Zwei Nachbarländer mit 0 Todesfällen: Kambodscha ohne und Vietnam mit Lockdown

In den asiatischen Ländern gibt es grundsätzlich wenige Todesfälle, Japan hat zum Beispiel nur 8, Südkorea 6 pro Million und beide hatten keinen Lockdown, sondern nur gezielte und damit offenbar wesentlich effektivere Maßnahmen. Besonders aufschlussreich sind aber die zwei Nachbarn Kambodscha und Vietnam, die trotz unterschiedlicher Vorgehensweise keine Todesfälle verzeichneten. Und das trotz intensiver Kontakte mit China, das aber mit 3 Todesfällen pro Million auch am unteren Ende der Skala zu finden ist.

Auch bei den bestätigten Fällen liegen sind beide unter den Schlusslichtern. Kambodscha hat mit heutigem Tag laut Worldometers gerade mal 202 Fälle bei 17 Millionen Einwohnern, Vietnam kommt immerhin auf 412 Fälle, allerdings bei 97 Millionen Einwohnern.

Die Maßnahmen in Vietnam

Vietnam hatte aufgrund seiner engen Kontakte zu China schon ab 23. Jänner die ersten Infizierten diagnostiziert. Waren es anfangs Reisende aus Wuhan, gab es am 1. Februar die erste Übertragung innerhalb von Vietnam. Daraufhin erklärte der Premierminister Nguyễn Xuân Phúc die COVID-19-Fälle als Epidemie.

Mit Schutzmaßnahmen wurde früh begonnen, ab dem 11. Jänner wurden Passagiere auf Flughäfen kontrolliert und solche aus Risikogebieten in Quarantäne geschickt. Danach wurden sehr rasch der Flugverkehr zuerst mit China, dann mit anderen internationalen Destinationen und endlich auch die nationalen Strecken stillgelegt. Ab Anfang April folgte eine dreiwöchige rigorose Ausgangssperre, Schulschließungen gab es schon früher und die anderen üblichen Maßnahmen wurden umgesetzt.

Seit Ende April wurden die Maßnahmen wieder schrittweise gelockert und im Juni war so gut wie überall der Normalzustand wieder erreicht.

Vietnam hat aber jährlich etwa 3000 Grippetote.

Die Maßnahmen in Kambodscha

Kambodscha hat ähnlich wie Japan oder Südkorea nur zu gezielten Maßnahmen je nach Evidenz gegriffen, einen Lockdown selbst regional jedoch komplett vermieden. Der Flugverkehr blieb selbst mit China lange Zeit offen und die Regierung ermöglichte auch dem Kreuzfahrtschiff MS Westerdam das Anlegen … und musste sich dafür noch internationale Kritik gefallen lassen, da man die Passagiere nach traditioneller Art willkommen geheißen hatte.

Man könnte nun meinen, die kambodschanische Regierung würde nicht ordentlich berichten und viel geheim halten. Kambodscha hat bezüglich Corona international fast nur schlechte Presse erhalten, so wie viele andere Länder, die nicht auf harte Maßnahmen gesetzt hatten. Selbst die Willkommensgeste für das Kreuzfahrtschiff wurde als PR-Stunt verunglimpft.

Ein intimer Kenner der beiden Länder schreibt aber, dass fast alle Einwohner Mobiltelefone haben, davon ein großer Teil Smartphones. Sie sind auch sehr eifrig bei der Benutzung sozialer Medien. Größere Probleme wären so kaum unbemerkt geblieben.

Die Hintergründe für den geringen Schaden durch SARS-Cov-2

Wir haben also zwei Länder, die mit und ohne Lockdown keine Todesfälle zu verzeichnen hatten. Der Lockdown ist offenbar unnötig, es reichen gezielte Maßnahmen. Aber welche Faktoren haben bei dieser fast perfekten Abwehr des Virus geholfen?

Im weltweiten Vergleich entfallen 86 Prozent der Corona-Toten auf die reichsten Länder der Welt (highest income countries) und nur 0.1 Prozent der Corona-Toten auf die ärmsten Länder (lowest income countries).

Insbesondere Kambodscha gehört zu den ärmsten Ländern der Welt mit beengten Wohnverhältnissen. In der medizinischen Versorgung kann man sich die in den reichen Ländern übliche Apparatemedizin und den raschen Einsatz von Medikamenten gar nicht leisten. Die Folge davon ist aber auch, dass kaum Antibiotika-Resistenzen bestehen und den Menschen mit leichtfertiger Gabe von Antibiotika das Mikrobiom im Darm nicht kaputt gemacht wurde. Und dort sitzen 90% unseres Immunsystems.

Vietnam stellt an Pharmafirmen wesentlich höhere Anforderungen an Freiheit von Nebenwirkungen und sorgfältige Prüfung bei der Zulassung von Medikamenten. Das Land ist jedenfalls reicher als Kambodscha.

Die Armut in Kambodscha hat auch als Konsequenz, dass dass Essen einfacher ist und vieles direkt aus dem Land kommt. Macdonalds und anderes Junk Food, sowie Fertiggerichte machen dort keinen großen Umsatz, genauso wenig wie stark gesüßte Getränke und Süßigkeiten.

Wir können das auch in Japan sehen, wo 29 Prozent der Bevölkerung über 65 sind und 2,3 Millionen zwischen 90 und 100 Jahre alt sind. Gerade die Älteren ernähren sich noch nach der traditionellen klassischen Küche mit viel Gemüse, Sojagerichten, Fisch, Seetang und Reis. Das hält gesund und macht widerstandsfähig gegen alle Arten von Viren, Bakterien und Infektionen.

Der eindimensionale Tunnelblick auf das Virus, statt auf Gesundheit und Immunsystem sind vor diesem Hintergrund ein offensichtlicher Irrweg. Prophylaxe lässt es gar nicht zur Krankheit kommen und damit werden Behandlung und Impfung überflüssig. Das bringt allerdings der Pharmaindustrie weder Umsätze noch Profite.

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