Neue Varianten des Virus rechtfertigen keine einschneidenden Maßnahmen

Mit der Beobachtung von Veränderungen des Coronavirus haben sich einige neue Erzählungen entwickelt, die bevorzugt von den wissenschaftlichen Berater der Regierungen verbreitet werden. Es sei „schwer zu sehen“, wann die Beschränkungen enden dürfen, da weiterhin neue Varianten auftauchten, mehr infektiös sind und den Impfstoff wirkungslos machen. Das ist Unsinn. Die Modellierer und Mathematiker behaupteten etwa fälschlicherweise die Variante B.1.1.7 verbreite sich um 70% rascher, sei infektiöser und möglicherweise gefährlicher.

Die Realität sieht völlig anders aus, wie eine Untersuchung von 1,5 Millionen Proben in England ergab. Die Variante verbreitet sich gerade mal um 6% schneller, ist nicht infektiöser, hat keine höhere Virenlast und betrifft auch keine anderen Altersgruppen.

Es wird die Idee in die Köpfe der Menschen gepflanzt, dass dieses Virus so mutiert, dass es sich der bisherigen Immunität entzieht. Das ist völlig unbegründet, zumindest was die Immunität betrifft, die man auf natürliche Weise erlangt, nachdem man das Virus abgewehrt hat. Das tun so ziemlich 99,9 % der Bevölkerung, weniger ist es natürlich bei den sehr alten und bereits kranken Menschen, mehr bei den jüngeren und gesunden.

Die Immunantwort bei Infektion

Bei einer Infektion zerlegt das menschliche Immunsystem einen Erreger in kurze Stücke. Jedes dieser kurzen Proteinstücke wird anderen Zellen des Immunsystems präsentiert. Unsere Zellen haben eine wirklich erstaunliche Bandbreite an Fähigkeiten, verschiedene Proteinstrukturen zu erkennen. Der Immunologe Shane Crotty vom La Jolla Institute for Immunology erklärt im Video (hier anzusehen), dass insbesondere die T-Zellen auch kleine Sequenzen des Virengenoms erkennen können und die Information auch abspeichern.

Die Zellen, die ein solches Stück erkennen, vermehren sich selektiv, so dass unser Körper nach ein paar Tagen eine große Anzahl von Zellen enthält, die verschiedene Teile des Virus erkennen. Diese haben eine Reihe von Funktionen. Einige stellen Antikörper her und andere sind darauf programmiert, vom Virus infizierte Zellen zu töten, die daran erkannt werden, dass sie auf ihrer Oberfläche anzeigen, dass sie befallen wurden. In fast allen Fällen, ob mit oder ohne Symptome (die von leicht bis schwer reichen), überwindet dieses intelligente adaptive System die Infektion.

Im Gegensatz zu den Behauptungen mancher „wissenschaftlicher“ Berater hinterlässt dieses Ereignis viele verschiedene Arten von langlebigen „Gedächtniszellen“, die bei einer erneuten Infektion jedem Versuch einer Reinfektion schnell ein Ende bereiten. Man wird also nicht wieder von demselben Virus krank gemacht, und weil das Virus sich einfach nicht vermehren darf, kann man auch nicht mehr zur Verbreitung beitragen.

Mutationen und Varianten

Viele Viren sind fehleranfällig, wenn sie sich in Ihren Zellen replizieren. Sie machen „Tippfehler“, so dass sich das entstehende Virus leicht vom Elternvirus unterscheidet. Manchmal macht diese kleine Veränderung keinen Unterschied im Verhalten des Virus. Ein anderes Mal macht die Veränderung das Virus zu etwas unfähig, das für sein Überleben wichtig ist.

