Unterschiede in der Immunität durch Antikörper und T-Zellen

Immunität wurde bisher häufig mit dem Vorhandensein von Antikörpern gleichgesetzt. Das dürfte seinen Grund darin haben, dass bei den jährlichen Grippeimpfungen immer von der Produktion von Antikörpern die Rede ist. Die Impfungen werden gewöhnlich knapp vor der Grippesaison verabreicht. Macht Sinn, denn Antikörper hebt der Körper nur eine begrenzte Zeit auf. Dauerhafte Antikörper gibt es nur gegen Zoster, Masern und Mumps.

Antikörper können sich nur an Krankheitserreger außerhalb von Zellen ankoppeln und helfen diese zu zerstören. In den späten 60er Jahren beschrieb eine Veröffentlichung in Lancet den Fall eines Kindes mit Agammaglobulinämie, einem Zustand, in dem das Fehlen von B-Zellen die Produktion von Antikörpern verhindert. Das Kind hat jedoch eine Maserninfektion ganz normal überstanden und sich danach nicht wieder infiziert, also offenbar in Abwesenheit von Antikörpern Immunität erlangt hat. Heute wissen wir, dass dieser Zustand die Immunität beeinträchtigen kann aber nicht verhindert. In diesem speziellen Fall müssen die übrigen Immunfunktionen, einschließlich der T-Zellen, der Aufgabe die Infektion zu beseitigen und das Immungedächtnis zu etablieren, ohne Hilfe von Antikörpern vollkommen gewachsen sein.

Rasch verschwindende Antikörper nach Covid-19

Schon recht frühzeitig ab März dieses Jahres erschienen Berichte aus China über verschwindende Antikörper und über asymptomatische Infektionen und leichte Erkrankungen, bei denen es überhaupt keine Antikörper beobachtet werden konnten. Die Schwere der Krankheit wurde mit der Stärke der Antikörper-Antwort in Verbindung gebracht – je schwerer, desto mehr Antikörper.

Anfang April wurde berichtet, dass zwei Patienten mit Agammaglobulinämie eine Covid-19-Infektion ohne Beatmung überstanden haben, was die italienischen Autoren so kommentierten: „Diese Beobachtung legt nahe, dass die T-Zell-Antwort wahrscheinlich wichtig für den Immunschutz gegen das Virus ist, während die B-Zell-Antwort möglicherweise unwichtig ist“.

All dies hätte den Schwerpunkt der Bemühungen zu einem frühen Zeitpunkt auf T-Zellen verlagern müssen – die eigentliche Frage ist, warum die Mainstream-Medien und andere Medien ihre Bemühungen und Erzählungen weiterhin auf Antikörper konzentrierten. Liegt es daran, dass Impfstoffe gut darin sind, Antikörperreaktionen aber nicht so gut darin T-Zellen zu erzeugen? Einige der Impfstoffe, die derzeit erprobt werden, lösen zwar einige T-Zellen aus, aber es scheint, dass weder die Menge noch die Vielfalt enorm beeindruckend sind.

Die Rolle der T-Zellen

Die Bedeutung der T-Zellen bei der Bekämpfung von SARS-CoV-1 und der Etablierung des Immungedächtnisses ist auch in einer Reihe von Prä-Covid-Papieren aus dem Jahr 2017 und früher gut dokumentiert und diskutiert worden. Vor allem die Erkenntnisse verschiedener Studien, die Immunität durch auf SARS-Cov-2 reagierende T-Zellen nachgewiesen haben, entstanden bei früheren Infektionen mit Corona-Erkältungsviren, hätte zu einem Strategiewechsel führen müssen. Weder PCR- noch Antikörper-Tests können die Dunkelziffer der Infektionen und damit die bereits eingetretene Immunität beurteilen. Dazu braucht es die Tests auf T-Zellen, was mittlerweile durch kommerziell verfügbare Tests leicht möglich wäre.

Mittlerweile haben eine Reihe von Studien (zb diese)festgestellt, dass in milden oder asymptomatischen Fällen viele T-Zellen produziert werden. Diese waren sehr unterschiedlich und reagierten nicht nur auf Teile der Spike-, S-Protein- oder Rezeptorbindungsdomäne, sondern auch auf viele andere Teile des Virus. Bemerkenswert ist, dass in diesen milden Fällen nur wenige oder keine nachweisbaren Antikörper vorhanden waren. Umgekehrt produzierten die Schwerkranken wenige T-Zellen mit geringerer Vielfalt, hatten aber reichlich Antikörper. Interessant ist auch wie in dieser Studie gezeigt, dass Männer weniger T-Zellen produzieren als Frauen und im Gegensatz zu Frauen nimmt ihre T-Zell-Reaktion im Alter ab.

Anhaltende Immunität durch T-Zellen

Besonders wichtig ist noch, dass die Immunität gegen das Coronavirus durch T-Zellen Jahre, vielleicht sogar Jahrzehnte anhält, wie eine neue Studie gezeigt hat. Eine Studie im Fachmedium Nature kam in Singapur zum Ergebnis, dass Personen, die 2002/2003 an SARS-1 erkrankt waren, auch 17 Jahre später noch über T-Zellen verfügen, die auch gegen das neue SARS-2-Coronavirus reaktiv sind.

Auch bei mir wurden nach einer SARS-Cov-2 Infektion in der ersten Januar-Woche 2020 mit sehr leichten Symptomen noch Mitte November eine starke T-Zellen-Immunität labormedizinisch nachgewiesen. Antikörper wurden zwar gebildet verschwanden aber mit Ende April. Ich nehme zur Unterdrückung einer Autoimmunerkrankung Vitamin D, im Winter sogar mit 10.000 IE täglich recht hoch dosiert. Vitamin D ist für die Ausbildung von T-Zellen unumgänglich. Fällt er Spiegel unter das Minimum von 30 Nanogramm pro Milliliter, so werden vielfach schwerere Krankheitsverläufe beobachtet. Diese sind mit stärkeren Antikörpertiter aber weniger T-Zellen verbunden.

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Ein Kommentar zu „Unterschiede in der Immunität durch Antikörper und T-Zellen

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