So entsteht Herdenimmunität durch Infektion oder Impfung

Herdenimmunität ist ein Thema an dem sich die Geister scheiden. Besonders Schweden wird gerne vorgeworfen, dass man diese Strategie verfolgt habe, ungeachtet anderslautender Erklärungen der verantwortlichen Wissenschaftler und der Behörden. Herdenimmunität ist tatsächlich genauso wenig eine Strategie, wie die Gravitation eine Strategie zum Landen eines Flugzeugs ist.

Herdenimmunität gegen Viren und andere Krankheitserreger ist sogar weit verbreitet zum Beispiel gegen Masern und andere Kinderkrankheiten durch Impfungen. Gegen solche, die häufig und stark mutieren, wie Influenza, muss sie Jahr für Jahr neu entwickelt werden bis die Infektionswelle abflaut. Und dann gibt es noch Herdenimmunität gegen Erreger, von denen wir gar nichts wissen. Übrigens ist nicht gegen alle Erreger eine Impfung möglich, wie etwa gegen HIV, nämlich dann nicht, wenn auch das Immunsystem bei Infektion keine Abwehr hat und keine Immunität erreichen kann.

Jedenfalls ist das Ziel der geplanten Impfung, die laut den Vorstellungen von Microsoft Milliardär Bill Gates allen 7 Milliarden Menschen verabreicht werden soll, die Erlangung der Herdenimmunität. Ob, wann und wie das gelingt, mit welchen Kollateralschäden und zu welchen Kosten, ist allerdings noch völlig unklar.

Wir nähern uns der Herdenimmunität

Doch nähern wir uns durch Infektionen bereits der Herdenimmunität. Nach der Studie des Nummer 1 Medizin-Wissenschaftlers John P. Ioannidis, die von der WHO publiziert wurde, waren im September bereits rund 10 der Weltbevölkerung infiziert. Nur ein ähnlich großer Prozentsatz wie bei einer moderaten Grippe, ist mit oder an Covid-19 verstorben, wobei es pro Land und Region deutliche Unterschiede geben kann. Ganz unterschiedlich zur Grippe, wo auch Kinder bedroht sind, entspricht das Mortalitätsprofil dem der natürlichen Sterblichkeit. Damit ist bei unter 70-jährigen die Chance an Covid-19 zu sterben etwa so hoch wie an einem Autounfall bei 20 km Arbeitsweg.

Ich habe hier beschrieben, dass bei Personen die eine Infektion ohne oder mit nur leichten Symptomen durchmachen, die Infektiosität sehr gering ist. Eine hohe Virenlast im Körper, führt wegen der dauernden Gewebszerstörung zu starken Symptomen. Solche Personen müssen isoliert werden, da sie eine größere Gefahr für andere bedeuten und vor allem entsprechend behandelt werden. Mit einer schweren Erkrankung fertig zu werden erfordert auch eine starke T-Zellen Reaktion, die Antikörper reichen da klarerweise nicht mehr aus.

Wenn jemand wenig oder keine Symptome zeigt, dann sind auch nur ganz wenig oder keine Viren da. Kontakte mit anderen können sich durchaus positiv auswirken, denn diese geringen Mengen an Viren die sie ausscheiden, reichen bei den Kontakten, in der Familie oder bei Arbeitskollegen nicht aus eine Erkrankung auszulösen. Damit können alle Beteiligten eine Immunabwehr aufbauen und lernen „mit dem Virus zu leben“, ohne zu erkranken.

Immunität wie nach Impfung

Damit kommt es ähnlich wie bei einer schrittweisen Impfung zur Herdenimmunität. Wir haben mittlerweile schon eine einstellige Zahl an bestätigten Zweitinfektionen, die aber alle mit ganz leichten Symptomen rasch wieder vorbei waren. Und es gibt auch Menschen, die wegen eines sehr starken Immunsystems schon im Nasen-/Rachenraum mit angeborenen IgA Antikörpern die Aufnahme von Erregern unterbinden, wie die Studie der Universität Zürich gezeigt hat. Bei diesen kommt es dann nicht zur Entwicklung spezifischer T-Zellen und schon gar nicht von Antikörpern.

Deshalb sind Quarantänemaßnahmen nur sinnvoll, wenn Symptome vorliegen. Menschen ohne Anzeichen einer Krankheit aber einzusperren widerspricht nicht nur den Menschenrechten, es ist auch kontraproduktiv, da es diese nützliche Immunisierung der Bevölkerung unterbindet und die Gefahren für die Risikogruppen weiterhin aufrecht erhalten bleiben.

Die Schwelle der Herdenimmunität

Die entscheidende Größe ist dabei, ab welchem Grad von Immunität eine wieder aufflammende Infektion von selbst zum Erliegen kommt. Für eine komplett homogene, gleichaltrige, gleich aktive und mit exakt gleichem Abstand wohnende Bevölkerung ergibt sich die Formel 1-1/R0, bei Masern 95% und bei Corona 60%. R0 ist dabei die mittlerweile berühmte Reproduktionsziffer, die bei SARS-Cov-2 zwischen 2 und 3 liegt.Das ist natürlich nicht realistisch. Junge, agile mit vielen Kontakten können leicht zu „Superspreadern“ werden, haben sich aber schon zu Beginn angesteckt und sind dann die „Superimmunen“. Es kommt also rasch zu Ausbreitung, die aber ebenso rasch zurückgeht.

Dazu kommt noch eine bereits bestehende Immunität durch die Infektion mit den bisher grassierenden Corona-Erkältungsviren. T-Zellen-Immunität wurden in vielen Studien in Blutproben aus den Vorjahren festgestellt im Ausmaß zwischen 20 bis 81 Prozent, letzteres in einer Studie der Universität Tübingen. In Südostasien gibt es noch etwa 100 andere SARS-ähnlich Coronaviren, wahrscheinlich mit ein Grund, dass dort die Sterblichkeit um einen Faktor 10 bis 20 niedriger ist, als in Europa.

Berechnungen unter anderem von der Universität Oxford kommen zu dem Schluss, dass eine Infektion mit SARS-Cov-2 von 15 bis 25 Prozent der Bevölkerung nötig ist um Herdenimmunität zu erreichen. Das dürfte in Schweden bereits erreicht sein sowie in mehreren Ländern in Südostasien, wo es kaum noch Hospitalisierungen oder Todesfälle gibt.

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