, aber durch z.B. negative Zinsen, sprich, kalte Enteignung, verborgen bleibt, im Zusammenspiel mit den Folgen einer solchen Enteignung, nämlich Konsum, um das sich weiter im Wert mindernde Geld gegen Ware bzw. “Wahres“ einzutauschen. Dafür braucht es als Instrument aber die Digitalisierung des Geldes und die Abschaffung von Barem.

      Zu 4) Ausnahmen bestätigen immer die Regel und dienen immer gerne als ein Ort der Hoffnung, als Verheißung, als Gesellschaftsziel. Zudem ist ja nicht absehbar, inwieweit sich auch solche Länder doch einverleiben lassen.

      Zu 5) Die alte Normalität ist längst die Mohrrübe, die vor dem Karren der neuen Normalität hängt. Solange man sagen kann, es hätte schlimmer kommen können, kann sich eine Gesellschaft mit vielem abfinden, auch mit der Selbstbelügung, dass das Neue dem Alten entspricht. Es hängt am Narrativ, inwieweit eine Gesellschaft bereit ist, mehr und mehr Freiheiten für immer mehr Sicherheiten, sprich, Fremdbestimmungen/Regeln/Gesetze/Bevormundungen einzutauschen – oder eben nicht. Aber für das “eben nicht“ existiert noch kein Narrativ.

  3. Meine Meinung zur ganzen Situation in Ö und D
    Das Problem ist dass gerade Österreich und Deutschland diesbezüglich fanatisch an den Lockdowns hängen.
    Diesbezüglich sehe ich das grosse Problem dass in österreich ein junger Kanzler der überhaupt keine Ahnung vom Leben hat mit deinen Beratern vermutlich nichts anderes im Kopf hat als seine Macht auszuleben und sich daran ergötzt. Das Problem daran ist dass er sich an Leute hält denen Das Volk sichtlich nichts Wert ist und für die nur ihr eigenes Ego und ihre eigene perverse Machtgeilheit zählt. Dass er sich in Kreisen wie Schwab, Merkel , Netanjahu etc. wohl fühlt weil die ihm das Gefühl geben etwas zu sein und von diesen Leuten nach aussen hin geschätzt zu werden verstehe ich – aber er hängt dabei bereits an denen ihren Fäden- Somit hat er seine Freiheit verspielt -er hat sich verkauft .
    Er ist für diese Menschen nur ein Mittel zum Zweck- wenn sie ihren Weg durchgesetzt haben ist er ein Niemand.

    Darum ist es notwendig dass da Volk ihm diese Macht entreisst damit dieses eiskalte Spiel mit dem leben und der Existenz der Menschen umgehend beendet wird.

    Daher gehören diese Leute vor ein Gericht gestellt damit die Menschen wieder ihr Rechte zurückbekommen.
    Der Souverän ist das Volk und nicht Politiker die unsere Grundrechte und Werte mit Füssen treten .

    1. In Ö haben wir mit Kurz zusätzlich das Problem, dass ein Bundeskanzler, der bereits einmal vom Parlament mittels Misstrauensvotum des Amtes enthoben wurde, nun wieder in dieser Position zurück ist. Neben allen anderen Machtspielchen sind beim ihm wohl auch gewisse Rachgelüste dabei, verbunden mit dem Bedürfnis, das Parlament zu umgehen, wo irgendwie möglich. Nicht umsonst wurde sogar im ORF kürzlich ein Bericht über die Ausschaltung des Parlaments im Jahre 1933 durch den damaligen Bundeskanzler Dolfuß ausgestrahlt. Diese Situation ist ganz besonders gefährlich!

  4. «Allerdings birgt dieses neue Geldsystem ein Problem. Es wird sich bei der vorgesehenen Währung zwar um digitales Geld handeln, aber im Gegensatz zu den existierenden Kryptowährungen wie Bitcoin wird es keinesfalls dezentral, sondern im Gegenteil zu einhundert Prozent zentralisiert sein. Das heißt, dass alle Transaktionen sowohl vom Staat als auch von den an der Ausgabe des Geldes beteiligten Digitalkonzernen überwacht, kontrolliert und unterbunden werden können. Digitales Zentralgeld bedeutet damit nichts anderes als die komplette Unterwerfung der Kontoinhaber unter die Aufsicht des Staates und der Digitalwirtschaft.»

    Und der Unterschied zu heute ist?

    Der Euro wird von der Zentralbank ausgegeben, zentral, deswegen heisst die so.

