Corona Faktencheck – ein Widerspruch in sich selbst

Es gibt einige Portale und Medien, die sich gerne als Faktenchecker gerieren, die von sich behaupten die absolute Wahrheit zu verkünden. Fake-News werden gnadenlos entlarvt und den Fakten gegenübergestellt. Wir werden sehen, dass dies nicht möglich ist und die Faktenchecker alleine mit dieser Behauptung ihre Unwissenheit kundtun.

Es gibt mittlerweile eine Unzahl von Studien und Veröffentlichungen zu SARS-CoV-2 und zu Covid-19. Eine genaue Zahl weiß niemand, geschätzt wird, dass es bereits mehr als 50.000 sind. Sehr viele, wenn nicht die meisten liegen auf Preprint-Servern und sind noch nicht Peer-reviewed.

Das Problem ist mittlerweile die schiere Masse, über die niemand den Überblick behalten kann. Selbst Kapazunder wie der Nobelpreisträger und Stanford Professor für Biophysik Michel Levitt gestand auf Twitter ein, dass er längst nicht mehr in der Lage ist, den Überblick zu bewahren oder gar alle gelesen zu haben.

Im Interview mit dem Schweizer Tagesanzeiger mit dem deutschen Mathematiker und Biometriker sowie Wissenschaftlichen Vorstand der Cochrane Deutschland Stiftung, Gerd Antes wird der Frage nachgegangen, warum es so eine Flut von Arbeiten gibt, obwohl es schon vor der Pandemie Schätzungen gab, dass bis zu 85 Prozent der Studien hinausgeworfenes Geld waren:

„Die Forschung läuft völlig unkoordiniert. Zum Beispiel werden an mehreren Orten unabhängig Studien begonnen, um die gleiche Fragestellung zu beantworten. Oder Studien, die es zu einer Frage gibt, werden von anderen Forschern nicht berücksichtigt. Ein Grundauftrag der Wissenschaft ist aber, andere Arbeiten zu bestätigen oder zu widerlegen.“

Ja genau, die Aufgabe der Wissenschaft ist es Arbeiten zu widerlegen oder zu bestätigen. Die Faktenchecker spielen dabei keine Rolle. Sie verheddern sich vielmehr regelmäßig in der Unzahl der Arbeiten zu einem Thema. Nehmen wir nur Masken: In einigen Staaten werden sie sogar im Freien verlangt, Norwegen lehnt sie komplett ab, wie auch die anderen skandinavischen Länder oder die Niederlande.

Faktencheck und die Relativitätstheorie

Wenn die Faktenchecker vor 100 Jahren unterwegs gewesen wären, hatten sie wahrscheinlich mit staatlicher Autorität, unterstützt vom Wissenschaftsministerium, und der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE), die Relativitätstheorie als Verschwörungstheorie gebrandmarkt, von der Quantenmechanik ganz zu schweigen.

Es ist die Aufgabe der Wissenschaft, Theorien und experimentelle Ergebnisse zu widerlegen oder zu bestätigen. Wenn es auch manchmal etwas dauert. So mussten erst zwei Physiker mit Atomuhren in Flieger steigen, die in entgegengesetzter Richtung die Erde umkreisten, um die relativistische Zeitdehnung in Abhängigkeit von der Geschwindigkeit auch im Experiment zu bestätigen.

Die Zeugen, die bezeugen, dass sie recht haben

Ein beliebter Trick des Faktencheckers Correctiv ist, diejenigen zur Richtigkeit einer Aussage zu befragen, die kritisiert werden. Dazu zählt vor allem das Robert Koch Institut RKI, das dem deutschen Bundesminister für Gesundheit Jens Spahn untersteht. Kritik, widersprüchliche Studien und Beobachtungen oder andere Sichtweisen kann man sinnvollerweise nicht durch den Kritisierten widerlegen lassen.

Auch Institutionen, deren wissenschaftliche Qualifikation höchst zweifelhaft ist, wie etwa die DGE, die allen ernstes Zuckerkranken eine Diät mit 50 Prozent Kohlehydraten (= polymere Zucker) empfiehlt, kann nicht gut als Schiedsrichter dienen, wird aber von Correctiv gerne zitiert. Abgesehen davon, dass staatliche Stellen in verschiedenen Ländern höchst unterschiedliche Ansichten haben, wie etwa in Nordrhein-Westfalen, die 10-jährige Kinder im Unterricht Masken aufzwingen, oder die skandinavischen Behörden, die Masken nirgends, nicht mal in Öffis verlangen.

