Immunität bei Bewohnern von Ischgl nach 8 Monaten immer noch stabil

Nachdem im April rund 80 Prozent der Bevölkerung in Ischgl auf Antikörper getestet wurden, wurden freiwillige Ischgler im Rahmen einer Studie der Med-Uni Innsbruck abermals auf ihre Immunantwort getestet. Im April wiesen 42,4 Prozent Antikörper auf. Bei einer weiteren Testreihe im November wurde bei rund 900 Personen überprüft werden, wie hoch dieser Anteil nach sechs Monaten noch ist.

„Davon hatten 801 Personen zwischen 18 und 89 Jahren bereits an der ersten Studie teilgenommen. Mit deren Blutproben wurde nun anhand von serologischen Antikörper-Tests und spezifischen Verfahren zur Messung der zellulären Abwehr der Verlauf der Immunität analysiert“, berichtete Studienleiterin Wegene Borena vom Institut für Virologie der Medizinischen Universität Innsbruck.

Die Wissenschaftler wollten herausfinden, wie hoch die Immunantwort nach acht Monaten ist. Dieses Mal wurden nicht nur Antikörper, sondern bei einigen Probanden auch die zellulare Immunabwehr durch T-Zellen analysiert. Leider aber nur bei etwa 10% der Probanden obwohl die Immunität durch T-Zellen um einiges wichtiger ist als die durch Antikörper. T-Zellen können die Produktion von Antikörpern anstoßen, umgekehrt ist das nicht möglich.

Eine T-Zellimmunantwort ließ sich auch in Proben mit kaum oder nicht mehr nachweisbarem Antikörper-Titer belegen, was die Rolle der zellulären Immunität nach Covid-19 untermauert“, so die Virologin von Laer. Es sei folglich nicht ausgeschlossen, dass eine Immunität auch dann besteht, wenn keine Antikörper mehr in den verwendeten Tests nachweisbar sind, meint die Virologin.

Das sehen allerdings dafür kompetenten Immunologen anders, nämlich dass durch spezifische T-Zellen die Immunität über lange Zeit sogar sicher erhalten bleibt. So haben das kürzlich Studien des La Jolla Institut für Immunologie in Kalifornien gezeigt, dass T-Zellen auch alle bekannten Mutationen noch sicher erkennen und bekämpfen. Und das auch noch nach mindestens acht Monaten und jahrelang. Eine Studie mit SARS-1 Rekonvaleszenten konnte die Immunität auch noch nach 17 Jahren feststellen.

Ein Teil der Proben wurde in einem Neutralisationstest auch auf neutralisierende Antikörper hin untersucht, um die kommerziellen Antikörper-Tests zu überprüfen. „Der Neutralisationstest bestätigte bei einem Großteil der serologisch differierenden Ergebnisse das Vorhandensein spezifischer Antikörper gegen SARS-CoV-2“, so Studienleiterin Wegene Borena.

Die Ergebnisse der neuen Studie wurden heute im Rahmen einer Pressekonferenz präsentiert. Nach der ersten Antikörper-Studie war die Beteiligung an der Folgestudie ebenfalls hoch. Ergebnisse zeigten, dass bei knapp 90 Prozent der Studienteilnehmer, die schon im April einen positiven Antikörpernachweis hatten, auch acht Monate nach der ersten Infektion Antikörper nachgewiesen werden konnten.

Wie bei der Basisstudie im April wurden unterschiedlichen kommerziellen Antikörper-Tests verwendet, wobei in der Folgestudie ein zusätzlicher Test hinzugezogen wurde. Das Immunsystem produziert bei natürlicher Infektion T- und B-Zellen, die viele verschiedene Merkmale des Virus erkennen und die B-Zellen erzeugen dann entsprechende Antikörper.

Bei der Studie handelt es sich um eine der größten Verlaufsstudien zu Immunität nach einer Covid-19-Infektion in Österreich. Der Immunologe Prof. Florian Deisenhammer, ebenfalls von der MedUni Innsbruck, hatte im Dezember eine Studie vorgelegt, in der er zum Schluss gekommen war, dass Corona-Genesene eine stabile Langzeitimmunität aufweisen.


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2 Kommentare zu „Immunität bei Bewohnern von Ischgl nach 8 Monaten immer noch stabil

  1. Wovor hat die Regierung wirklich Angst? Wie kann sie ihre Bürger dermaßen bedrohen? Keine der Regierungsvorschriften wird vor dem Verfassungsgerichtshof standhalten. Es gibt nach wie vor keine Begründung für die Einschränkung der Grund- und Freiheitsrechte!

    https://tirol.orf.at/stories/3090760/
    Demonstration in Innsbruck wurde verboten. Hohe Strafen bei Nichtbeachtung

    …Die Teilnahme an einer untersagten Demonstration wird von der LPD Tirol mit bis zu 720 Euro nach den Bestimmungen des Versammlungsgesetzes bestraft. Darüber hinaus machen sich die Teilnehmer nach der 4. Covid- Schutzmaßnahmen-Verordnung strafbar, da das Zusammentreffen von mehr als vier Personen aus mehr als zwei Haushalten verboten ist. Der Strafrahmen beträgt hier bis zu 1.450 Euro, teilte die Polizei in einer Aussendung vom Mittwochabend mit.

    Die Teilnahme von Eltern samt Kindern an einer untersagten Demonstration stelle eine Gefährdung des Kindeswohles dar, sodass ein Bericht an die Jugendwohlfahrtsbehörde erstattet werde, hieß es weiter.

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