Kinder gestresst durch Coronavirus zeigt Studie in Japan

Bisher haben alle Studien gezeigt, dass Kinder und Jugendliche von SARS-Cov-2 kaum betroffen sind. Sie können zwar von Erwachsenen angesteckt werden, verbreiten aber umgekehrt das Virus kaum. Dennoch wurde ihnen in der Kommunikation von Politikern immer wieder fälschlich unterstellt, dass sie andere gefährden. Eine Umfrage in Japan hat ergeben, dass fast drei Viertel der Kinder des Landes Anzeichen von Stress wegen des Coronavirus zeigen. Diskriminierung und Mobbing als Folge der Pandemie wurde ebenfalls beobachtet.

Das National Center for Child Health and Development führte im Juni und Juli eine Online-Umfrage durch, um die Auswirkungen des Coronavirus-Ausbruchs zu beurteilen. Kinder zwischen sieben und 17 Jahren nahmen daran teil, zusammen mit ihren Eltern. Insgesamt gab es fast 7.000 Befragte.

Die Umfrage ergab, dass 72 Prozent der Kinder einige Symptome von psychischem Stress aufwiesen. Die Kinder sagten, wenn sie an das Coronavirus denken, fühlten sie sich schlecht und es beeinträchtigt ihre Konzentration.

Eine der Fragen zielte darauf ab, wie sie damit umgehen würden, wenn sie oder ihre Familien infiziert wären. Etwa ein Drittel der Kinder gab an, dass sie es geheim halten würden, und 47 Prozent sagten, dass sie davon ausgehen würden, dass viele Menschen diesen Weg einschlagen würden. Auf die Frage nach ihren Gefühlen gegenüber Gleichaltrigen, die sich vom Coronavirus erholt haben, sagten 22 Prozent der Kinder, dass sie nicht mit ihnen spielen wollen.

Forscher sagen, dass diese Gefühle zu Diskriminierung oder Schikanierung von Infizierten führen können. Laut Dr. Hangai Mayumi, die die Umfrage durchgeführt hat, stehen die Kinder in einer „neuen Normalität“ unter neuem Stress, wenn der Unterricht wieder startet.

Die Ärztin weist darauf hin, dass Diskriminierung und Vorurteile als Teil eines Schutzschildes entstehen können, das Kinder errichten um sich selbst zu schützen. Sie möchte, dass Erwachsene den Sorgen und Bedenken der Kinder aufmerksamer zuhören und zu einer vernünftigen Reaktion ermutigen.

Mobbing wegen Coronavirus

Diskriminierung ist bereits im Entstehen begriffen und in der Präfektur Niigata wurden mindestens acht Fälle von Mobbing gemeldet. Viele der Opfer sind Kinder, deren Eltern medizinisches Personal sind oder die Gebiete besucht haben, in denen sich die Infektion ausbreitet. Einige der schikanierten Kinder wurden „Corona“ genannt.

In der Präfektur Nara wurde einigen Studenten wegen eines Coronavirus-Clusters an ihrer Universität der Zugang zu einem Lehrerausbildungsprogramm verweigert. Der Cluster war im Rugby-Club der Universität aufgetreten, und keiner von ihnen war Mitglied.

Eine Reihe von Eltern berichteten, dass ihre Kinder aus Angst nicht mehr zur Schule gehen wollen.

Bildungsministerium gibt Notfallbulletin heraus

Japans Bildungsministerium gab am 25. August eine landesweite Richtlinie heraus, die einige der Belästigungs- und Diskriminierungsprobleme in Schulen angehen soll. Schüler werden zum Mitgefühl mit den Infizierten aufgefordert. Die Lehrer werden beauftragt, das Virus zu erklären und die Kinder mit wissenschaftlichen Daten über das Virus vertraut zu machen.

Die Schulgemeinschaften werden aufgefordert, sich gegen Diskriminierung, Vorurteile und Verleumdung von Infizierten zu stellen. Es wird davor gewarnt, dass ein solches negatives Verhalten zu verzögerten Diagnosen oder zum Verbergen von Infektionen führen könnte, was den Infektionen fördern würde.

Auch der Public Health Experte Martin Sprenger, empfiehlt im Interview mit mir, für die älteren Schüler das Thema Virus sowie Immunsystem in den Unterricht einzubauen. Für kleine Kinder empfiehlt er ungehindert Besuch von Kindergärten und Volksschulen.

Japan ist eines der Ländern in Südostasien mit sehr wenigen Todesfällen (10 pro Million Einwohner), trotz der weltweit ältesten Bevölkerung. Es gab nie einen Lockdown, wie übrigens auch in Südkorea, Kambodscha, Laos, Hongkong und in 96 Prozent von China. Die Region Südostasien kommt bei insgesamt etwa 2,5 Milliarden Menschen nur auf durchschnittlich 6 Todesfälle pro Million Einwohner – zum Vergleich Österreich mit 82 oder Deutschland mit 112 Sterbefälle pro Million Einwohner.

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