Warum die derzeitige PCR-Teststrategie für Eindämmung ungeeignet ist

Die derzeitigen Massentests mit der PCR Methode sind für das deklarierte Ziel der Eindämmung der Verbreitung des Coronavirus völlig ungeeignet. Damit wird die Testung von Personen ohne Symptome begründet. Die Behauptung PCR-positiv bedeute auch infiziert und infektiös ist in vielen Fällen nicht zutreffend.

Im New England Journal of Medizin wird in einem Artikel erläutert, dass für eine auf Eindämmung ausgerichtete Strategie andere Tests als die derzeit verwendeten PCR Tests benötigt werden. Die Centers for Disease Control and Prevention (CDC) in den USA schätzten im Juni 2020, dass es in den Vereinigten Staaten zehnmal so viele Covid-19-Fälle gab, wie entdeckt worden waren. Mit anderen Worten: Trotz der sehr hohen analytischen Sensitivität der zur Überwachung eingesetzten diagnostischen Tests haben die heutigen Testregime bestenfalls eine Sensitivität von 10 % für den Nachweis von Infektionen und versagen als Covid-Filter.

Das ist gut in dem Bild oben erklärt. PCR Tests sind aufwändig, der Abstrich erfolgt durch geschultes Personal, die Probe muss in ein Labor gebracht und von geschultem Personal auf teuren Maschinen ausgewertet werden. Das ist perfekt, wenn bei Erkrankten entschieden werden soll, ob eine Corona-Infektion, eine mindestens genauso gefährliche mit Pneumokokken, mit Influenza oder einem ganz anderen Virus vorliegt. PCR-Tests werden selten gemacht und treffen daher nur mit geringer Wahrscheinlichkeit den schmalen Bereich in der Kurve oben, wenn eine Person infektiös ist.

Billige Tests öfter ausführen

Mit einem billigen Test, der nur auf hohe Virenlast anspricht, der aber oft wiederholt werden kann, da er billig, wenig aufwändig und selbst ausgeführt werden kann, trifft man wesentlich eher den kurzen Zeitraum der Infektion.

Darüber hinaus bedeutet der gut beschriebene lange Schwanz der RNA-Positivität nach dem übertragbaren Stadium, dass viele, wenn nicht sogar die meisten Menschen, deren Infektionen bei der Routineüberwachung mit hochanalytischer Sensitivität, aber mit niederfrequenten Tests nachgewiesen werden, zum Zeitpunkt des Nachweises nicht mehr infektiös sind. Tatsächlich hat eine kürzlich von der New York Times veröffentlichte Untersuchung ergeben, dass in Massachusetts und New York mehr als 50% der durch PCR-basierte Überwachung identifizieren Fälle sehr hohe Grenzwerte für den PCR-Zyklus hatten, was auf niedrige virale RNA-Zahlen hinweist. Obwohl solche niedrigen Zahlen entweder auf eine Infektion im frühen oder späten Stadium hindeuten könnten, legt die lange Dauer des RNA-positiven Schwanzes nahe, dass die meisten Infizierten erst nach Ablauf der Infektionsperiode identifiziert werden.

Für die Wirtschaft bedeutet dies auch, dass Tausende von Menschen nach positiven RNA-Tests in 10- bis 14-tägige Quarantänen geschickt wurden, obwohl sie das übertragbare Stadium der Infektion bereits überschritten hatten.

Infektion erkennen solange sie infektiös ist

Für einen wirksamen Covid-Filter, der die Ausbreitung von Infektionen verringern kann, wären Tests erforderlich mit denen sich die meisten Infektionen erkennen lassen, solange sie noch infektiös sind. Diese Tests gibt es heute in Form von Antigen-Schnelltests. Solche Tests sind billig, können schnell in größerer Menge produziert werden und könnten zu Hause durchgeführt werden. Damit kann im Gegensatz zu den PCR-Tests die Tür zu wirksamen Covid-Filter-Regimen geöffnet werden.

Antigen-Tests benötigen keine Verstärkung, so dass ihre analytischen Nachweisgrenzen 100 oder 1000 Mal höher sind als die des PCR-Tests, aber das ist weitgehend belanglos, wenn das Ziel darin besteht, Personen zu identifizieren, die gegenwärtig Viren übertragen. SARS-CoV-2 ist ein Virus, das schnell im Körper wächst, so dass zu dem Zeitpunkt, an dem ein PCR-Benchmark-Test positiv wird, das Virus bereits ein exponentielles Wachstum aufweist. Zu diesem Zeitpunkt dauert es wahrscheinlich Stunden und nicht Tage, bis das Virus um Größenordnungen anwächst und die Nachweisschwellen der derzeit verfügbaren kostengünstigen und schnellen Point-of-Care-Tests erreicht. Erst nach diesem Zeitpunkt, wenn die Menschen positive Ergebnisse bei beiden Tests hätten, würde man erwarten, dass sie infektiös werden (siehe Diagramm).

Der sinnlose epidemiologische Tunnelblick auf ein Virus

Immer mehr Ärzte kritisieren den  durch die dauernde Testerei entstandenen Tunnelblick auf ein Virus unter Hunderten und auf eine Erkrankung unter vielen anderen und sogar gefährlicheren. Warum wird nicht auf Pneumokokken getestet, die zum Beispiel im Jahr 2017 für 100.000 Erkrankungen und 3900 Todesfälle allein in Österreich geführt haben, obwohl seit Jahrzehnten eine Impfung dagegen gibt? Covid-19 Todesfälle gab es bis heute dagegen nur 795, also erheblich weniger.

Aus Sicht von Public Health macht diese Einschränkung – und damit auch die der Schnelltest – überhaupt keinen Sinn mehr. Es ginge vielmehr darum die Gesundheit generell zu stärken und nicht nur diese eine Erkrankungen unter vielen möglichen anderen zu bekämpfen. Dafür müsste mehr in Vorbeugung und Prophylaxe investiert werden. Das wäre natürlich auch des beste Mittel gegen Covid-19 und völlig ohne Nebenwirkungen.

Unter dem Strich führt der Corona-Tunnelblick zu wesentlich mehr gesundheitlichen Schäden als durch das Coronavirus selbst entstehen. Und die Testerei, egal ob PCR- oder Schnelltest hilft den Schaden zu verstärken.

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4 Kommentare zu „Warum die derzeitige PCR-Teststrategie für Eindämmung ungeeignet ist

    1. Im Gegenteil, der Schnelltest ist genauso unsinnig wie der PCR-Test. Der epidemiologische Tunnelblick auf ein einziges Virus und eine Erkrankung, verursacht erheblich größere Schäden insgesamt. Testen ist die völlig falsche Politik.

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      1. da kann ich zustimmen. Schnelltest besser als PCR, v.a. schneller und 10x billiger je Anwendung.
        Aber testen braucht es nur da, wo eine Diagnose aus medizinischer Sicht wünschenswert bzw erforderlich. Bhakdi hat das formuliert.
        Man könnte darüberhinaus erwägen bei Seniorenheimen /Kliniken etc Screenings zu machen beim Personal.
        Noch im weiteren würde ich danach alle sero/Antikörper-negativ gebliebenen Beschäftigten zusätzlich auf T-Zellen Reaktivität testen und/oder auf IgA in Schleimhaut.
        Dann hätte man sowas wie Immunitäts- bzw Resistenzprognosen für die Leute, die täglich im Brennpunkt stehen.
        Für Influenza könnte man erwägen ähnliches zu installieren.

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