    Ausser unwesentlichem Kleinkram (Märkte) werden finanzielle Transaktionen heute elektronisch abgewickelt und lassen sich entsprechend überwachen. Das System SWIFT wird wohl sogar direkt von US-Nachrichtendiesten überwacht. Prinzipiell ist es wohl schon heute so, dass dein Konto bei illegalen Aktivitäten gesperrt werden kann. Es kommt halt darauf an, was „illegal“ ist…

    Ich seh da keine neue Entwicklung.

    1. Das Problem ist eher die komplette Digitalisierung, nicht die Zentralisierung der Geldquelle. Der Dollar ist unter anderem global so “erfolgreich“ als Währung, weil Dollarnoten zuhauf im Auslauf gehortet werden. Die Möglichkeiten für die Masse sind mit Bargeld andere als mit Digitalgeld, die Notwendigkeit für Staaten aber basiert zunehmend auf Digitalgeld. Somit ist das Problem die Zentralisierung der staatlichen Interessen, auf Kosten dezentralen Handlungsspielraumes für die Masse der Bevölkerung. Bitcoin und Co. stellen allerdings keine massentaugliche Alternative für diese staatliche Zentralisierung dar, denn der Bürger kann den Strom nicht zur Verfügung stellen, der für seine Bitcoins und dergleichen notwendig ist. Daher sind Kryptowährungen Augenwischerei.

  5. «Great Reset»

    Zwei Zitate:

    « Der Umbau unserer Gesellschaft hat hierzulande wie in vielen anderen Ländern nicht erst jetzt mit der Pandemie, sondern sehr viel früher begonnen. Seit den siebziger und achtziger Jahren des letzten Jahrhunderts ist viel passiert. Auf der Basis des Washington Consensus und angetrieben davon ist umgebaut worden. Die Stichworte: Flexibilisierung, Privatisierung, Deregulierung, Verschiebung des Einkommens und der Vermögen von unten nach oben. Man könnte von einem Zeitalter der Restauration sprechen. Aus der Warte eines auf sozialen Fortschritt und solidarisches Zusammenleben pochenden Beobachters muss man feststellen: Wo man hinschaut, herrscht Rückschritt. Dafür stehen Politiker und Ideologen, die Namen haben: Thatcher, Reagan, Blair, Pinochet, die Chicago Schule, Lambsdorff, Schröder, Merz, Merkel, Fischer. » – Albrecht Müller

    https://www.nachdenkseiten.de/?p=69288

    « Das (Weltwirtschafts-)Forum ist ein Zeitgeist-Schwamm, das alles an Ideen und Visionen aufsaugt, das in der Welt herumgeistert. Wenn der Begriff Thinktank für eine Organisation nicht zutrifft, dann für das Weltwirtschaftsforum: Es entwickelt keine eigenen Ideen, sondern sammelt und verdichtet das, was andere Denker und Lenker in aller Welt verzapfen, und es bietet ihnen eine prominente und exklusive Plattform und damit einen organisatorischen Rahmen, um den eigenen Einfluss auszubauen.

    Diese Einsicht macht die Ideen, die von dort kolportiert und über etwaige unautorisierte oder hinsichtlich ihrer Außenwirkung unterschätzte Tweets verbreitet werden, nicht besser. Doch es hat Auswirkungen auf die Strategien, die notwendig sind, um dem Vormarsch des modernen Corona-Antihumanismus zu begegnen. Es wäre so einfach, eine Elitenorganisation wie das WEF als Urheberin einer menschenverachtenden Verschwörungsdoktrin identifizieren zu können. Doch das Ideenfutter, das nun von Schwab & Co. zum vermeintlichen „Great Reset“ zusammengeschustert wurde, ist schon lange in der Welt, in aller Öffentlichkeit wird es seit langem diskutiert und ist mittlerweile im politischen Mainstream angekommen.

