Die sichersten Urlaubsländer nach Corona: Italien, Spanien, Frankreich

Im Moment kursieren Urlaubstipps wie die ‚20 besten Plätze‘. Kriterium für die Auswahl ist ‚möglichst wenig Infektionen‘. Das ist in doppelter Hinsicht Unsinn. Sicherer ist es logischerweise, dorthin zu fahren, wo die Immunität schon weit fortgeschritten war.

Kommt es an einem Urlaubsort wieder zu entweder lokalen Infektionen oder durch andere Urlauber, so kann sich das Virus am schnellst ausbreiten, wenn es viele Menschen ohne Immunität findet. Je höher der Anteil an Personen mit einer Immunität ist, die durch frühere Infektionen mit SARS-Cov-2 oder einem der anderen Coronaviren entstanden ist, desto weniger Möglichkeiten bestehen für eine Ausbreitung. Angenommen wird, dass etwa ab 60% Immunen ein guter Schutz gegeben ist, dass sich das Virus nicht mehr generell ausbreiten kann.

Bestätigte Infektion sagen wenig aus

Die Zahl der bestätigten Infektionen als Maßstab zu nehmen ist deshalb Unsinn, weil sie nicht von der Gesamtzahl an Infektionen abhängt, sondern von der Anzahl an durchgeführten Tests. Es ist schön zu beobachten, wie die Zahl der gemeldeten Infektionen als es noch viele Neuinfektionen in der ersten Märzhälfte gab stark variierte, je nachdem ob wenige oder viele Tests durchgeführt wurden. Der Anstieg der Infektionszahlen in Ländern wie Österreich oder Deutschland von Anfang März bis etwa um den 26. März herum ist auf die drastische Zunahme der durchgeführten Tests zurückzuführen.

Ab April als die Neuinfektion und die gemeldeten Infektion deutlich zurück gingen, begannen dann die falsch-positiven an Bedeutung zu gewinnen. Der Test ergibt nach einer genauen Untersuchung in Deutschland in 8 bis mindestens 1,4 Prozent ein ein positives Resultat, wenn keine Infektion vorliegt. Bei 10.000 Tests können also 140 oder mehr falsch-positive Ergebnisse dabei sein.

Eine Auswahl des Urlaubsortes nach der Zahl der gemeldeten Infektionen ist also genauso gut wie darum zu würfeln. Aussagekräftig ist die Zahl der Todesfälle, die Zahl der Infektionen ist etwa um den Faktor 500 größer, bei einer Todesrate von rund 0,2% der Infizierten.

Durchseuchung und Immunität

Wir wissen heute zwei Wege wie Immunität entsteht und auch früher schon entstanden ist. In einer Arbeit des Center for Infectious Disease and Vaccine Research des Instituts für Immunologie in La Jolla, Kalifornien, wird bei Patienten die mit SARS-CoV-2 infiziert waren eine starke antivirale Immunantwort dokumentiert. In allen Fällen war das Immunsystem in der Lage, SARS-CoV-2 auf vielfältige Weise zu erkennen und zu bekämpfen.

Aber die guten Nachrichten gehen noch weiter. In Blutproben aus den Jahren 2015 bis 2018, wo also sicher noch kein Kontakt zu dem neuen Coronavirus gegeben war, wurden in 50% der Fälle CD4+ T-Zellen gefunden, die auch das neue Coronavirus bekämpfen. Jede dieser Personen war mit ziemlicher Sicherheit mit mindestens drei der vier gewöhnlichen Erkältungs-Coronaviren konfrontiert gewesen, wodurch die beobachtete Kreuzreaktivität erklärt werden kann.

Die große Frage ist natürlich, zu welchem Prozentsatz die Bevölkerung in den verschiedenen Ländern schon früher mit Coronaviren infiziert war und daher auch gegen das neue Coronavirus eine kompetente Immunanwort zu bieten hat. Die 50% in den Blutproben lassen jedenfalls hoffen.

Sieht man sich die Durchseuchung in den südlichen Ländern an und rechnet mit 500 Infizierten pro Todesfall so kommt man in Spanien bei 580 Toten pro Million Einwohner auf 290.000 Infizierte oder 29%, in Italien mit 550 Toten auf 27,5%, und in Frankreich mit 450 auf 22,5%. Natürlich gibt es in den Ländern stärkere regionale Unterschiede, da jeweils in Hotspot die Zahlen erheblich höher waren als im Schnitt.

Unter dem Strich ist es jedenfalls in den Ländern und Regionen, wo es schon sehr viele infizierte gab, wesentlich unwahrscheinlicher, dass es zu einem neuen Ausbruch kommt, als dort wo noch nichts war.

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