Antikörperstudie in Österreich – sinnvoller zur Ermittlung der Dunkelziffer wäre Test auf T-Zellen

Wie die Statistik Austria meldet findet vom 12. bis 14. November eine Studie zur Ermittlung der Dunkelziffer von unerkannten SARS-2 Infektionen statt. Laut Pressemitteilung haben etwa 2500 zufällig aus dem Melderegister ausgewählte Personen die Möglichkeit an einem mehrteiligen SARS-CoV-2-Test (PCR-Abstrich, Antikörper-Schnelltest sowie Blutentnahme zur Antikörpertestung im Labor) teilzunehmen. Die Medizinische Universität Wien führt anschließend die Untersuchung des Probenmaterials durch.

Wird die Untersuchung tatsächlich auf PCR-Test und Antikörpertestung beschränkt, dann kann es keine Sicherheit über die Dunkelziffer geben. Es haben mittlerweile viele Studien festgestellt, dass bei symptomlosen Infektionen und solchen mit einem mildem Erkrankungsverlauf, entweder gar keine Antikörper gebildet werden oder sie sehr rasch wieder verschwinden. Auch bei schwereren Verläufen wurde zumindest Reduktion aber auch gänzliches Verschwinden der Antikörper beobachtet.

Was jedoch erhalten bleibt – und das über Jahre und Jahrzehnte hinweg – sind die spezifischen T-Zellen. Und dafür gibt es bereits einen kommerziellen Test. Damit könnte man die tatsächliche Dunkelziffer erheben. Mir ist keine Studie bekannt, bei der zwar spezifische Antikörper aber keine T-Zellen nachgewiesen wurden. Für den umgekehrten Fall – also T-Zellen nachgewiesen, Antikörper aber nicht – gibt es genügend Nachweise, wie zum Beispiel diese Studie von der Karolinska Universität.

Die derzeit durchgeführte Studie erinnert an den Schweizer Ruedi, der in der Nacht irgendwo seine Schlüssel verliert, aber dann unter der Laterne danach sucht. Auf die Frage warum er sie hier suche, antwortet, dass er unter der Laterne eben etwas sehen könne.

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2 Kommentare zu „Antikörperstudie in Österreich – sinnvoller zur Ermittlung der Dunkelziffer wäre Test auf T-Zellen

  1. Die Studie ist viel zu klein. Bei einer vermtl. niedrigen Prävalenz im einsteliigen Prozentbereich benötigt man eine deutlich 5-stellige Stichprobengroße von 15000 oder mehr, um Aussagen über die Prävalenz in der Grundgesamtheit der Österreichischen Bevölkerung mit hinreichender Sicherheit zu treffen.

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