Es ist auch möglich, dass eine Veränderung das Virus etwas besser überleben lässt und es so mit der Zeit zu einem höheren Anteil an Viren wird, die aus klinischen Proben sequenziert werden. Die allgemeine Richtung der Veränderungen ist aber weniger schädlich und leichter übertragbar zu werden sowie sich schließlich den anderen etwa 40 Viren anzuschließen, die das verursachen, was wir gemeinhin als „Erkältung“ bezeichnen. Was in der Regel nicht passiert, ist, dass die Mutanten für die Wirte (uns) tödlicher werden.

Die Veränderungen betreffen oft nur einen Buchstaben im Code oder eine Nucleinsäure. Shane Crotty hat darauf hingewiesen, dass sich allein im Spike Protein etwa 1200 Nucleinsäuren befinden, die Veränderung also nur einen geringen Anteil ausmacht. Der genetische Code des Virus liegt in der Größenordnung von 30.000 Buchstaben, die, wenn sie übersetzt werden, etwa 10.000 Aminosäuren in verschiedenen viralen Proteinen ergeben. 30 Buchstabenänderungen könnten etwa 0,1 % des Viruscodes ausmachen. Mit anderen Worten: 99,9 % dieses Codes unterscheiden sich nicht vom sogenannten Wuhan-Stamm. Das Immunsystem, das Dutzende kleiner Stücke erkennt, lässt sich also nicht von ein paar kleinen Änderungen an einem winzigen Bruchteil davon täuschen. Möglicherweise passt eine Art von Antikörper nicht mehr, aber es gibt davon viele verschiedene, die auf jeweils unterschiedliche Regionen reagieren und die T-Zellen erkennen ohnehin eine ganze Reihe von Sequenzen.

Das Immunsystem weiß also sofort, dass es sich um einen Eindringling handelt, den es schon einmal gesehen hat, und hat keinerlei Schwierigkeiten, schnell und ohne Symptome mit ihm fertig zu werden. Varianten und Änderungen, die bei jedem Virus auftreten sind also wissenschaftlich absolut kein Grund, für wirklich extreme Reaktionen wie fortgesetzte Lockdowns, den Kindern mit Schulschließungen zu schaden und noch mehr Arbeitslosigkeit und Konkurse im Mittelstand und Tourismus zu produzieren sowie Grenzen zu schließen.

Einfluss auf Impfstoffe

Was die neuen Impfstoffe betrifft, so sind sie beschränkter in den Merkmalen mit denen sie das Immunsystem trainieren, denn anstatt ganze Viren, die abgeschwächt oder inaktiviert wurden, wie das bei den klassischen Impfstoffen der Fall ist, präsentieren diese nur das Spike-Protein. Dieses besteht immer noch aus etwa 10 immunologisch unterschiedlichen Teilen, so dass, selbst wenn Mutationen ein paar davon verändern würden, die Mehrheit der Teile des mutierten Virus immer noch unverändert ist und vom Immunsystem erkannt wird. Der am meisten eingeschränkte Impfstoff ist, ist der von Pfizer / BioNTech,.

Da wird nur einen Teil des Spike-Proteins kodiert, und wenn sich Mutationen weg von einem der Impfstoffe entwickeln sollten, wäre es daher vernünftig zu erwarten, dass es dieser ist. Aber selbst im schlimmsten Fall könnten die anderen Impfstoffe, die noch auf den Markt kommen, verwendet werden, um die am meisten gefährdeten Menschen zu schützen. Was da also im Namen der Rettung von Leben geschieht, hält einer wissenschaftlichen Überprüfung einfach nicht stand.

In einer mit SARS-Cov-1 Rekonvaleszenten durchgeführten Studie wurde sogar nachgewiesen, dass diese einerseits weiterhin eine starke auf T- und B-Zellen basierende Immunantwort besitzen und dass diese Zellen auch noch SARS-Cov-2 erkennen, obwohl 17 Jahre Zeit für Mutationen waren und die Unterschiede in den Genomen erheblich mehr sind als bei den jetzt für unnötige Aufregung sorgenden Varianten.

