Ergebnisse der neuen Studie zur Corona Dunkelziffer nicht aussagekräftig

Vom 12. bis 14 November wurde eine landesweite COVID-19 Prävalenzstudie von der Statistik Austria im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung, Wissenschaft und Forschung durchgeführt. Demnach seien in Österreich rund 166.000 bis 295.000 Personen mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 infiziert. Die Ergebnisse sind mit einiger Sicherheit falsch.

In der Pressemitteilung heißt es:“Mitte November lag der Anteil SARS-CoV-2-Infizierter an der österreichischen Wohnbevölkerung ab 16 Jahren im Schnitt bei 3,1%. Dabei waren die Anteile in Westösterreich signifikant höher als in Ostösterreich. Im Vergleich zu den letzten Prävalenzstudien im April und Mai zeigt sich damit ein erheblicher Anstieg des Infektionsgeschehens kurz vor dem zweiten Lockdown“, so Statistik-Austria-Generaldirektor Tobias Thomas.

Diese Daten basieren auf dem PCR-Test, der bei 2263 Personen nach einem Nasen-Rachen-Abstrich vorgenommen wurde. Dabei wurden 72 Personen positiv getestet. Davon hatten 20 (28%) zum Testzeitpunkt keinerlei Symptome (aus einer Liste von insgesamt 13 möglichen Symptomen). Insgesamt 29 Personen (40%) gaben höchstens ein Symptom an. Bei den behördlich unerkannten Fällen war der Anteil von Personen mit höchstens einem Symptom besonders hoch (26 von 37 Personen, bzw. 70%). Nur ein geringer Anteil dieser Gruppe (5 von 37 bzw. 14%) hatte erwartet, zum Testzeitpunkt infiziert zu sein.

Damit isst es wahrscheinlich, dass ein gewisser Anteil der Ergebnisse falsch-positiv war. Offenbar hat man sich nicht die Mühe gemacht zumindest die ohne und nur geringen Symptomen nachzutesten um ein positives Ergebnis zu bestätigen. Die Ergebnisse sind daher mit Sicherheit zu hoch gegriffen.

Falsch ist auch diese Feststellung in der Presseaussendung zum PCR-Test: „Mittels dieser Methode ist es möglich, eine akute Infektion mit SARS-CoV-2 diagnostisch festzustellen.“ Der PCR-Test ist genau dazu nicht geeignet, das hat schon sein Erfinder festgestellt und es ist mittlerweile sogar gerichtsnotorisch. Auch das österreichische Gesundheitsministerium bestätigt auf seiner Webseite, dass PCR Tests bei Gesunden (Menschen ohne Symptome) nicht aussagekräftig sind.

Wenig aussagekräftig werden auch die Ergebnisse der Seroprävalenz Untersuchung sein, bei der in Blutproben nach Antikörpern gesucht werden. Infektionen, bei denen es keine oder nur leichte Symptome gibt, begnügen sich häufig mit einer Abwehr durch T-Zellen und angeborene Antikörper in den Schleimhäuten. Da gibt also nichts nachzuweisen, außer man würde auf T-Zellen testen. Und bei anderen sind die Antikörper zum Großteil schon verschwunden. Wäre ich getestet worden, wäre die zurückliegende Infektion nicht festgestellt worden, da die Antikörper etwa dreieinhalb Monate nach der Infektion verschwunden sind. Die T-Zellen sind aber noch nach über 10 Monaten sehr schön stark nachweisbar.

Unter dem Strich: Die Studie kann weder die Dunkelziffer der aktuellen Infektionen noch die der bisherigen aufklären. Die oben veröffentliche Grafik zeigt falsche Ergebnisse.

Update 16:40 Ich verweise zur Ergänzung auf den sehr interessanten Kommentar von Magorist weiter unten.

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Quelle und Grafik: STATISTIK AUSTRIA, COVID-19 Prävalenzstudie November 2020.

3 Kommentare zu „Ergebnisse der neuen Studie zur Corona Dunkelziffer nicht aussagekräftig

  1. Hier noch ein Detail aus der Pressemitteilung auf statistik.at
    Von den 72 Positiven wurden nur 48 Personen auch innerhalb der Studie getestet. 24 waren schon davor positiv und in Quarantäne.
    Ein dual-target Test im Labor der Meduni-Wien (sofern der gleiche Test wie bei den Studien im April und Mai verwendet wurde) ist von der Qualität nicht zu vergleichen mit einem Gurgeltest bei dem nur auf das E-Gen in einem nicht medizinischen Labor (Novogenia #PCRGate) getestet wird.
    Aber erst der Abschlussbericht irgendwann im Dezember wird zeigen, ob auf das RdRp überhaupt noch getestet wurde und die 48 Positiven überhaupt mit den Positiven früherer Studien (1 im April, 0 im Mai) vergleichbar sind.
    Interessant finde ich auch die Response-Rate, die im April noch bei 56% lag (1432 von 2800). Diese scheint jetzt auf 29% gefallen zu sein (2263 von 7823)

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