Trotz Lockdown durch Coronavirus: CO2 Werte steigen weiter

Mit 417,91 ppm (parts per million) CO2 wurde am 9. April 2020 ein neuer Rekord der CO2 Konzentration in der Luft vom Observatorium am Mauna Loa in Hawai gemessen. Der bisherige Höchstwert von 415 ppm aus 2019 wurde damit deutlich übertroffen. Und obwohl seit 23 Jänner beginnend mit China Industrie und Verkehr weltweit durch das Coronavirus weitgehend lahmgelegt und die CO2 Produktion deutlich reduziert wurde.

Diese Werte werden vom Sonnblick Observatorium durch die Messungen des Umweltbundesamtes bestätigt. So wurden heute 13.4.2020 um 9:30 Uhr ganz aktuell 418,14 ppm gemessen. Wie rasch die CO2 Konzentration steigt, zeigt sich daran, dass im August 2017 zum letzten Mal am Sonnblick ein CO2 – Monatsmittelwert (399.51 ppm) unter 400 ppm gemessen wurde.

Saisonale Schwankungen

CO2_twoyears

Die Kurve zeigt einen charakteristischen, schwankenden Jahresverlauf, der den Vegetationszyklus der Nordhemisphäre widerspiegelt. Auf der Nordhablkugel sind die größten Landmassen, die CO2 in Böden und Vegetation speichern können aber je nach Jahreszeit auch wieder abgeben. Im späten Frühling und Sommer überwiegt die pflanzliche Aufnahme von CO2, was sich in einem – abhängig vom Ort der Messung zeitverzögerten – Konzentrationsrückgang zeigt. Im Herbst und Winter gibt die Vegetation netto CO2 ab, es kommt zu einem Konzentrationsanstieg.

Derzeit sind wir noch in der  Phase, in der die Abgabe von CO2 aus Böden und Wasser durch die Erwärmung die Aufnahme durch die Pflanzen überwiegt. Der Höhepunkt wird im Mai erreicht, der Abfall ist ab Juni deutlich merkbar, wie die Kurve der CO2 Konzentration vom April 2018 bis 10. April 2020 zeigt.

Der Anstieg bei den Spitzen bzw Tälern wird durch Verbrennung fossiler Kohlenstoff-Träger wie Kohle, Erdöl und Erdgas verursacht, also durch die menschliche Aktivität.

Einfluss des Lockdown wegen Coronavirus

Gegen Ende Jänner hat China Verkehr und Produktion in der Provinz Hubei fast völlig und im Rest des Landes weitgehend stillgelegt. Den Rückgang der Luftverschmutzung ist im Satellitenbild deutlich sichtbar. Ab März folgten nach  und nach die Länder in Europa und in den Amerikas. Vor allem der Auto- und Flugverkehr aber auch viele Industrien produzieren deutlich weniger CO2.

Ein Einfluss dieser Reduktion ist aber aus den Werten nicht ersichtlich, da die Abgabe von gebundenen CO2 aus Böden derzeit überwiegt. Mehr als eine kleine Delle im längerfristigen Zuwachs wird auch nicht erkennbar sein.

Geht die Zunahme der CO2 Konzentration in der Atmosphäre so ungebremst weiter wie bisher, werden wir bald vor einer Krise stehen, gegen die sich die derzeitige Pandemie mickrig ausnehmen wird.

Umso wichtiger ist es, die Chance zu nützen beim Neustart der Wirtschaft auf Ökologisierung und Klimaschutz zu setzen. Ein Green New Deal muss jetzt dringend angegangen werden. Nicht nur wegen der Klimakrise, sondern auch weil die Luftverschmutzung Todesfälle mit Covid-19 erheblich wahrscheinlicher macht:

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