Aggressive Faktenchecker

Ein anderer Faktenchecker ist der eher linkslastige Volksverpetzer. Da wird nicht nur gecheckt, sondern gleich handgreiflich überzeugt: „Leider ist das Tragen von Masken nicht so selbstverständlich, wie wir uns das wünschen würden, weshalb es viele Maskenmuffel gibt. Der Youtuber Allen Pan war darüber frustriert und machte sich daran, einen Raketenwerfer zu bauen, mit dem Masken buchstäblich direkt auf das Gesicht geschossen werden können. Und sie funktioniert genau so, wie es sich anhört.“

Abgesehen vom holprigen Deutsch, also „Masken tragen wie wir uns das vorstellen“ und wenn das nicht gleich funktioniert ins Gesicht schießen. Die deutschen Linken haben seit eh und je ein enges Naheverhältnis zur Autorität aber ein gestörtes Verhältnis zur Demokratie – siehe DDR.

Auch Bill Gates, der mittlerweile laut Forbes seit März um 16 Milliarden Dollar reicher ist wird gleich mal in Schutz genommen (Kapitalisten von Linken verteidigt): „Jetzt: Gates investiert massiv in diese Impfung aus Oxford. Und er will sie weit unter Marktwert vertreiben – er macht also nicht mal Gewinn.“

Während Correctiv noch sachlich argumentiert kommt bei Volksverpetzter noch ein guter Schuss „Volksverhetzer“ dazu: Wer eine andere Meinung als Volksverpetezer hat, erfährt Verunglimpfung als Aluhut, Unterstellung von AfD- oder gar Nazi-Nähe und ähnliches. Auf Twitter wird aber erklärt, dass man nicht „neutral“ sei: „Zu Faschismus, Hass, Hetze, Diskriminierung, Fake News & Lügen darf man nicht neutral sein. Wir sind fair, unabhängig und überparteilich. Aber wir haben eine Meinung, die wir stets mit Fakten untermauern.“

Abbau von Demokratie, Förderung von autoritärem Verhalten und Torpedierung des wissenschaftlichen Diskurses, ist aber genau die Vorbereitung des Faschismus, wie uns die Geschichte lehrt.

Das Masken-Chaos und die Wissenschaft

Übrigens Masken: Auf die Frage, warum es zu Masken so wenige handfeste wissenschaftliche Beweise gäbe, antwortete Antes: „Es gab einen Pandemieplan, der Masken vorsah. … Aber die Studien zu Masken, deren Resultate wir jetzt bräuchten, wurden nicht einmal angedacht.“

Sollte man jetzt Studien machen? „Bei uns geht das im Moment nicht, weil es kaum Erkrankungsfälle gibt.“

Faktum ist also, dass es über die Wirksamkeit von Masken weit auseinander gehende Studienergebnisse gibt und Behörden ganz unterschiedliche Einstellungen und wissenschaftliche Zugänge haben.

Faktenschecker wie Correctiv oder Volksverpetzer erscheinen somit ziemlich anmaßend und überheblich. Wenn es wie bei den Masken widersprüchliche Studienergebnisse gibt, von denen die wissenschaftlichen Stäbe von Ländern unterschiedliche Maßnahmen ableiten, dann liegt auf der Hand dass selbsternannte „Faktenchecker“ nicht in der Lage sind das abschließende Urteil zu fällen und die absolute Wahrheit zu verkünden.

Die Faktenchecker schaden weit mehr als sie nützen.

Ich würde mich aber sehr wohl nach anerkannten Wissenschaftlern richten, wie Nobelpreisträger Michael Levitt, oder John Ioannidis, der der meist-zitierte medizinische Wissenschaftler der Welt ist und laut Einstein Index in Berlin unter den 10 meist zitierten Wissenschaftlern aller Fachrichtungen zu finden ist. Was aber niemanden hindern soll, sich selbst eine Meinung zu bilden.

Studien und ihre Wiedergabe in Medien – die Verkehrung ins Gegenteil in der New York Times

Deutscher Impfexperte befürchtet unsaubere Corona-Impfstudien

Wo der „Faktenchecker“ Correctiv schlecht informiert ist

Ein Kommentar zu „Corona Faktencheck – ein Widerspruch in sich selbst

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