Coronavirus Risikofaktor: Alter oder Krankheit

Zum Coronavirus gibt es noch viele Unklarheiten, aber auch falsche Ansichten. So seien ältere Menschen einem höheren Risiko ausgesetzt. Seien generell die Risikogruppe. Sehen wir uns an, ob diese Aussagen vor den Fakten standhält.

Zunächst einmal ist es richtig, dass das Durchschnittsalter der Sterbefälle bei 80 oder sogar leicht darüber liegt. Andererseits hatten rund 99% der Verstorbenen eine oder meist mehrere Erkrankungen wie Diabetes mellitus, Krebs, Bluthochdruck, Herzkrankheiten. Es reicht schon Übergewicht um das Risiko deutlich zu erhöhen, wie Studien zeigen.

Vorerkrankung ist ein Risiko, nicht das Alter

Erhellend ist ein Blick nach Japan.Zunächst die Anzahl der älteren Menschen: Japan mit 127 Millionen Einwohnern hat 29% über 65 Jahren, also knapp 37 Millionen Einwohner über 65. Davon sind 2,3 Millionen zwischen 90 und 100 und immerhin noch 73.000 über 100 Jahre alt.

Österreich kommt auf pensionsschonende 19% oder 1,7 Millionen über 65-Jährige. Österreich hat per 10. Mai 618 Todesfälle, die zumindest mit dem Coronavirus in Verbindung stehen, Japan kommt auf 607.

Diskriminierung älterer Menschen

Für die Sterberate unbedeutend scheint also das Alter beim Vergleich Österreich und Japan zu sein. Die Geschichte von der Gefährdung der Alten, die von den Regierungen in Europa verbreitet wird, hält den Fakten nicht stand. Vielmehr läuft es auf eine Diskriminierung älterer Menschen hinaus, wie Altersforscher Franz Kolland im ORF.at-Gespräch erklärte.

Mit einem Team an der privaten Karl-Landsteiner-Universität untersucht Kolland derzeit im Auftrag des Landes Niederösterreich die Auswirkungen von „Social Distancing“ im Alter aufgrund der Cooronavirus-Krise: „Wir haben die Vermutung, dass durch die starke Adressierung der Alten als Risikogruppe diese zu Inaktivität verurteilt wurden und nun das subjektive Gefühl haben, gealtert zu sein.“ Aufgrund ihres gesundheitlichen Zustands zählen aber nicht alle 75-Jährigen zur Risikogruppe, ist Kolland überzeugt. Durch die erzwungene Passivität bestehe aber die Gefahr, eine Risikogruppe zu erzeugen.

Gesunde ältere Menschen

In Japan beruht „social Distancing“ auf Freiwilligkeit, wie auch in Südkorea, Hongkong oder Schweden. Auch Restaurants und Geschäfte blieben offen, Schulen waren nur teilweise geschlossen. Genug Gelegenheit sich zu infizieren.

Nach allen bisherigen Erfahrungen sterben eben keineswegs gesunde ältere Menschen , sondern häufig solche mit den erwähnten Erkrankungen. Also in Europa sterben meist Menschen über 80 mit einer oder mehreren gefährlichen Krankheiten.

Das ist in Japan auch so, nur um den Faktor 20 weniger. Und das liegt an einer gesünderen Ernährung ohne Getreide und Zucker, aber mit ungeschältem Reis, Fisch, Gemüse und oft Algen. Diese enthalten Jod, so ziemlich alle Vitamine, Omega 3 Fette, alle essenziellen Aminosäuren und Mineralstoffe. Und natürlich wird in Japan gerne Soja und diverse Sojaprodukte wie Natto und Miso gegessen, was ebenfalls sehr gesund ist.

In Österreich wurden die Todesfälle von Zentrum für Medizinische Statistik der Meduni Wien untersucht. Die Sterblichkeit von Covid-19 entspricht in etwa der „normalen“ Sterblichkeit bei Männern und Frauen in den einzelnen Altersklassen. Bis auf etwa 1% betreffen die Todesfälle Personen mit mindesten einer schweren Vorerkrankung. Mit deren Bekämpfung wird das Immunsystem bereits überfordert bzw geschwächt. Solche Vorerkrankungen sind allerdings mit zunehmenden Alter häufiger anzutreffen.

Verurteilung zur Inaktivität schützt nicht, sondern gefährdet

Kommt nun noch reduzierte Bewegung und wenig Aufenthalt im Freien hinzu, dann ist das Immunsystem schwächer und anfälliger für Infektionen.

Unter dem Strich sind ältere Menschen nicht die Risikogruppe, sondern die mit Vorerkrankungen. Verurteilt man ältere Menschen, die gesund sind, zur Inaktivität so schützt man sie nicht, sondern gefährdet sie.

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