    Dies gilt für Begriffe wie Deindustrialisierung, Umbau der Industriegesellschaft, Nachhaltigkeit, Vorrang der Natur gegenüber dem Menschen, der als Krebsgeschwür der Welt diese überbevölkert und egoistisch ausbeutet und dessen Einfluss daher zurückgefahren werden muss, die Entschleunigung der Welt, die Überwindung des Fortschrittsdrangs und des Konsumismus, dies alles formuliert im Rahmen globaler Konzepte des Umwelt- und Klimaschutzes, zur Not auch unter Aushöhlung demokratischer Ideale und unter der Führung einer Weltregierung: All dies ist nicht neu, sondern wabert seit den späten 1970er-Jahren durch die akademischen Debattenräume. » – Matthias Heitmann

    https://www.zeitgeisterjagd.de/weltwirtschaftsforum-plappert-gruenen-zeitgeist-nach/

    1. Sicherlich wird das Vorhaben des “Great Resets“ in Gänze scheitern, aber der Verlauf des Scheiterns wird, wie immer, Auswirkungen haben, die an sich schon weitreichend und einschränkend für die Masse sein werden. Gepaart mit den zeitgeistigen Ideologien und aktuellen Technologien dürfte sich das Scheitern diesmal jedoch weitreichender und einschränkender zeigen als je zuvor. DIesbezüglich ein lesenswerter Zweiteiler:

      https://multipolar-magazin.de/artikel/technik-und-krise-teil-1

  6. Folgerichtige Ausarbeitung der Corona-Verschwörung:

    https://architectsforsocialhousing.co.uk/2021/02/19/cui-bono-the-covid-19-conspiracy/

    “Cui bono? — rests on a paradox. Its initial premise is a widely-accepted one: that, rather than explaining this crisis, the various conspiracy theories about COVID-19 — like most conspiracy theories — are a product of this crisis. But the paradox I derive from this, which draws attention to what we mean by a ‘product’, is less commonly proposed: that, far from undermining the ideological hegemony of the official narrative about COVID-19, these conspiracy theories are a crucial part of the construction of that hegemony. It is not by examining their claims, therefore, but rather their functions — beginning with the question of whom they benefit — that we can begin to understand what is happening, how it is happening and, maybe, why it is happening.

    Mit Ungereimtheiten und Brüchen in der Logik lassen sich prima Verschwörungen provozieren, vor allem von jenen, die im Schatten der Aufmerksamkeit, die Verschwörungen erregen, ihr dunkles Unwesen überhaupt erst realisieren können. Dadurch wird geplante Unplanbarkeit möglich – und Fehler zuhauf können (und werden zwangsläufig) sich ergeben, weil man eben nicht an alles im Voraus denken kann. Interessanterweise klingt das auch nach einer Verschwörungstheorie. Das beste Versteck ist nun mal die Offensichtlichkeit.

    1. Sehr guter Text.

      Ein wesentlicher Punkt scheint mir allerdings die Frage zu sein: Erleben wir eine Kooperation von westlichem Techno-Gesundheits-Kapital mit China, oder hat China ein eigenes Globalisiwerungsprojekt, das aus der Tiefe der chinesischen Geschichte kommt (3000 Jahre): „Tianxia“.

      Und ist dabei das westliche Kapital der nützliche Idiot, der den Weg frei räumt, indem es die westlichen Gesellschaften ruiniert, wie Peter Mayer hier an verschiedner Stelle geschrieben hat.

      Hinzu kommt die Frage, ob die Verstellungen, die die Menschen im Westen (inclusive der Machtelite) von China haben, nicht vielmehr Projektionen des eigenen politischen Denkens auf das Land sind, während es selber aus seiner eigenen Geschichte schöpft: „Neokonfuzianismus“.

      Ich habe diese Fragen in meiner eigenen China-Story aufgeworfen:

      „Der “Corona-Circus Wuhan”, ein neokonfuzianisches Staatsspektakel?“
      https://weltexperiment.com/20815.html

    2. “Ein wesentlicher Punkt scheint mir allerdings die Frage zu sein: Erleben wir eine Kooperation von westlichem Techno-Gesundheits-Kapital mit China, oder hat China ein eigenes Globalisiwerungsprojekt, das aus der Tiefe der chinesischen Geschichte kommt (3000 Jahre): „Tianxia“. “

      Wahrscheinlich beides – nur ahnt der westliche Part davon (noch) nichts …

      Vielen Dank für Ihren Link. Ist gespeichert und wird in Ruhe gelesen.

  7. « Wahrscheinlich beides – nur ahnt der westliche Part davon (noch) nichts … »

    Letzteres denke ich auch.

    Das scheint ein wesentlicher Unterschied von China und dem Westen zu sein: Dem Buch „Alles unter dem Himmel“ von Tingyang Zhao, entnehme ich, dass sich die chinesischen Intelektuellen, Politiker usw. intensiv mit dem westlichen Denken auseinandergesetzt haben. Notgedrungen, immerhin wurde das chin. Kaiserreich durch den westl. Imperialismus binnen 100 Jahren zerstört. Die wollten wissen, wie das kommen konnte.

