Antibiotika Produktion soll dank Coronakrise doch in Österreich bleiben

Die Coronakrise hat ein Problem der Globalisierung wieder offensichtlich gemacht: Lange, klimaschädliche Transportwege, die sehr anfällig gegen Unterbrechungen sind. Und wenn es um Medikamente geht, dann kann das rasch lebensgefährlich werden.

Bekanntlich werden inzwischen sehr viele Medikamente in China und Indien produziert. Dies hat schon bisher zu einer starken Abhängigkeit der EU in der Versorgung mit wichtigen Medikamenten unserer Bevölkerung von Asien geführt. Über 200 Arzneimittel sind aus diesen und anderen Gründen daher vorübergehend oder teilweise auch schon seit längerem in Ö nicht lieferbar, wie dieser Liste von Vertriebseinschränkungen entnommen werden kann.

Produktion in Tirol

Umso wichtiger ist es daher, dass es in Tirol einen der letzten großen heimischen und auch EU-Produzenten für Antibiotika gibt. Voriges Jahr, und nach einem Aufflammen der Debatte, auch heuer wieder bestand große Sorge, dass auch dieser heimische Produzent nach China abwandern könnte. Das berichtete der ORF wie im Video auf YouTube zu sehen.

Nun hat aber Christoph Baumgärtel vom Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen gute Nachrichten, nämlich dass hier zumindest bald ein nachhaltiger Erfolg erzielt werden kann.

Laut Firmenangaben könnte der Produzent nun in Österreich bleiben. Das ist besonders in der aktuellen Lage ein wichtiges und richtiges Signal. Zu hoffen ist, dass noch mehr heimische Firmen diesem Vorbild folgen, und vor allem auch bereits in der Vergangenheit nach Fernost abgewanderte Firmen wieder zumindest in die EU bzw. besser direkt nach Österreich zurückkehren.

Teilerfolg

Globalisierung und Kostenreduktion durch Fernostproduktion mag für viele wichtig sein. Wichtiger und an erster Stelle steht aber die Sicherheit in der Patientenversorgung.

Allerdings soll zum Ende des ersten Quartals 2021 jedoch in Kundl das Maintenance Regulatory Center (MRC) geschlossen werden. Das betrifft die Zulassung bzw. Pflege der Dokumentation von Arzneimitteln. Die Abteilung soll nach Hyderrabad in Indien verlegt werden. Sandoz Kundl gehört zum Novartis Konzern.

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