Die richtigen Corona Zahlen in Österreich, Schweiz und Deutschland

Vom Gesundheitsministerium werden täglich Zahlen berichtet und in einer „Epidemiologischen Kurve dargestellt. Vom ORF werden sie in der ZIB 1 dann völlig unkritisch übernommen. Zum Beispiel wird berichtet, es hätte in den letzten 24 Stunden 358 Neuinfektionen gegeben und das sei so viel wie am 4. April des Jahres. Ähnlich sinnvoll wäre ein Satz, dass 1700 Äpfel geerntet wurden, genauso viel wie im Vorjahr Weintrauben.

Eine sinnvollere Darstellung findet sich zum Beispiel auf der Seite Our World in Data wie in der Grafik oben gezeigt. Hier sind die positiven Testergebnisse aufgetragen als Prozentsatz der durchgeführten Tests und als gleitender Durchschnitt über 7 Tage, was zufällige tägliche Ausreißer und Meldeverzögerungen etwas ausgleicht. Und hier sehen wir, dass gegen Ende August der Prozentsatz der positiven Tests in Österreich etwa bei 2,5 Prozent liegt, während Anfang April der Prozentsatz aber noch bei 5 bis 10 Prozent betragen hatte.

In dieser zweiten Grafik unten, sieht man die Zahl der Tests als 7-Tage gleitender Durchschnitt und pro 1000 Einwohner womit auch ein Ländervergleich möglich ist. In allen drei Staaten wird immer mehr getestet und vor allem hat sich die getestete Personengruppe geändert. Wurden im März und auch Anfang April noch vor allem Menschen getestet, die sich bei einer Hotline wegen Symptomen gemeldet hatten, so werden jetzt Urlauber und willkürlich Kinder, Lehrer oder einfach irgendjemand getestet.

Diese Personengruppen haben aber eine sehr geringe Vortestwahrscheinlichkeit, da heißt nur ganz wenige davon sind wahrscheinlich infiziert, während bei Personen mit Symptomen die Wahrscheinlichkeit erheblich größer ist. Und das hat wieder gravierende Auswirkungen auf die Wahrscheinlichkeit, dass die Tests falsch-positive Ergebnisse bringen. Diese Wahrscheinlichkeit wird in keinem der drei Länder berücksichtigt.

Tatsächlich liegt die Wahrscheinlichkeit falsch-positiver Ergebnisse gemäß allen Überprüfungen der Qualität der Testergebnisse und bei der geringen Wahrscheinlichkeit eine infizierte Person zu finden zwischen 50 und 95 Prozent. Somit reduzieren sich auch die Prozentsätze der tatsächlich positiven und die absoluten Zahlen.

Deshalb sind auch die Prozentsätze der positiven Tests nicht sinnvoll vergleichbar, denn der Anteil der falsch-positiven ist weit größer als im März oder April. Von Neuinfektionen zu sprechen, wie das im ORF in der ZIB1 immer gemacht wird, ist also Unsinn.

Die Aussage wir hatten in den vergangenen 24 Stunden so viele Neuinfektionen wie am 4. April ist also in vielerlei Hinsicht falsch.

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