    Zhao berichtet, dass die 3000-jährige Erfahrung davor war, dass Eroberer die als überlegen angenommene chin. Kultur annehmen. Genau das haben die westl. Imperialisten nicht gemacht, sondern die Chinesen sogar als Menschen 2. Klasse angesehen (siehe die berüchtigte „Hunnenrede“ vom dt. Kaiser). – Das haben die sicher nicht vergessen!

    Eine umgekehrte Rezeption der chin. Kultur hat im Westen bisher nicht stattgefunden. Das fängt schon mit der Kenntnis der Sprache an. Die Hälfte der Referenzen von Zhao sind rein chinesisch…

    Deswegen glaube ich nicht an eine echte Kooperation. Mir scheint, dass die chin. Eliten die kalifornischen Sunnyboys schlicht für grössenwahnsinnige Dummköpfe halten. Nützliche Idioten, die nicht merken, dass sie es sind. Den Conférencier von Davos ebenso.

    Caveat. Beweisen kann ich das alles nicht und ein Kenner der chin. Kultur bin ich auch nicht.

  8. NB. Man wird kaum annehmen, dass z.B. Bill Gates auch nur das Eintrittsexamen in die KPCh bestehen würde… Die hat aber 90 Mio. Mitglieder. D.h. intellektuell rangiert der unter denen. – Die Chinesen sind natürlich höfliche Leute und lassen das andere nicht *direkt* merken…

    Mir fällt auf, dass bei internationalen Veranstaltungen, die China organisiert, z.B. im November die grösste Freihandelszone der Welt einrichten, dessen politische Nr. 1 antritt. Bei vom Westen veranstalteten Events, z.B. Davos 2020, war es die Nr. 7. Der „Ständige Ausschuss“ des „Politbüros“ hat exakt 7 Mitglieder, die stramm hierarchisch organisiert sind. D.h. die Chinesen machen sich den Witz, den Ständigen Ausschuss *insgesamt* als Äquivalent zu westl. Staatschefs zu definieren, und dann symbolisch, nach „Bedeutung“ der Veranstaltung, ein Mitglied zu schicken. – Das sind Subtilitäten, die hier niemand merkt…

    Schlussendlich gilt: In die eigentliche Machtstruktur Chinas, die KPCh, kommt keine Langnase rein.

  9. In diesen Zusammenhängen auch sehr aufschlussreich:

    https://www.spiegel.de/politik/ausland/coronavirus-in-manaus-amazonas-forscher-befuerchtet-impfresistentes-virus-a-cfd722fa-c494-4971-969b-982cf362a837?utm_source=pocket-newtab-global-de-DE

    Ganz am Ende des impffreundlichen Textes steht:

    “Unter dem Titel Globale Gesellschaft berichten Reporterinnen und Reporter aus Asien, Afrika, Lateinamerika und Europa – über Ungerechtigkeiten in einer globalisierten Welt, gesellschaftspolitische Herausforderungen und nachhaltige Entwicklung. Die Reportagen, Analysen, Fotostrecken, Videos und Podcasts erscheinen im Auslandsressort des SPIEGEL. Das Projekt ist langfristig angelegt und wird über drei Jahre von der Bill & Melinda Gates Foundation (BMGF) unterstützt.“

    Somit ergibt der Inhalt des Textes eine interessante Interpretation. Klar riecht das nach “Verschwörungstheorie“, aber hier dient blanke Offensichtlichkeit als Versteck, für das, was im Grunde unausgesprochen impliziert wird. Und für dieses Versteck ist die Provokation einer “Verschwörungstheorie“ zwingend notwendig.

    1. Die “Rekrutierung“ aufstrebender “Aufklärer“ im Rahmen der Gates-Stiftung ist ein bekanntes Muster, siehe z. B. auch Mark Lynas:

      https://www.gmwatch.org/en/news/latest-news/15938-why-mark-lynas-changed-his-mind

      “Lynas tells Lawson he now works on the GM issue „to the exclusion of almost everything else”. That’s unsurprising, as the publicity generated by his Oxford speech won him the patronage of Bill Gates, the world’s richest man, whose Foundation enjoys notable synergies with Monsanto, a company in which it invests heavily. The Gates Foundation has even set up a faux academic position for Lynas at Cornell, as well as providing him with other notable platforms for promoting the technology, not least in the developing world.“

      Spieglein, Spieglein an der Wand …

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