Laut dem Covid-Reinfection-Tracker gibt es bisher 39 bestätigte Fälle von Infektionen von Menschen, die bereits einmal infiziert waren.  Die Chance für Reinfektion liegt also bei 1 zu 2,5 Millionen oder noch besser. Bei den klinischen Tests der Impfstoffe hat sich dagegen eine Chance von 1 zu 20 gezeigt (8 Infektionen in der Impfstoffgruppe gegenüber 162 in der Kontrollgruppe bei Pfizer).

Aber auch ohne diese Erkenntnis haben wir mehr als genug wissenschaftliche Beweise dafür, dass die Maßnahmen, die strikter sind als die von Südkorea, Japan oder Schweden, keinen erkennbaren Nutzen mehr bringen aber massive gesundheitliche, soziale und wirtschaftliche Schäden verursachen.


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Führender Immunologe: Virus kann zellulärer Abwehr des Immunsystems nicht entkommen

3 Kommentare zu „Neue Varianten des Virus rechtfertigen keine einschneidenden Maßnahmen

  1. “Was die neuen Impfstoffe betrifft, so sind sie beschränkter in den Merkmalen mit denen sie das Immunsystem trainieren, denn anstatt ganze Viren, die abgeschwächt oder inaktiviert wurden, wie das bei den klassischen Impfstoffen der Fall ist, präsentieren diese nur das Spike-Protein.“

    Mit anderen Worten: Wir “trainieren“ unserem Immunsystem genau jenen Tunnelblick an, den wir Menschen anwenden, um die Dynamik des Lebens verstehen zu wollen. Daher kann die Impfung nicht leisten, was die biologische Immunantwort von Natur aus leistet. Und je mehr solcher Impfungen und vereinfachter Manipulationen in Zukunft hinzukommen, desto weniger kann der Berg wahrgenommen werden, durch den der Tunnel menschlicher Verallgemeinerung und Gleichschaltung führt. Dabei bedeuten Leben und Immunität nichts weiter, als besagten Berg erklimmen zu müssen, um die Erfahrungen der Überwindung zu sammeln und weiterzugeben. Die Abkürzung durch den Berg führt auf lange Sicht einzig und unausweichlich in eine biologische Sackgasse, die wir uns länger schon als “Licht am Ende des Tunnels“ verkaufen (lassen).

  2. Man hat die Debatte erfolgreich verkompliziert, dass Otto Normalverbraucher doch längst ausgestiegen ist und weich geklopft das macht was gesagt wird. Ob man nun mit aus der Luft gegriffenen Werten der 7-Tages-Inzidenz oder Mutationen hausieren geht, die meisten können und wollen das in der Tiefe nicht verstehen und erst recht nicht hinterfragen. Mutation klingt nach Mutant und das ist per se ja was schlechtes. Selberdenken ist gerade nicht in; da verlässt man sich lieber auf den Populismus der Maßnahmen oder den Populismus der totalen Leugnung. Umso wichtiger sind für mich Artikel wie dieser hier. Eigentlich ganz logisch, dass unser Immunsystem kein plumpes naives Werkzeug ist, sonst wären wir alle ausgestorben. Es weiß sich innerhalb gewisser Grenzen sehr gut zu helfen und hat eine Menge besonderer Mechanismen um Eindringlinge zu erkennen und zu bekämpfen, auch wenn diese sich weiterentwickeln. SARS-CoV-II wird also sehr gut bekämpft, die seit geraumer Zeit deutlich sinkenden Zahlen sind ein weiterer Beweis hierfür. Hoffentlich widmet man sich bald wieder den wirklich gefährlichen Krankheiten wie den Tropenkrankheiten und den Immununterdrückern Nummer 1 – Hunger, mangelnde Hygiene und Mangel an sauberen Trinkwasser. Ich glaube manchmal, dass sich die Afrikaner halb weinend, halb lachend am Boden wälzen, wenn sie sehen, welches Aufheben wir hier um so ein Viruslein machen während dort ganze Großfamilien an der Malaria zugrunde gehen.
    P.S.

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