So geht Energiewende im Verkehr

Der Energiebedarf des Verkehrs hat sich seit 1990 fast verdoppelt, 90% davon frisst der Kfz-Verkehr, der wiederum extrem von Erdöl abhängig ist. Höchste Zeit, energiesparende Mobilität voranzubringen.

Im Jahr 208 zeichnete der Verkehr in Österreich für immerhin 36% des gesamten Energiebedarfs verantwortlich. Daran haben wiederum Kfz mit 89% den Löwenanteil. Und davon sind wiederum 90% vom Erdöl abhängig, was im Jahr 2018 Importkosten von 7,7 Milliarden Euro verursachte. Bei der Verbrennung von Erdöl und dessen Produkten wie Diesel, Benzin oder Kerosin entsteht natürlich das Treibhausgas CO2 und damit sind die CO2 Emissionen seit dem Jahr 1990 massiv gestiegen.

Nachvollziehen kann man das auch gut an den Daten der Asfinag, die an den Mautstellen für LKW mittlerweile auch Zählungen durchführen. Im ersten Jahr, nämlich 2012, wurden etwa an der Zählstelle Spillern der A22 im Oktober von Montag bis Freitag noch durchschnittlich 60.000 Fahrzeuge täglich gezählt, im Oktober 2019 waren es bereits 76.000 Fahrzeuge, das ist immerhin eine Zunahme um rund ein Viertel im Zeitraum von nur 7 Jahren. In diesem Zeitraum kamen keine neuen Schnellstraßen oder Autobahnen hinzu, es handelt sich also um ein rein organisches Wachstum, einerseits durch den Transitverkehr und andererseits durch den Bauboom im Bezirk Korneuburg.

Maßnahmen zur Senkung der Emissionen

Österreich liegt mit Tempo 130 auf Autobahnen und Tempo 100 auf Landstraßen noch immer im europäischen Spitzenfeld. Eine generelle Temporeduktionwenigstens auf 120 auf Autobahnen und 90 kmh auf Landstraßen würden uns mehr der europäischen Norm annähern. Aus Lärm- Luftschutzgründen wäre es noch sinnvoll und notwendig die Geschwindigkeit in dicht besiedelten Räumen wie etwa im Bezirk Korneuburg oder insgesamt im Nahbereich größerer Städte auf Tempo 80 abzusenken.

Automatisch werden dadurch auch öffentliche Verkehrsmittel attraktiver, die aber noch massiv ausgebaut und verbilligt werden müssen. Die neue Regierung mit Beteiligung der Grünen hat da erfreulicherweise bereits einiges im Regierungsprogramm vorgesehen.

Umstellung auf erneuerbare Energien

Wesentlich bei einer Umstellung ist zunächst die Energieeffizienz des Verkehrs drastisch zu erhöhen. Bei Verbrennungsmotoren geht der Großteil der Energie verloren, der Energiebedarf von batterieelektrischen Pkw ist im Schnitt um 38 Prozent niedriger als jener von Diesel-Pkw. Dabei verbraucht der Diesel-Pkw noch weniger Energie als ein Benziner.

Der CO2-Ausstoß ist in seiner Gesamtbilanz – von der Batterie- und Fahrzeugherstellung bis zum Betrieb – pro Kilometer mit österreichischem Strommix um 55 Prozent niedriger als von Diesel-Pkw und mit Ökostrom sogar um 76 Prozent niedriger. Der Wirkungsgrad der batterieelektrischen Pkw ist im Vergleich zu Pkw mit Brennstoffzelle (Wasserstoff) zweieinhalb Mal so hoch, im Vergleich zu E-Fuels (power-to-liquid) sogar fünfmal so hoch.

Ein einziges Windrad erzeugt Strom für den jährlichen Bedarf von

  • 000 E-PKW (batterieelektrisch)
  • 100 Wasserstoff PKW oder
  • 200 Haushalte

Ausbau von Ökostrom und Speicherung

Analysen zeigen, dass die Ökostrom-Produktion in Österreich bis zum Jahr 2050 auf rund 100 TWh verdoppelt werden kann. Der Ökostrom-Ausbau ist eine Voraussetzung für das Erreichen der Klimaziele.

Ein Problem stellt allerdings die Speicherung von überschüssigen Strom für Zeiten des Mangels dar. Traditionell werden in Österreich dafür die Speicherkraftwerke in den Alpen genutzt, indem Wasser in das höher gelegene Staubecken gepumpt wird.

Eine weitere Methode ist die Umwandlung in Methangas und Speicherung in den vorhandenen riesigen Gasspeichern  – mehr dazu habe ich hier beschrieben.

Aber auch batterieelektrische Fahrzeuge werden eine enorme Speicherkapazität zur Verfügung stellen. Elektro-Fahrzeuge können durch gesteuertes Laden die Stromnachfrage zeitlich verschieben oder die Batterie durch bidirektionales Laden und Entladen dem Stromsystem als Speicher zur Verfügung stellen. Dadurch könnten E-Pkw helfen, Strombedarfsspitzen abzudecken und das Stromnetz zu stabilisieren.

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