Mit Handy App rascher zur Normalität trotz Coronavirus

Das Coronavirus wird uns noch längere Zeit beschäftigen, zumindest bis wir etwa im Herbst 2021 eine Impfung haben. Auch wenn die jetzige Welle abgeflaut ist, wird es immer wieder zu neuen Ausbrüchen kommen. Wir wissen, dass das wirkungsvollste Mittel eine neue Welle zu brechen, die genaue Erkennung von Kontakten ist, die infiziert worden sein könnten. Begeben sich diese in Quarantäne so kann eine exponentielle Ausbreitung verhindert werden.

Helfen kann uns dabei die Smartphone Technologie. Allerdings nicht so, wie das bisher diskutiert wurde und wie es in der App des Roten Kreuzes realisiert wurde. Da ist noch dazu die Uniqa Privatstiftung der Financier und Accenture der Entwickler – beides für viele aus Gründen des Datenschutzes ein No-Go. Außerdem werden Daten bei den Datenkraken Microsoft und Google gespeichert, ebenfalls wegen Schutz der Privatsphäre nicht akzeptabel. Kurz bezog übrigens ab 2011 bei der Uniqa ein Gehalt.

Vorgezeigt haben es Länder wie Südkorea oder Singapur, denen es gelungen ist die Ausbreitung stark einzuschränken. Was wir allerdings brauchen ist eine Lösung, die die Privatsphäre schützt.

Die Anforderungen

Zunächst muss man sich darüber klar werden, was genau man wissen muss um die Infektionsausbreitung schnell stoppen zu können. Nach den bisherigen Untersuchungen der Virologen besteht eine Ansteckungswahrscheinlichkeit von 5%, wenn sich eine infizierte Person mit anderen für etwa 15 Minuten im Abstand von 1 bis 2 Metern voneinander aufgehalten hat.

Aneinander vorbeigehen oder gar vorbeilaufen führt nach den Erkenntnissen der Fachleute nicht zu einer Ansteckung. Es ist auch völlig egal, wo man einer infizierten Person begegnet ist, also Bus, Supermarkt, Arbeitsplatz oder wo auch immer. Abstand und Dauer sind die entscheidenden Kriterien.

Es ist daher völlig überflüssig Standortdaten zu speichern und damit ist Privacy by Design leicht realisierbar, wie es etwa das App-Konzept der Regierung von Singapur bewiesen hat. Das Coronavirus ist kein Grund unsere demokratischen Grund- und Menschenrechte zu kippen, wie das Orban in Ungarn tut.

Lösungswege

Diskutiert wurde die Abfrage der Ortungsdaten von Mobilfunkbetreibern. Das ist technisch gesehen völlig untauglich. Funkzellen sind groß, umfassen hunderte oder tausende Nutzer. Über Peilung von mehreren Funkstationen kann der Ort ungefähr bestimmt werden, aber keineswegs ausreichend um auf den geforderten Abstand von 1-2 m zu kommen.

Auch  GPS Daten sind nicht genauer als 5-10 Meter, also ebenfalls ungeeignet. Noch dazu stimmen sie innerhalb von Gebäuden gar nicht. Beide Methoden können auch nicht feststellen, ob sich Personen im gleichen Stockwerk befinden.

Lokal, privat und verfolgbar

Als gute Möglichkeit bietet sich die Verwendung der Technologie Bluetooth Low Energy Technologie an. Bluetooth funktioniert bekanntlich nur über geringe Distanzen von wenigen Metern. Erkennen also zwei Smartphones, dass sie sich über einen Zeitraum von etwa 15 Minuten in weniger als 2 Meter Abstand zueinander befunden haben, so tauschen sie eine ID aus. Der springende Punkt ist nun, dass diese Daten nur lokal am Smartphone verschlüsselt gespeichert werden. Um den Datenschutz zu gewährleisten wird die ID von Zeit zu Zeit geändert.

Stellt sich nun bei einer Person eine Infektion heraus, so übermittelt diese ihre von der App gespeicherten Daten an einen zentralen Server. Der Server erfährt also mit welchen anderen temporären IDs dieses Handy in Kontakt war. Der Server kann aus diesen IDs zwar nicht entschlüsseln, welche Menschen sich dahinter verbergen, er kann aber alle betroffenen Handys informieren. Diese Benachrichtigung kann dabei ganz ohne Kenntnis der Personen verschickt werden, denn bei der Installation der App wird ein PushToken am Server hinterlegt. Singapur hat das ähnlich gemacht, allerdings mit der wenig wünschenswerten Angabe der Telefonnummer.

Rasche Normalisierung möglich

Um zu gewährleisten, dass die Privatsphäre geschützt wird, muss das Projekt als Open Source organisiert sein, der Code also für jedermann einsehbar sein. Und es muss vor allem in Europa länderübergreifend sein, damit die Grenzen wieder geöffnet werden und wir auch Urlaub machen können. Dazu soll ein Ländercode Teil der ID sein.

In Deutschland wird gerade ein für diese Zwecke geeignete Technologie entwickelt und getestet, wie Netzpolitik.org berichtet. Auf dieser Technologie aufsetzend sollte dann jedes Land seine eigene App realisieren.

Nach den Analysen von Epidemiologen genügt es, wenn 60% der Menschen die App installiert haben und verwenden um weitere exponentielle Ausbrüche zu verhindern. Also eine freiwillige Teilnahme bei guter Bewerbung und Erklärung ist realistisch. Gefordert ist natürlich auch die EU, die das Projekt unterstützen muss.

Mehr dazu:

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Bildquelle: von Vektor Kunst iXimus auf Pixabay

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