Luftverschmutzung fördert Erkrankungen mit Coronavirus

Die Maßnahmen gegen die Coronavirus Pandemie haben verringerte industrielle Aktivitäten und weniger Verkehr zur Folge. Das hat wieder zu einer deutlichen Reduzierung der Luftverschmutzung geführt, wie der Vergleich von Satellitenmessungen gegenüber dem Vorjahr zeigt. Und das hat deutliche Auswirkungen auf Gesundheit und durch die Luftverschmutzung verursachte Todesfälle. Experten schätzen, dass dadurch allein in China ein Minus von bis zu 77.000 Toten erreicht sein könnte.

Die Messungen des ESA Sentinel-5P Satelliten zeigen, dass in den vergangen 6 Wochen die Konzentration von Stickstoffdioxid (NO2) über Städten und in industriellen Clustern in Asien und Europa deutlich geringer sind als im Vorjahr. NO2 wird von Automotoren, Kraftwerken und industriellen Prozessen erzeugt, insbesondere auch von Dieselmotoren, die die Abgasnormen nicht einhalten. Eingeatmet verbindet sich NO2 mit der Feuchtigkeit in der Atemluft zu Salpetriger Säure und weiter zu Salpetersäure, die die Lunge schädigen und zu chronischen Krankheiten wie Asthma führt.

Deutliche Reduktion der Stickoxid Konzentration

Auch die Messungen der NASA zeigten deutliche Reduktionen der Stickoxid Konzentrationen über Wuhan oder Südkorea. Im stark industrialisierten Norditalien konzentriert sich die Luftverschmutzung besonders stark südlich der Alpen. Die Konzentration ist um bereits 40% geringer als vor einem Jahr (Bild oben).

Stickoxide entstehen immer in Kombination mit Prozessen, die auch CO2 erzeugen, das für Erderwärmung und Klimakrise verantwortlich ist.

Stickoxide und Feinstaub verbreiten Viren

Laut WHO ist NO2 „ein giftiges Gas das signifikante Entzündungen der Atemwege“ bei Konzentrationen über 200 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft verursacht. Feinstaub Partikel sind auch ein Einfallstor für Krankheitskeime und verstärken existierende gesundheitliche Probleme. Die WHO untersucht derzeit, ob eine Verbreitung des Coronavirus angeheftet an Luftverschmutzungs-Partikel erfolgt. Diese Partikel tragen auch zur Nebelbildung bei, da Wasser daran kondensiert. In diesem Kondensat sind die Viren überlebensfähig.

Zu dem Ergebnis kommt bereits eine Studie der italienischen Gesellschaft für Umweltmedizin mit den Universitäten Bari und Bologna, die den Zusammenhang zwischen Umweltverschmutzung und der Ausbreitung von Viren untersucht haben. Feinstaub schafft demnach ein Substrat, das dem Virus erlaubt, für längere Zeit in der Luft zu überleben und übertragen zu werden. Die Forscher haben die Daten aus den Messstationen der jeweiligen Umweltschutzbehörden untersucht und sich dabei jene Perioden angesehen, bei denen die gesetzlichen Grenzwerte in den italienischen Provinzen überschritten wurden (50 Mikrogramm / m3 durchschnittliche tägliche Konzentration).

Parallel dazu wurden die Daten der Ansteckungsfälle der jeweiligen Regionen untersucht. Und dabei konnte ein Zusammenhang nachgewiesen werden, denn der explosionsartige Anstieg fiel zusammen mit den höchsten Feinstaubkonzentrationen, die vorher aufgetreten waren.

Stickoxide schädigen Lunge und Immunsystem

Ein Angriff des Coronavirus auf die Lunge – das Virus erzeugt ja Lungenentzündung – auf eine bereits durch Umweltgifte entzündete und geschwächte Lunge hat natürlich besonders gravierende Folgen, wie wir sie in Italien beobachten können.

Der bisherige Verlauf der Pandemie hat gezeigt, dass die Schwere der Erkrankung durch das Coronavirus von der Stärke oder Schwäche des Immunsystems abhängt, bzw vom Vorhandensein von Vorerkrankungen. Randomisierte Testungen der Bevölkerung in Island haben gezeigt, dass rund 50% der infizierten Personen keinerlei Symptome zeigen, das Immunsystem also leicht mit dem Virus fertig wird.

Österreich ist für seine gute Luft bekannt und die Industrialisierung hält sich in Grenzen. Von den bestätigten Fällen sind nur 3,4% (154 von 4538 am 24.3. um 9:15 Uhr) im Krankenhaus, 0,55% Todesfälle (25) und nur 0,35% (16 von 4538) in der Intensivstation. Die Zahl der Infizierten, die keine Symptome zeigen ist unbekannt, man kann aber wohl ähnlich wie in Island davon ausgehen, dass sie gleich groß ist.

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