Chefstratege von JP Morgan: Corona-Lockdown ineffizient hat aber Millionen Existenzen ruiniert

Eine neue Studie von JP Morgan kommt zum Schluss, dass der weltweite Lockdown der Wirtschaft zwar viel kostet, aber wenig Wirkung auf die Corona-Pandemie hat. Die Investmentbank schließt sich damit den Analysen von immer mehr Epidemiologen und Statistikern an.

Der Bericht wurde von Marko Kolanovic verfasst, einem ausgebildeten Physiker und Chefstrategen der Bank. Seit dem Aufkommen des neuartigen Coronavirus in China Ende letzten Jahres haben die Länder Sperren verhängt, um seiner Ausbreitung entgegenzuwirken. Dies hat zu einem beispiellosen wirtschaftlichen Zusammenbruch geführt, als die Volkswirtschaften auf der ganzen Welt zum Stillstand kamen.

Wirtschaftswissenschaftler haben eine globale Rezession vorausgesagt, die mit der Weltwirtschaftskrise der 1930er Jahre mithalten kann, und bereits Millionen von Arbeitnehmern haben ihren Arbeitsplatz verloren.

Fehlerhafte wissenschaftliche Analysen

Das Ausmaß der wirtschaftlichen Folgeschäden sei gravierend: Millionen von Lebensgrundlagen seien „durch diese Abriegelungen zerstört“, schreibt Kolanovic. Die Regierungen hätten sich durch „fehlerhafte wissenschaftliche Arbeiten“ zum Lockdown verleiten lassen.

Und weiter: „Während wir oft hören, dass Sperren von wissenschaftlichen Modellen getrieben werden und dass es einen genauen Zusammenhang zwischen dem Grad der Wirtschaftstätigkeit und der Verbreitung des Virus gibt, wird dies von den Daten nicht unterstützt.“

„In der Tat sind die Infektionsraten nach dem erneuten Öffnen praktisch überall gesunken, selbst wenn eine angemessene Messverzögerung berücksichtigt wurde.“

„Dies bedeutet, dass die Pandemie und Covid-19 wahrscheinlich [ihre] eigene Dynamik haben, die nichts mit häufig inkonsistenten Quarantäen-Maßnahmen zu tun hat, die umgesetzt wurden.“

Er fügte hinzu: „Die Tatsache, dass die Wiedereröffnung den Verlauf der Pandemie nicht verändert hat, steht im Einklang mit Studien, die zeigen, dass die Einleitung vollständiger Sperren auch den Verlauf der Pandemie nicht verändert hat.“

Rückgang auch nach Lockerungen

Dänemark ist seit der Lockerung eines von vielen Ländern, in denen die R-Zahl weiter gesunken ist, während die deutsche Rate größtenteils unter 1,0 geblieben ist.

R stellt die Reproduktionsrate von Viren dar und alles unter 1,0 zeigt an, dass neue Infektionen zurückgehen, während alles über diesem Schwellenwert anzeigt, dass die Infektionen zunehmen.

In Amerika sanken in mehreren Bundesstaaten, darunter Alabama, Wisconsin und Colorado, die R-Zahlen, nachdem die Maßnahmen zur sozialen Distanzierung gelockert wurden.

Er schließt: „Dies ist schon seltsam, da es in China nur einige tausend Todesfälle gab und die Sterblichkeitsrate außerhalb von Wuhan sehr niedrig war.“

Bei den Studien handelt es sich um erste Ergebnisse aus den bisher verfügbaren Daten. Da die Infektionsrate und der R-Wert von der Anzahl der durchgeführten Tests abhängen, somit also nicht viel aussagen, sind die Ergebnisse nicht zu 100 Prozent verlässlich. Die Anzahl der Todesfälle hingegen ist relativ verlässlich. Allerdings stellt sich auch hier immer mehr heraus, dass ein Teil der Corona-Toten mit dem Virus, aber nicht an dem Virus verstarb.

Die harten Maßnahmen wurden übrigens keineswegs von allen Beraterstäbden der Regierungen vertreten. Das wissen wir von Österreich und Dänemark, wo die Politiker durchaus auch gegen den Rat der Experten den harten Lockdown verfügten.

Eigendynamik des Virus

Ähnlich wie die britische Epidemiologin Sunetra Gupta kommt eine Studie des israelischen Wissenschaftlers Isaac Ben-Israel vom April zu einem ähnlichen Ergebnis. Der Vorsitzende des Nationalen Rates für Forschung und Entwicklung in Israel stellte fest, dass sich weltweit die Pandemie-Kurven unabhängig von den Maßnahmen der jeweiligen Regierungen ähnelten.

In den ersten sechs Wochen würde sich das Virus rasch verbreiten. Nach der achten Woche sei dann ein Rückgang zu sehen. Allerdings könne der tödliche Verlauf von COVID-19 je nach Land variieren und milder oder schwerer ausfallen.

Gesundheitliche Kollateralschäden der Corona Maßnahmen

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